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Wo bleibt das Konzept für Frankfurts Modewoche "Fashion Week"?

Vorlagentyp: B
39 Wochen bis zur Antwort2 Stationen im Verfahren1 Sitzung

Zusammenfassung

Der Magistrat schlägt vor, die Frankfurt Fashion Week nicht weiterzuführen und stattdessen die Rahmenbedingungen für Experten aus der Modebranche zu schaffen, um eigene Events zu planen. Dies soll die lokale Modeszene stärken und die Stadt Frankfurt als Modestandort positionieren.

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Thema Umwelt und Energie verfolgen

Bericht

Mit dem Stadtverordnetenbeschluss § 6678 vom 05.11.2020 (M 177/2020) stimmten die Stadtverordneten der Etablierung und Realisierung der Frankfurt Fashion Week zu. Die Fashion Week mit Tradeshows, Konferenzen, Runways und Events wurde bis dahin in Berlin von der Messe Frankfurt als Veranstalterin der Modemesse Neonyt gemeinsam mit der Premium Group GmbH - u. a. Veranstalter von Europas größter Modemesse - ausgerichtet (vgl. M 177, 30.10.2020). Der Ausgangspunkt einer Messe "Frankfurt Fashion Week" war also der Umzug der Premium Group mit ihren Mode-Fachmessen nach Frankfurt. Die Stadt Frankfurt trat nie als Messeveranstalterin auf, unterstützte die Umsetzung der Frankfurt Fashion Week aber mit einem Zuschuss von 6 Mio. Euro aus Mitteln des Tourismusbeitrages. Der Wettbewerb um attraktive Messen ist hart umkämpft. Frankfurt am Main ist ein hoch attraktiver Messestandort und spielt im internationalen Wettbewerb eine starke Rolle. Der Magistrat unterstützt deshalb die Initiativen der MICE-Branche, Frankfurt als MICE-Destination in der internationalen Wahrnehmung zu stärken. Zu 1, 2 und 3: Bevor eine reguläre Ausgabe der Frankfurt Fashion Week stattfinden konnte, entschied sich die Premium-Group im Januar 2022 zum erneuten Umzug zurück nach Berlin. Die Messe Frankfurt stieg aus dem Projekt aus. Auf städtischer Ebene fiel die Entscheidung, die Sphäre der Messe zu verlassen und die Wirtschaftsförderung mit der Ausrichtung einer Fashion Week zu beauftragen. Das Konzept war ausgerichtet auf öffentlichkeitswirksame Aktionen und stellte vor allem auf lokale Akteure ab. Insgesamt sollte Mode nahbar und als Thema für alle präsentiert werden. Die Veranstaltung lieferte gute Ergebnisse. In der regionalen und bundesweiten Presseberichterstattung war die Fashion Week gut positioniert und wurde sehr positiv aufgenommen. Mit rund 31.500 Besuchern bei 121 Veranstaltungen war sie allerdings kein überregionaler Publikumsmagnet. So konnte das Ziel, die Wahrnehmung der Innenstadt und Stadtteileinkaufsstraßen als Modestandort nachhaltig zu stärken, nicht erreicht werden. Im Rahmen einer intensiven Analyse stellte das Wirtschaftsdezernat gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung fest, dass erhebliche Ressourcen benötigt würden, um das Konzept Fashion Week weiter zu verfolgen und sinnvoll weiter zu entwickeln. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass die Marke Frankfurt Fashion Week unter den nunmehr gegebenen Rahmenbedingungen falsche Assoziationen weckte und ein Rebranding in einem Frankfurter Kontext sinnvoll wäre, etwa als Frankfurt Fashion & Design Week. Auch zeigte sich, dass ein Projektteam von vier bis fünf Mitarbeitern benötigt würde, um das Projekt angemessen zu begleiten und zielführend voranzubringen. Da die begrenzten und insbesondere rund um die Frankfurt Fashion Week 2022 überstrapazierten Ressourcen der Wirtschaftsförderung diese Kapazitäten nicht hergegeben hätten, wäre der Aufbau eines entsprechenden Teams erforderlich gewesen. Dieses hätte laufende Kosten von ca. 250.000 Euro pro Jahr zuzüglich weiterer Projektmittel ausgelöst, die bei der Wirtschaftsförderung Frankfurt nicht abbildbar sind. Der Wirtschaftsförderung Frankfurt stehen in diesem Jahr (2023) knapp über 550 T Euro Projektmittel zur Verfügung, aus denen sämtliche Aktivitäten wie die Gewerbe- und Stadtteilberatung, der Jahresempfang für die Frankfurter Wirtschaft, die Betreuung internationaler Business-Communitys, der Gründerpreis, das Sponsoring standortförderlicher Projekte und Initiativen, die Anwerbung ansiedlungswilliger Unternehmen etc. finanziert werden müssen. Steigende Personal- und Energiekosten sowie allgemeine Preissteigerungen führen dazu, dass bei gleichbleibendem städtischen Zuschuss immer weniger Projekte unterstützt oder realisiert werden können. Gleichwohl wäre der nachhaltige Erfolg der Maßnahme nicht garantiert gewesen. Vor diesem Hintergrund fiel die Entscheidung, die Frankfurt Fashion Week nicht weiterzuführen und stattdessen wieder zu einer klaren Aufgabentrennung zu kommen: Die Stadt versucht sich nicht darin, mit ihren begrenzten Ressourcen Modeevents auf die Beine zu stellen. Sie schafft aber die Rahmenbedingungen für Experten aus der Modebranche, entsprechende Events zu planen und erfolgreich durchzuführen. Diese Experten gibt es in Frankfurt zahlreich. Derzeit unterstützen die Stadt Frankfurt und die Wirtschaftsförderung unter anderem folgende Projekte aus den Bereichen Fashion & Design: Frankfurt Fashion Lounge mit Modenschauen und Showroom (Januar und Juli 2022 und 2023), Frankfurt Fashion Lounge Mentoring-Programm für junge Nachwuchstalente, Höchster Designparcours (zweimal jährlich, 2023 im Juli und November), IntoDesign mit kuratierten Design-Walks zu Design-Spotlights, Ateliers und Showrooms (August 2023), SkateWeek FFM (September 2023), Neuauflage des Magazins Voilá - Fashion Designers in Frankfurt (Herbst 2023), Ausrichtung der World Design Capital 2026 durch Stadt und Region (WDC26). Die Förderung erfolgt je nach Format sowohl ideell und auch finanziell. Sowohl die Skateweek, als auch IntoDesign und die Nachwuchsförderung wurden aus dem Programm der Frankfurt Fashion Week 2022 fortgeführt. Mit Blick auf eine Modemesse hat eine Initiative aus dem Frankfurter Modehandel dem Dezernat angekündigt, ab November 2023 eine Veranstaltung in Frankfurt zu organisieren. Diese soll zweimal jährlich am Ende der jeweiligen Saisons als Add-on in die Mode-Messekalender eingefügt werden. Ziel ist ein Kernevent, bei dem internationale Brands von Facheinkäufern Bestellungen für die Folgesaison einsammeln (B2B) und anschließend Reststücke und Highlights aus der laufenden Saison an Privatkunden verkauft werden (B2C). Diese B2C-Komponente wäre in der Modebranche einzigartig, da sich bislang keine Fachveranstaltung zugleich an Endverbraucher richtet. An dieses Kernevent, das im Massif Central im Bethmannhof stattfinden soll, können sich lokale Akteure der Modeszene (Ateliers, aufstrebende und bekannte Designer, Labels ebenso wie der Fach- und Einzelhandel) mit eigenen Aktionen anschließen. Sowohl das Wirtschaftsdezernat als auch die Wirtschaftsförderung stehen mit dem Organisationsteam im Kontakt, um ggf. benötigte Unterstützung in ideeller Form sicherzustellen. Je nach Ausgestaltung ist auch eine Zuwendung als Anschubfinanzierung denkbar. Diese wird jedoch in jedem Fall deutlich unterhalb des Betrags bleiben, den der Aufbau eines Projektteams mit entsprechenden Projektmitteln bei der Wirtschaftsförderung gekostet hätte.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 22. Februar 2023NRNR 610Wo bleibt das Konzept für Frankfurts Modewoche „Fashion Week“?STVV-Antrag · CDU
  2. 24. November 2023Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 39 Wochen
    BB 445Wo bleibt das Konzept für Frankfurts Modewoche „Fashion Week“?
    Magistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf1 Beratung
Ausschusses für Wirtschaft, Recht und Frauen
Sitzung 23 · 16.01.2024
TO I, TOP 19
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 445 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPLinkeVoltFRAKTIONBFF-BIG
Sonstige:
AfD (Kenntnis)ÖkoLinX-ELF (Zurückweisung)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, LINKE., Volt, FRAKTION und BFF-BIG Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD (= Kenntnis) ÖkoLinX-ELF (= Zurückweisung)

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