Inklusive Angebote in Frankfurter Sportvereinen für Kinder und Jugendliche
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Bericht des Magistrats vom 18.11.2019, B 417
Betreff: Inklusive Angebote in Frankfurter Sportvereinen für Kinder und Jugendliche Vorgang: A 545/19 CDU/SPD/GRÜNE Die Stadt Frankfurt am Main hat sich das Ziel gesetzt, alle Beteiligten in der Frankfurter Sportlandschaft (Vereine, Verbände, Förderer etc.) zu ermutigen und darin zu unterstützen, ihre Angebote so zu gestalten, dass Menschen mit Behinderungen im Sinne der Inklusion daran teilhaben können. Auch im Rahmen der städtischen Sportentwicklungsplanung (SEP) wurde diese Zielgruppe berücksichtigt und eine Empfehlung aus dem SEP-Prozess war die Anregung an die Sportvereine, ihre Angebote ausdrücklich für Menschen mit Behinderung zu öffnen (s. Abschlussbericht, Anlage zum Magistratsvortrag M 134/2011). Für (Pilot-)Projekte in diesem Bereich können von den Frankfurter Sportvereinen Zuschüsse aus Sportfördermitteln beantragt werden. Im Jahr 2013 wurde ein ausführlicher Magistratsbericht (B 353) über die Sportmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen in Frankfurt am Main vorgelegt, der viele Aspekte, u.a. auch die räumlichen Gegebenheiten in verschiedenen Bereichen, in den Blick nahm. Dies vorausgeschickt, beantwortet der Magistrat die gestellten Fragen wie folgt: Zu
- Welche inklusiven Sportangebote für Kinder und Jugendliche gibt es aktuell in Frankfurt?
- Welche inklusiven Angebote und Kooperationen sind zeitnah geplant? und
- In welchen Sportarten gab es positive oder auch negative Entwicklungen dieser Angebote und der Anzahl der Teilnahme? In der systematischen Vereinsstatistik des Landessportbundes Hessen für alle hessischen Städte und Gemeinden werden inklusive Sportangebote nicht als solche ausgewiesen, sondern die Vereinsstatistik ist differenziert nach den Sportarten, sieben verschiedenen Altersgruppen und männlich/weiblich. Um die Informationslage hinsichtlich der Sportangebote für Menschen mit Behinderungen in Frankfurt am Main zu verbessern, hat das Sportamt im Jahr 2012 in seiner Vereinsbefragung im Rahmen der Sportentwicklungsplanung die Vereine gebeten zu benennen, welche Sportarten sie für Menschen mit Behinderungen anbieten. Hierbei ging es nicht nur um spezifische Angebote für Menschen mit (bestimmten) Behinderungen; die Vereine wurden vielmehr eingeladen, auch solche allgemeinen Sportangebote zu melden, die sie explizit als offen für Menschen mit Behinderung kennzeichnen wollten. Voraussetzung hierfür ist angesichts der Vielfalt unterschiedlicher Behinderungen und Einschränkungen auch die Bereitschaft und personelle Ausstattung des Vereins zu beraten, ob ein Sportangebot im Einzelfall geeignet ist. Die von den Vereinen bei der Vereinsbefragung gemeldeten Sportangebote wurden in den städtischen Sportvereinswegweiser eingetragen und werden auf www.frankfurt.de/ sportvereine ausgegeben, wenn als Zielgruppe "Menschen mit Behinderung / integrativ / inklusiv" angeklickt wird. Nach Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist hierbei nicht differenziert, da diese Differenzierung auch bei der Vereinsbefragung nicht gegeben war. Bei einer zukünftigen Befragung der Vereine könnte diese Differenzierung einbezogen werden. Die hierfür erforderlichen finanziellen Mittel stehen jedoch derzeit nicht zur Verfügung. Änderungsmeldungen von Sportvereinen hinsichtlich der integrativen/inklusiven Angebote gab es seit 2012 nur in vereinzelten Fällen. Der Wegweiser wurde dann entsprechend aktualisiert. Es ist davon auszugehen, dass das Angebot seit der Vereinsbefragung im Wesentlichen konstant geblieben ist. Mitteilungen über geplante Angebote, gibt es derzeit nicht (Ausnahme: geförderte Projekte, s. Antwort zu Frage 4). Über Teilnahmezahlen in einzelnen Vereinsangeboten sind keine statistischen Auswertungen verfügbar. Der Landessportbund Hessen erfasst die Mitgliederzahlen der Vereine in den verschiedenen Sportarten, nicht jedoch einzelne Sportangebote.
- Welche inklusiven Projekte wurden im Rahmen der Projektförderung gefördert? Städtische Sportfördermittel erhalten zum einen integrative/inklusive Veranstaltungen: Das integrative Sport- und Spielfest für Menschen - vor allem junge Menschen - mit und ohne Behinderungen wurde vor vielen Jahren von der Stadt Frankfurt am Main ins Leben gerufen. Die Veranstaltung wird vom TSV 1875 Bonames e.V., dem Rollstuhl- Sport-Club Frankfurt e.V., der Sportjugend Hessen und anderen Organisationen gemeinsam organisiert und vom Sportamt der Stadt Frankfurt am Main unterstützt. Immer am ersten Novembersonntag nutzen dann rd. 3.000 Menschen die vielfältigen Bewegungsangebote, z.B. Kletterwand, Hüpfburg, Bewegungsbaustelle, Rollenrutsche, Federball und Tischtennis, in der großen Leichtathletikhalle des Sport- und Freizeitzentrums Kalbach. Gefördert werden jedes Jahr außerdem die integrativen/inklusiven Veranstaltungen des Rollstuhl-Sport-Club Frankfurt e.V.: Die Veranstaltungen z.B. im Rollstuhl-Tischtennis, -Tanzen oder -Curling sind offen für alle und sollen den Spaß am gemeinsamen Sport für Rollstuhlfahrende und Fußgänger/innen gleichermaßen vermitteln. Das Projekt "Integrative Fußballabteilung" erhält seit mehreren Jahren Projektförderung. Es wurde gegründet und koordiniert vom Frankfurter Turnverein 1860 (FTV 1860), der hierfür Sportfördermittel erhielt. Seit 2019 hat nunmehr der Fußballverein SV 1894 Sachsenhausen e.V. die Rolle des FTV 1860 übernommen und erhält die Fördermittel. Für dieses Projekt werden Erweiterungsmöglichkeiten eruiert. Der SV Blau-Gelb e.V. erhält Sportfördermittel für den Betrieb der Abteilung Showdown (Tischball), in der sehbehinderte und blinde Menschen in einer speziell für sie zugeschnittenen Sportart aktiv sein können. Die Stadt Frankfurt am Main fördert dieses Projekt, um den Verein bei der Deckung der Übungsleitungskosten zu unterstützen. Da zur Herstellung der Chancengleichheit bei allen Teilnehmenden die Augen bedeckt werden, können auch nicht sehbehinderte Menschen teilnehmen.
- In wie weit sind bei hier engagierten Vereinen bauliche Veränderungen nötig, um inklusive Sportangebote anzubieten oder auszubauen? Seitens der Vereine wurden dem Sportamt keine derartigen Notwendigkeiten mitgeteilt bzw. auch wurde kein Unterstützungsbedarf für entsprechende Baumaßnahmen an ihren Sportanlagen geltend gemacht - dies vor dem Hintergrund, dass die Frankfurter Sportvereine für Baumaßnahmen an den vereinseigenen Sportstätten beim Sportamt Zuschüsse aus Sportfördermitteln beantragen und sich ausführlich beraten lassen können. Außerdem berät die Stabsstelle Inklusion zur Gestaltung baulicher Barrierefreiheit auch bei Sportanlagen. Wenn die Stabsstelle frühzeitig in Planungen einbezogen wird, können (Um-) Bauvorhaben von vornherein barrierefrei geplant und so späterer Zusatzaufwand vermieden werden. Die Stabsstelle Inklusion vergibt auch Fördermittel für barrierefreie Umbauten öffentlicher Gebäude (Mittel für Barrierefreiheit, Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 01.06.2017 zu E 32 vom 26.04.2017, § 1429 Anlage 7). Fördermittelanträge können bei der Stabsstelle gestellt werden. Für städtische Sportanlagen wurden diese Mittel bereits genutzt. Beispielhaft sei genannt, dass aus diesen Mitteln ein barrierefreier Umbau der Gegentribüne im Stadion am Bornheimer Hang (derzeit PSD Bank Arena) sowie ein Blindenleitsystem in der Sportanlage Hahnstraße finanziert wurden. Wenn Sportvereine, z.B. der Rollstuhl-Sport-Club Frankfurt e.V., gezielt Sportangebote für Rollstuhlfahrer/innen organisieren, können über die Sportstättenvergabe im Sportamt entsprechende (Schul-)Sporthallen mit der erforderlichen Barrierefreiheit gefunden werden.
- Gibt es Kooperationen mit Schulen, die inklusiv arbeiten? Im Rahmen des städtisch geförderten Projekts "Schulkids in Bewegung" gründen Sportvereine Kooperationen mit Grundschulen mit dem Ziel, zusätzliche regelmäßige Sportangebote für Schulanfänger/innen zu organisieren. Unter den ca. 30 Grundschulen, die seit Projektbeginn für solche Kooperationen in verschiedenen Stadtteilen gewonnen wurden, sind drei inklusiv arbeitende und eine mit integrativem Unterricht (lt. Schulwegweiser auf www.frankfurt.de). Sportvereine und (inklusiv arbeitende) Grundschulen, die ein neues Kooperationsprojekt aufbauen möchten, sind herzlich eingeladen, sich an den Sportkreis Frankfurt e.V. zu wenden, der das Projekt "Schulkids in Bewegung" koordiniert, die Kooperationspartner vor allem in der Anfangsphase begleitet und die städtischen Sportfördermittel an die beteiligten Sportvereine ausreicht (zur Deckung der entstehenden Übungsleitungskosten; s. auch www.sportkreis-frankfurt.de oder www.schulkids-in-bewegung.de ). Der FRAPORT SKYLINERS e.V. betreibt im Rahmen seines Projekts "Basketball macht Schule" Kooperationen mit rd. 90 Schulen im Rhein-Main-Gebiet, davon zahlreiche in Frankfurt am Main. An den Schulen werden Basketball-AG's angeboten, um die Kinder und Jugendlichen in Bewegung zu bringen und für die Sportart zu begeistern. Alle Schulen - schon ab der Grundschule - können Partner in diesen Kooperationen sein. Die Sportjugend Frankfurt e.V. erhält Sportfördermittel für ein 2019 neu aufgebautes Boxprojekt in Kooperation mit der Hostatoschule, einer Schule mit integrativem Unterricht in ihrem Profil. Die Stadt Frankfurt am Main hält solche Kooperationen für wünschenswert. Für neue Kooperationen zwischen weiterführenden inklusiv arbeitenden Schulen und Sportvereinen können die Sportvereine einen Zuschuss aus Sportfördermitteln direkt beim Sportamt Frankfurt beantragen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 28. August 2019AA 545Inklusive Angebote in Frankfurter Sportvereinen für Kinder und JugendlicheSTVV-Anfrage · CDU, SPD, GRÜNE
- 18. November 2019Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 12 WochenBB 417Inklusive Angebote in Frankfurter Sportvereinen für Kinder und JugendlicheMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP, BFF und FRAKTION Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRANKFURTER (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP, BFF und FRAKTION Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRANKFURTER (= Kenntnis)