Paraffinische Dieselkraftstoffe für Fahrzeuge der Stadt
Zusammenfassung
Der Bericht schlägt die Nutzung von paraffinischen Dieselkraftstoffen, insbesondere HVO 100, als Übergangstechnologie zur Verbesserung der Klimabilanz der städtischen Fahrzeugflotte vor. Dies könnte kurzfristig zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen beitragen, während gleichzeitig die Abfallentsorgung in schwer zugänglichen Bereichen sichergestellt wird.
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Thema Umwelt und Energie verfolgenBericht
Paraffinische Dieselkraftstoffe können sowohl synthetisch (insbesondere aus Erdgas als GtL - Gas-to-Liquid und aus Strom als PtL - Power-to-Liquid) als auch aus biogenen Quellen (zum Beispiel aus hydrierten Pflanzenölen: HVO - Hydrotreated Vegetable Oils) hergestellt werden. HVO wiederum kann aus unterschiedlichen biogenen Quellen stammen, etwa aus Altspeiseöl oder Palmöl. Paraffinisch ist dabei ein chemischer Begriff, mit der gesättigte Kohlenwasserstoffe bezeichnet werden, der aber keine Aussage über den Rohstoff enthält.
Diese Kraftstoffe können daher keinesfalls grundsätzlich als nachhaltig eingestuft werden. So wurden 2020 etwa 80 Prozent des in Deutschland eingesetzten paraffinischen Dieselkraftstoffs aus Palmöl erzeugt, das zu Treibhausgas-Mehremissionen (vor allem durch indirekte Landnutzungseffekte) und zu sehr großen Biodiversitätsverlusten führt (Quelle: Bundes-Umweltministerium: https://www.bmuv.de/faq/was-sind-paraffinische-dieselkraftstoffe).
Die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) prüft derzeit, ob ein palmölfreier Ersatzkraftstoff aus hydrierten Restspeisefetten (HVO 100) als Übergangstechnologie genutzt werden kann, um die Klimabilanz der Fahrzeugflotte kurzfristig zu verbessern. Da dieser Kraftstoff nur in begrenzten Mengen zur Verfügung steht, wird jedoch damit gerechnet, dass es bei steigender Nachfrage zu starken Preissteigerungen kommen kann.
Die Anwendung von HVO 100 ist langfristig in Nischenbereichen denkbar. In der Müllentsorgung beispielsweise sind aktuell verfügbare batterieelektrisch betriebene Sammelfahrzeuge noch zu schwer, um mit Beladung bestimmte Straßen in Frankfurt zu befahren (zum Beispiel über die Tunnelbauwerke der B-Ebene der Hauptwache). Hier wäre der Einsatz herkömmlicher, mit Ersatzkraftstoff betriebener Dieselfahrzeuge eine sinnvolle Alternative, um die Abfallentsorgung in diesen Bereichen sicherzustellen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 2. Februar 2024NRNR 872Paraffinische Dieselkraftstoffe für Fahrzeuge der StadtSTVV-Antrag · GRÜNE, SPD, FDP, Volt
- 7. Juni 2024Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 18 WochenBB 231Paraffinische Dieselkraftstoffe für Fahrzeuge der StadtMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Linke, AfD, Volt, FRAKTION und BFF-BIG Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ELF und Gartenpartei (= Kenntnis)