Situation von und Bedarf an ehrenamtlichen Sprachmittlern
Zusammenfassung
Der Bericht beschreibt den hohen Bedarf an Sprachmittlern in Frankfurt am Main aufgrund fortwährender Migration und sprachlicher Barrieren. Es wird die Notwendigkeit für eine professionelle Sprachmittlung betont, um den unterschiedlichen Anforderungen der Stadtverwaltung, insbesondere im Gesundheits- und Sozialbereich, gerecht zu werden. Zudem wird auf die geplante Verbesserung der Qualifikation der Sprachmittler hingewiesen.
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Zu
- Wie viele Sprachmittler standen im Jahr 2023 in Kontakt mit den einzelnen Ämtern in Frankfurt und welche Sprachen haben sie abgebildet? Seitens der Stadt Frankfurt am Main gibt es, wie in vielen Belangen, keine zentrale Erfassung zu den Fragestellungen, hier: weder wie viele Sprachmittler:innen in Kontakt mit den einzelnen Ämtern standen noch in welchen Sprachen. Dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) liegen lediglich Informationen vom Jugend- und Sozialamt sowie vom Amt für Wohnungswesen dazu vor. In den Sozialrathäusern sowie in den Besonderen Diensten 1, 2, 4, 5 und 6 wird keine ehrenamtliche Sprachmittlung genutzt. Seitens der Abteilung Wohnraumerhaltung wurden im Jahr 2023 in ungefähr zehn Fällen eine Sprachunterstützung angefordert, in den Sprachen Türkisch, Italienisch, Indisch, Arabisch und Rumänisch. Das als sog. ehrenamtlicher Dolmetscherpool bekannte Angebot der Stadt Frankfurt am Main, das von ca. 2015 bis 2017 vom AmkA umgesetzt wurde, in der Hochphase mit rund 150 Freiwilligen, gibt es nicht mehr. Ein Grund dafür war, dass sich ein gänzlich unbezahltes Ehrenamt über eine Akut-Situation hinaus nicht aufrechterhalten ließ. In der Folge hat das AmkA mit der IHK Frankfurt einen neuen Maßnahmenansatz entwickelt: den IHK-Zertifikatslehrgang "Qualifizierung zur Sprachmittler:in", der in der Pilotphase durch das AmkA finanziert wurde. Im Jahr 2023 umfasst der Pool der IHK-Absolventinnen und -Absolventen 37 Personen, die insgesamt 15 Sprache abdecken: Albanisch, Amharisch, Arabisch (verschiedene regionale Dialekte), Bulgarisch, Bosnisch, Dari, Farsi, Paschtu, Rumänisch, Russisch, Tigrinya, Türkisch, Ukrainisch, Urdu. Anders als bislang handelt es sich nicht mehr um einen Pool Ehrenamtlicher, sondern um einen Pool qualifizierter Sprachmittler:innen, die gegen Bezahlung beauftragt werden können. Das AmkA übernimmt dabei eine Kontaktvermittlungsrolle. Zu
- Welche Sprachen wurden während der vergangenen fünf Jahre von und bei den Ämtern angefragt? Aus der Abteilung Wohnraumerhaltung wurde in den vergangenen Jahren Sprachunterstützung zu folgenden Sprachen angefragt: Türkisch, Italienisch, Indisch, Arabisch, Rumänisch. In der Mietrechtlichen Beratung ist der Bedarf nach Unterstützung bei den Sprachen Türkisch und Ukrainisch am größten. Daneben wird Englisch als Brückensprache mehrmals pro Woche angefragt. Die Sprachen, die im Gesundheitsamt am häufigsten benötigt werden, sind im Rahmen der Humanitären Sprechstunde Rumänisch und Bulgarisch sowie Englisch und Spanisch. In der gynäkologischen Humanitären Sprechstunde stellten sich auch häufiger vietnamesische Patientinnen vor. Aber letztendlich benutzt das Gesundheitsamt in unterschiedlicher Häufigkeit alle von dem privaten Telefondolmetschdienst Triaphon angebotenen Sprachen: Arabisch, Farsi/Dari, Vietnamesisch, Russisch, Türkisch, Rumänisch, Polnisch, Bulgarisch, Ukrainisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch. Beim Jugend- und Sozialamt werden neben europäischen Fremdsprachen wie z. B. Polnisch, Spanisch, Französisch, Griechisch, Rumänisch, Türkisch, Ukrainisch Sprachen wie z. B. Dari, Paschtu, Tamilisch, Urdu, Solmalisch, Bengali und Arabisch nachgefragt. Die Sprachen werden von professionellen Dolmetscherdiensten bedient. Mit Beginn des Ukraine-Krieges und der damit verbundenen Einrichtung der Anlaufstelle für Geflüchtet aus der Ukraine im stadtRAUMfrankfurt wurde beim AmkA Sprachmittlung in Ukrainisch angefragt. Eine spontane und ehrenamtliche Hilfsbereitschaft aus der Community hat sich wie bereits bei der akuten Erstversorgung der Geflüchteten 2015 auch hier wieder gezeigt. Ebenso jedoch, die schon bei 1) vermerkte Beobachtung, dass ein ehrenamtliches Sprachmittlungsangebot bzw. ein ehrenamtlicher Dolmetscherpool immer nur eine temporäre Lösung sein kann. Zu 3.: Wie viele Personen betreut ein Sprachmittler im Schnitt? Anders als bei Lotsenprogrammen übernehmen Sprachmittler:innen keine Betreuungsleistungen. Auch die IHK-Zertifizierten vom AmkA werden ausschließlich für die Sprachmittlung eingesetzt. Ihre Aufgabe ist es, in Einzelgesprächen und/oder gruppenbezogenen Terminen in die jeweiligen Herkunftssprachen zu dolmetschen. Zu
- Gibt es auch hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die hier eine Unterstützungsleistung anbieten? Wenn ja, wie viele und in welchen Ämtern? Sprachmittler:innen im Sinne dieser Frage existieren im Rahmen eines seit 2003 bestehenden städtischen Dolmetscherservice, der auf einen entsprechenden Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom November 2002 (§ 4056) zurückgeht und durch das Personal- und Organisationsamt im Intranet zur Verfügung gestellt und aktuell gehalten wird. Absicht ist es, das vorhandene Potential der Internationalität der Mitarbeitenden bei der Frankfurter Stadtverwaltung zu nutzen für eine ad-hoc mündliche Kommunikationshilfe bei akuten Verständigungsproblemen in den Ämtern und Betrieben. Mitarbeitende können sich freiwillig melden, wenn sie sich in der Lage sehen, in einer Sprache eine fremdsprachliche Unterstützung sein zu können. Spezifische Eignungsvoraussetzungen werden nicht gefordert. Dementsprechend beinhalten die angebotenen mündlichen Übersetzungshilfen keinerlei Haftung. Dolmetschereinsätze finden, wenn keine dienstlichen Hinderungsgründe im Rahmen der Haupttätigkeit vorliegen, bei Bedarf kurzfristig und grundsätzlich während der Dienstzeit statt. Eine gesonderte Entlohnung oder eine Aufwandsentschädigung werden nicht gezahlt. Aktuell stehen 31 Mitarbeitende in den folgenden 24 Sprachen zur Verfügung: Arabisch, Berberisch, Bosnisch, Bulgarisch, Dari, Englisch, Farsi, Französisch, Hindi, Italienisch, Kroatisch, Marokkanisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Schwedisch, Serbisch, Spanisch, Türkisch, Ungarisch, Urdu, Vietnamesisch, Gebärdensprache. Im Amt für Wohnungswesen bieten derzeit keine Mitarbeitenden offiziell eine sprachliche Unterstützungsleistung innerhalb der Stadtverwaltung an, jedoch helfen einzelne Mitarbeitende hausintern, beispielsweise bei Zeugenbefragungen aus, wenn Unterstützung benötigt wird. Im Gesundheitsamt im Sachgebiet Untersuchungs- und Beratungsstelle für sexuelle und reproduktive Gesundheit (STI) gibt es folgende hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die hier in folgenden Sprachen beraten können: eine Mitarbeiterin auf Rumänisch, eine Mitarbeiterin auf Spanisch, eine weitere Mitarbeiterin beherrscht Englisch, Rumänisch und Bulgarisch, eine Mitarbeiterin auf Englisch und Bulgarisch, eine Mitarbeiterin auf Englisch und Türkisch, eine Mitarbeiterin auf Italienisch und ein Mitarbeiter auf Dari. In den verschiedenen Sozialrathäusern gibt es Mitarbeitende, die neben guten Englisch-Kenntnissen auch mit Alltagssprachkenntnissen aus verschiedenen Regionen der Welt bei der Verständigung unterstützen können. Zu
- Wie bewerten die Ämter den aktuellen Bedarf an Sprachmittlern? Der Bedarf an Sprachmittlung in Frankfurt am Main ist groß, daher muss die Stadt hier ein Angebot vorhalten. Bedingt durch den fortwährenden Prozess von Migration, kontinuierlicher Zu- und Abwanderung und hoher Mobilität handelt es sich hierbei um eine permanente Aufgabe, die immer wieder neu an den Bedarfen ausgerichtet werden muss. Der Qualität der Sprachmittlung, wie sie die Kommunikation bei Behördengängen, Arztbesuchen oder in Kindergarten und Schule bei allen Beteiligten erfordert, kommt eine immer wichtigere Rolle zu. Der Einsatz qualifizierter Sprachmittlung ist eine wichtige Ressource zur Unterstützung der Stadtverwaltung und der Bürger:innen. Das gilt für das Amt für Wohnungswesen besonders in den Bereichen, die direkt die Lebensqualität und das tägliche Zusammenleben betreffen - wie die Wohnraumerhaltung oder mietrechtliche Beratungsangebote. Die Verfügbarkeit von Sprachmittlung in allen Formen, einschließlich Gebärdensprache, kann einen wichtigen Beitrag leisten, damit alle Bürger:innen Zugang zu wichtigen Informationen und Dienstleistungen erhalten. Barrierefreie Kommunikation ist entscheidend, um effektiv auf die Bedürfnisse der Bürger:innen eingehen zu können und eine inklusive Stadtverwaltung zu gewährleisten. Um diesen Bedarf zu decken, ist es wichtig, dass das Angebot an Sprachmittler:innen gestärkt und breiter bekannt gemacht wird. Das beinhaltet sowohl die Anzahl der verfügbaren Sprachmittler:innen als auch die Verbesserung und Klärung der Rahmenbedingungen für deren Engagement in den städtischen Ämtern und Institutionen. Eine solche Verstärkung trägt dazu bei, den Zugang zu städtischen Dienstleistungen für alle Bürger:innen zu erleichtern und fördert ein gleichberechtigtes und integriertes Zusammenleben in der Stadt. Das Frauenreferat schätzt den Bedarf an Sprachmittler:innen für Frauen mit Flucht- und Migrationsgeschichte als hoch ein. Von den Kooperationspartner:innen und Trägern des Frauenreferats wird zurückgemeldet, dass bei Bedarf selten eine passende Sprachmittlung zur Verfügung stehe. Träger und migrantische Vereine helfen sich bei Übersetzungstätigkeiten gegenseitig aus, sei es durch das vorhandene Personal oder durch andere Teilnehmende der Angebote. Die fehlende Möglichkeit, gesundheitlich relevante Informationen korrekt und vertraulich zu übersetzen, stellt für medizinische Sprechstunden und gesundheitsbezogene Beratung generell eine große Hürde dar. Das Gesundheitsamt Frankfurt am Main setzt daher in einigen Bereichen seit vielen Jahren Sprachmittler:innen ein. Aufgrund der häufigen Notwendigkeit einer ad-hoc-Übersetzung im niederschwelligen medizinischen Bereich, zum Beispiel den Einschulungsuntersuchungen, in den Humanitären Sprechstunden für Kinder und Erwachsene und den Sprechstunden für sexuelle Gesundheit ist dies nur selten möglich. Stattdessen wurde hier häufig versucht, Sprachbarrieren bei Patientinnen und Patienten über die Einbindung von deutschsprachigen Begleitpersonen zu überwinden. Dass medizinische Begrifflichkeiten und sensible Informationen fachlich korrekt und werteneutral übersetzt werden, ist so jedoch nicht sichergestellt und daher für eine professionelle medizinische Versorgung nicht zu empfehlen. Insbesondere für die ärztliche Anamnese und die Kommunikation von Behandlungsempfehlungen ist eine ad-hoc verfügbare, medizinische Übersetzungsmöglichkeit, zumindest für häufig vorkommende Sprachen, dringend notwendig. Daher verwendet das Gesundheitsamt in den niederschwelligen medizinischen und sozialen Sprechstunden den Telefondolmetschdienst Triaphon mit dessen Hilfe ad-hoc, anonym und fachlich korrekt in mehr als neun häufigen Sprachen übersetzt werden kann. Grundsätzlich besteht auch beim Jugend- und Sozialamt ein Interesse und ein Bedarf an der Nutzung von Sprachmittlung (z. B. bezogen auf die Möglichkeit der Begleitung bei Behördengängen). In der Regel werden aufgrund sensibler und vertraulicher Themen im Bereich des Kinder- und Jugendschutzes private Dolmetscherdienste eingesetzt. Zu
- Bei welchen städtischen Ämtern und Institutionen sind die Bedarfe besonders hoch? Der Bedarf an Sprachmittlung ist im Gesundheitsamt insgesamt hoch. Da Sprachmittlung jedoch häufig ad-hoc, sehr vertraulich und fachlich korrekt (besonders bei der Anamnese in medizinischem Kontext) erfolgen muss, ist die Sprachmittlung durch ehrenamtliche Sprachmittlerinnen und Sprachmittler nur im Ausnahmefall passend. Mittelfristig wird eine dauerhafte Lösung mit sowohl dem Angebot eines Telefondolmetschdienstes (der aktuelle Vertrag ist befristet) und auch eine Finanzierung von professionellen Sprachmittler:innen benötigt. Der Bedarf dürfte im Jugend- und Sozialamt im Verhältnis zu anderen Ämtern hoch sein, besonders im Bereich des Besonderen Dienstes 3 - Hilfen bei Wohnungslosigkeit und Sucht und des Besonderen Dienstes 4 - Flüchtlinge und Auswärtige. Der Dolatel-Telefondolmetscherdienst wird häufig genutzt. Zu
- Welche fachlichen Eignungsvoraussetzungen benötigen ehrenamtliche Sprachmittler, wenn Sie in den städtischen "Vermittlungspool" aufgenommen werden möchten? Wenn unter städtischem Vermittlungspool die auf der amka.de-Seite veröffentlichte Liste mit Sprachmittler:innen gemeint ist, dann handelt es sich hierbei nicht um ehrenamtliche Sprachmittlung. Für die Aufnahme auf diese Kontaktliste wird ein IHK-Zertifikat "Sprachmittlung" oder ein adäquater Qualifizierungsnachweis benötigt. Für die Aufnahme in den städtischen freiwilligen Dolmetscherservice des POA werden keine spezifischen Eignungsvoraussetzungen gefordert. Zu
- Werden Sprachmittler in Frankfurt von den Ämtern entlohnt? Wenn ja, wie sieht diese Entlohnung aus?
- a)Wird den Sprachmittlern eine pauschale Aufwandsentschädigung gezahlt oder wird nach Stunden / konkreten Einsätzen abgerechnet?
- b)Welche rechtliche und vertragliche Grundlage haben die Ämter, um Sprachmittler zu entlohnen?
- c)Welche Gesamtkosten sind dadurch während der letzten fünf Jahre (einzeln ausgewiesen nach Kalenderjahr) entstanden? Die in Anspruch genommenen Dienste ehrenamtlicher Sprachmittler:innen wurden bisher nicht entlohnt. Dies hat u. a. dazu geführt, dass das AmkA seinen umfangreichen Sprachmittlungspool über 2017 hinaus nicht aufrechterhalten konnte. Ein Sprachmittlungsangebot bzw. ein Dolmetscherpool, der ehrenamtlich aufgestellt ist, kann immer nur eine temporäre Lösung sein. In der Folge wurde mit der IHK Frankfurt ein neuer Maßnahmenansatz entwickelt: die Etablierung des IHK-Zertifikatslehrgangs "Qualifizierung zur Sprachmittler:in". Denn der Bedarf kann nicht über ehrenamtliches Engagement abgedeckt werden. Für qualifizierte Sprachmittlung braucht es Verbindlichkeit, Kontinuität und gesicherte Qualität. Im Rahmen der Flüchtlingskrise - aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine - mussten zur Erfüllung der Aufgaben in den Besonderen Diensten (BD) 3 - Hilfen für Wohnungslosigkeit und Sucht sowie BD 4 - Flüchtlinge und Auswärtige vorübergehend Dolmetscherinnen eingesetzt werden. Um den gesetzlichen Aufgaben nachzukommen, wurden im Zeitraum vom 23.05.2022 bis 31.10.2023 insgesamt sieben Übersetzerinnen für unterschiedliche Zeiträume eingesetzt. Drei Dolmetscherinnen wurden im Rahmen von Arbeitnehmerüberlassungsverträgen und vier Dolmetscherinnen im Rahmen von Honorarverträgen beschäftigt. Hierbei sind Kosten in Höhe von 239.887,52 € entstanden. Zu
- Welche Zusammenarbeit gibt es zwischen städtischen Ämtern und nicht-städtischen Institutionen (wie zum Beispiel der Industrie- und Handelskammer), bei der Sprachmittler eine Rolle spielen und wie gestaltet sich die konkrete Zusammenarbeit? Welche Seite steuert bei gemeinsamen Projekten die Sprachmittler bei und zu welchen Konditionen werden diese beschäftigt? 2022 wurde der IHK-Zertifikatslehrgangs "Qualifizierung zur Sprachmittler:in" erstmals in Frankfurt am Main angeboten - als Kooperation zwischen der IHK Frankfurt und AmkA. Für die Teilnehmenden fallen hierbei keine Kursgebühren an. Das AmkA übernimmt die Teilnahmekosten des Zertifikatslehrgangs. Als Gegenleistung stehen die Teilnehmenden dem AmkA nach Abschluss des Kurses zwei Jahre lang mit einem Kontingent von je 35 Stunden für Sprachmittlungsdienste zur Verfügung. Dieses "AmkA-Kontingent" kann seit
- Juni 2024 auch den städtischen Ämtern und Betrieben angeboten werden, da nach Abschluss des dritten Kurses nun ein ausreichendes Stundenkontingent und ein breites Sprachenangebot besteht. Kalkulatorisch ergeben sich aus dem Kontingent ca. 560 Einsätze. Derzeit stehen 56 Personen zur Verfügung und 18 Sprachen zur Auswahl. Konkret handelt es sich um folgende Sprachen: Albanisch, Amharisch, Arabisch, Bosnisch, Bulgarisch, Dari, Farsi, Italienisch, Kurdisch (Kurmancî), Pashto, Rumänisch, Romanes, Russisch, Spanisch, Tigrinya, Türkisch, Ukrainisch, Urdu. Bei Bedarf wenden sich die städtischen Ämter und Betriebe an das AmkA. Dort werden die Anfragen geprüft und die Einsätze vermittelt. Für die Ämter entstehen dabei keine Kosten. Das Kontingent kann ausschließlich an städtische Ämter und Betriebe vermittelt werden. Das Angebot gilt so lange bis das vorhandene Kontingent in den jeweiligen Sprachen aufgebraucht ist. Darüber hinaus können die Sprachmittler:innen von den städtischen Ämtern und Betrieben eigenständig angefragt und beauftragt werden. Sie stellen ihren Service dann gegen ein Honorar zur Verfügung. Fazit Aus den Rückmeldungen der Ämter wird ersichtlich, dass die Situation und Angebotslage unübersichtlich ist und die Ämter in einzelnen Arbeitsbereichen unterschiedliche Lösungen finden, die für sie jeweils praktikabel sind. Dabei haben die Ämter unterschiedliche Rahmenbedingungen und Möglichkeiten. Während bei den einen die Finanzierung z. B. über gesetzliche Aufgaben möglich ist und Sprachmittlungsdienstleistungen nach Bedarf in Anspruch genommen und abgerechnet werden können, müssen die anderen auf Sprachkenntnisse der städtischen Kolleg:innen zurückgreifen oder versuchen Sprachbarrieren über die Einbindung von deutschsprachigen Begleitpersonen zu überwinden. Damit ist jedoch nicht sichergestellt, dass wichtige, zum Teil sensible Informationen sprachlich und fachlich korrekt übersetzt werden. Zudem gibt es zahlreiche Fragen und Unsicherheiten, die in Zusammenhang mit der Art der Tätigkeit und der Qualität der Leistung aufkommen. In der Regel besteht auch Unklarheit bei der Begriffsverwendung Sprachmittlung und Dolmetschen. Die Berufsbezeichnungen Dolmetscher:in bzw. Übersetzer:in oder auch Sprachmittler:in sind in Deutschland nicht geschützt. Grundsätzlich können sich alle so nennen, die auf diesem Gebiet arbeiten. Sprachmittlung ist lediglich eine andere Bezeichnung für Dolmetschen und Übersetzen. Welches Dienstleistungsangebot unter Sprachmittlung gefasst wird und welche Anforderungen erfüllt sein müssen, muss im jeweiligen Auftrag geklärt werden. Mit dem IHK-Zertifikatslehrgang "Qualifizierung zur Sprachmittler:in", der vom AmkA in Kooperation mit der IHK Frankfurt am Main umgesetzt wird, bietet die Stadt Frankfurt am Main seit 2022 nicht nur ein Angebot für den Bedarf an Sprachmittlung, sondern trägt gleichzeitig zur Qualitätssicherung und Professionalisierung von Sprachmittler/-innen-Tätigkeiten bei, die bisher teilweise im Laien-Ehrenamt durchgeführt werden. Dies gilt insbesondere für Herkunftssprachen, für die es nur wenige professionelle Dolmetscher/-innen gibt. Mittlerweile umfasst der Pool der IHK-Absolvent:innen 56 Personen und deckt 18 Sprachen ab. Dieser Pool steht auch den Ämtern zur Verfügung. (siehe 9.) Zur Unterstützung von städtischen Ämtern und Organisationen, die für den notwendigen Einsatz von Sprachmittlung keine ausreichenden Mittel zur Verfügung haben, wäre zudem ein gesamtstädtischer Fond eine gute Lösung, ggf. auch auf der formalen Grundlage einer Satzung. Dies setzt voraus, dass die Vergabe stadtweit geregelt ist und dass Ämter und Betriebe vorzugsweise auf das IHK-zertifizierte Potenzial zurückgreifen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 6. März 2024AA 279Situation von und Bedarf an ehrenamtlichen SprachmittlernSTVV-Anfrage · CDU
- 27. September 2024Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 29 WochenBB 361Situation von und Bedarf an ehrenamtlichen SprachmittlernMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD und Linke Sonstige Voten/Protokollerklärung: FDP, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF, FRAKTION und BFF-BIG (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Linke, AfD, Volt und FRAKTION Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG (= Kenntnis)