Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Frankfurt
Zusammenfassung
Der Bericht thematisiert die Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Frankfurt und beschreibt die aktuelle Situation sowie die Maßnahmen zur Unterstützung betroffener Personen. Es wird vorgeschlagen, die bestehenden Angebote zu erweitern und neue Konzepte zu entwickeln, um den Bedürfnissen von obdachlosen und wohnungslosen Menschen besser gerecht zu werden.
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Thema Wohnen verfolgenBericht
Als wohnungslos gelten Personen, die keinen eigenen Wohnraum haben. Dies bedeutet, sie leben bei Freunden/ Familie oder wurden von der Stadt Frankfurt in Unterkünften, Wohnheim, Hotel oder o.ä. untergebracht. Unter obdachlosen Personen versteht man Menschen, die ohne festen Wohnsitz (ofw) meist im öffentlichen Raum, im Freien oder in Notunterkünften nächtigen. In den Frankfurter Übergangsunterkünften sind sowohl wohnungslose Frankfurter Bürger:innen als auch Menschen mit Fluchthintergrund untergebracht. Insgesamt sind dies 9.511 Personen. Davon sind 4.002 wohnungslose Menschen und 5.509 Geflüchtete (Stand 01.11.2024). Alle folgenden Zahlen beziehen sich ausschließlich auf wohnungslose Personen. Es sind rund 43% weibliche Personen und 57 % männlich Personen. Die sexuelle Orientierung der Personen die eine Unterbringung oder Notschlafstelle nutzen wird nicht erfragt und nicht statistisch erfasst. Eine sensible Unterbringung von FLINTA Personen ist möglich, sofern dies gewünscht wird. Da Haushalte ab zwei Personen in der Unterbringung als eine Familie definiert sind, ist eine Differenzierung einer Familie danach, ob minderjährige Kinder vorhanden sind oder nicht, nicht darstellbar. Weiter wird in der Unterbringung mit einem weiter gefassten Familienbegriff gearbeitet, der nicht nur die Kernfamilie umfasst. Daher ist hier keine Aussage möglich. Rund 6 % der wohnungslosen Personen sind alleinerziehend. Hiervon sind ca. 90% weiblich und 10% männlich. Rund 38 % aller wohnungslosen Personen sind alleinstehend (ca. 10% Frauen und 28% Männer). Rund 3 % aller wohnungslosen Personen sind 65 Jahre und älter. Davon sind ca. 1% weiblich und 2% männlich. Für die Unterbringung nach dem Verlust von Wohnraum ist es nicht notwendig, Angaben zur Migrationserfahrung zu machen. Diese Daten werden nicht erfasst. Wie oben beschrieben, leben in den Frankfurter Not- und Übergangsunterkünften neben den Wohnungslosen weitere 5.509 Menschen mit Fluchthintergrund. Die Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe spielt bei der Unterbringung von wohnungslosen Personen keine Rolle. Relevant für die Bearbeitung ist die Staatsangehörigkeit oder das Herkunftsland. Rund 33% der wohnungslosen untergebrachten Personen sind Kinder im Familienverbund. Als Stichtag wurde hier der 06.01.2025 gewählt. Derzeit befinden sich ca. 206 Personen auf der Straße, in Verkehrsbauwerken oder in den Winternotschlafstellen. Davon sind 173 Männer und 33 Frauen. Die sexuelle Orientierung der obdachlosen Personen wird nicht erfragt und nicht statistisch erfasst. Eine sensible Unterbringung von FLINTA Personen ist möglich, sofern dies gewünscht wird. Familien mit minderjährigen Kindern finden sich nur in der Gruppe der wohnungslosen Personen, die in Unterkünften untergebracht sind. Es gibt keine obdachlosen Familien mit minderjährigen Kindern. Diese werden bei bekannt werden der Notlage sofort untergebracht. Hierzu werden keine Daten erfasst. Die Personen werden alle als Einzelpersonen gesehen und keine familiären Verbindungen oder Partnerschaften festgehalten. Die aufsuchenden Angebote für obdachlose Personen sind besonders niedrigschwellig, daher werden diese Daten nicht erfasst. Da die Angebote für obdachlose Personen besonders niedrigschwellig angesiedelt sind werden Daten wie Herkunft und Staatsangehörigkeit nur in Einzelfällen erfragt. Die Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe wird in der Arbeit mit obdachlosen Personen nicht erfasst. Es sind keine minderjährigen obdachlosen Personen bekannt. Minderjährige Personen werden bei Bekannt werden der Notlage über SGB VII (§42) in Obhut genommen und in entsprechende Inobhutnahme- Einrichtungen gebracht. Im Bahnhofsviertel wird durch aufsuchende Sozialarbeit des Jugendamts ein besonderes Augenmerk auf den Schutz von jungen Menschen gelegt. Im Baugeschehen ist eine exakte Projektierung nicht abbildbar. Schwankungen in der Konjunktur und der Kostenentwicklung, teilweise ausgelöst durch überlokale Faktoren wie Pandemie und Ukrainekrieg, haben in den letzten Jahren zu einer allgemeinen Verlangsamung der Bautätigkeit geführt. Im geförderten Wohnungsbau wird der Magistrat durch Anpassung der Förderrichtlinien an die geänderten Marktbedingungen eine Belebung des Baugeschehens anstreben. In diesem Jahr wurde das Projekt 'Housing First' der Diakonie Frankfurt & Offenbach und er GWH auf 27 Plätze erweitert. Das Projekt der GWH und der Diakonie Frankfurt- Offenbach läuft seit 2022 und startete mit 12 Wohnungen für obdachlose Menschen. Mittlerweile wurden 27 Personen mit eigenem Wohnraum versorgt. Sie werden sozialarbeiterisch von der Diakonie Frankfurt- Offenbach begleitet. Im Projekt 'Netzwerk zur Unterbringung besonders bedürftiger Personen im Bahnhofsviertel' werden Menschen die obdachlos und suchtmittelabhängig sind in Hotels untergebracht und sozialarbeiterisch begleitet. Hier werden derzeit ca. 32 Personen betreut. Von den durch die Vonovia angekündigten 100 Wohnungen für 'Housing First' wurde bis November 2024 17 Wohnungen an Mieter:innen übergeben. Weitere 6 Wohnungen befinden sich derzeit im Abstimmungsverfahren. In Frankfurt können bereits jetzt schon alle obdachlosen Personen mit einem Schlafplatz in einer Notschlafstelle oder Unterkunft versorgt werden. Die Versorgung von Personen mit psychischen Auffälligkeiten oder Erkrankungen sowie Sucherkrankungen, kann aber oft nicht über das vorgehaltene Regelsystem gedeckt werden. Hier müssen neue Ansätze entwickelt, und funktionierende Konzepte ausgebaut werden. Es werden zurzeit weitere Plätze zur Unterbringung von obdachlosen Personen geschaffen (R18 auf ca. 60 Plätze erweitert) und die Unterbringung durch das 'Netzwerk zur Unterbringung besonders bedürftiger Personen im Bahnhofsviertel' fortgesetzt. Neue Ansätze zur Unterstützung psychisch kranker Personen auf der Straße werden etabliert. Hier wäre die aufsuchende Arbeit der Malteser zu nennen, die ihr Angebot in der aufsuchenden Arbeit erweitert haben und zusätzlich mit einem Psychiater aufsuchend im Bahnhofsviertel unterwegs sind. Weiter wurde beim sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamts ein Projekt initiiert, um obdachlose Personen aufzusuchen. Die aufsuchende Sozialarbeit wird weiter durch medizinische Angebote unterstützt. Besonders Konzepte, die individuelle Notlagen von Einzelpersonen und besonders vulnerablen Gruppen in den Fokus nehmen, müssen weiterentwickelt werden (Genesungszimmer, Pflegeheim, frauenspezifische Angebote). Um auf die zukünftige Bedarfslage besser reagieren zu können und angemessene Konzepte zu erarbeiten, wird dieser Prozess im Jugend- und Sozialamt derzeit strukturiert und gezielt ausgearbeitet.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 22. Oktober 2024AA 316Wohnungs- und Obdachlosigkeit in FrankfurtSTVV-Anfrage · Linke
- 24. Januar 2025Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 13 WochenBB 26Wohnungs- und Obdachlosigkeit in FrankfurtMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Linke, AfD und Volt Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Linke, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF, FRAKTION und BFF-BIG Sonstige Voten/Protokollerklärung: Stadtv. Yilmaz (= Kenntnis)