Gedenktafel Hermine Speier am Archäologischen Museum
Zusammenfassung
Der Magistrat schlägt vor, eine Bronzetafel zur Erinnerung an Hermine Speier am Archäologischen Museum anzubringen. Diese Tafel soll ihre bedeutende Rolle in der Archäologie hervorheben und ihre Lebensgeschichte in einem historischen Kontext einbetten.
Dies ist eine KI-generierte Zusammenfassung. Diese kann Fehler beinhalten.
Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.
Unabhängig. Kostenlos. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.
Thema Kultur verfolgenBericht
Durch Anbringung einer Bronzetafel am oder im Archäologischen Museum die Erinnerung an Hermine Speier zu bewahren bzw. zu beleben, ist aus Sicht des Magistrats gebührend. Eine behutsame Überarbeitung des Inschriftentextes wäre jedoch angemessen, um die besondere Bedeutung ihres wissenschaftlichen Werkes und die Bedeutung ihrer Person für die Archäologie (im Besonderen ihre prägende Wirkung auf namhafte Vertreter der nachfolgenden Generation von Archäologen) vielleicht etwas profilierter zum Ausdruck zu bringen als mit der vorgeschlagenen Formulierung "Sie hat in Rom Archäologiegeschichte" geschrieben. Der Magistrat schlägt als Grundlage für die Erstellung der endgültigen Inschrift folgende Formulierung vor: Hermine Speier (Frankfurt 1898 - Montreux 1989) war eine der bedeutendsten klassischen Archäologinnen ihrer Zeit. Nach Kindheit und Jugend in Frankfurt und Promotion in Heidelberg wirkte sie 1925 -1928 an der Universität Königsberg. Ab 1928 war sie am Deutschen Archäologischen Institut in Rom angestellt, bis sie 1934 als Jüdin dort entlassen wurde. Daraufhin erfolgte ihre Anstellung als erste Akademikerin und Jüdin im Vatikan. 1938 wurde sie von den Behörden des faschistischen Italiens als deutsche Jüdin vorübergehend in Schutzhaft genommen. 1939 konvertierte sie zum Katholizismus. Seit 1941 war sie staatenlos. Unter der deutschen Besatzung Roms 1943/44 entging sie versteckt in dem Benediktinerinnenkloster der Priscilla-Katakombe der Deportation der jüdischen Bevölkerung Roms und überlebte die Shoa. Bis zu ihrer Pensionierung 1966 war sie Mitarbeiterin der Vatikanischen Museen, ab 1961 verantwortlich für die Antikensammlung. Ihr Grab mit der Inschrift "Leben ist Liebe" befindet sich auf dem Campo Santo Teutonico im Vatikan. Eine Kontextualisierung der Tafel ist auch aus Sicht des Magistrats erforderlich bzw. wünschenswert. Die Biografie von Hermine Speier, ihr wissenschaftliches Werk sowie ihr beruflicher Werdegang als Frau in einer damals nahezu ausschließlich männlich geprägten Wissenschaft - der ihre akademische Karriere nachweislich von Beginn an stark einschränkte - ebenso wie ihre Verfolgung im Zuge der nationalsozialistischen Rassengesetze und insbesondere ihre Zeit in Rom während der deutschen Besatzung, in der sie in ständiger Lebensgefahr lebte, könnten einen wichtigen biografischen und zeithistorischen Aspekt mit Bezug zu Frankfurt in die Ausstellung des Archäologischen Museums einbringen. Denkbar ist eine im Ausstellungsbereich zum antiken Italien anzubringende Wandtafel mit Foto (es gibt z.B. ein sehr aussagekräftiges Foto von Hermine Speier vor einer Grabfassade in der Etruskerstadt Tarquinia) und näheren Informationen zu ihrem Lebensweg und ihrer Arbeit als Archäologin in Deutschland und in Rom, ihrer wissenschaftsgeschichtlichen Bedeutung und ihrem Schicksal als rassisch Verfolgte. Möglicherweise ließe sich auch eine Vitrine mit thematisch einschlägigen Exponaten einrichten.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 3. Dezember 2025NRNR 1467Gedenktafel Hermine Speier am Archäologischen MuseumSTVV-Antrag · CDU
- 17. April 2026Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 19 WochenBB 144Gedenktafel Hermine Speier am Archäologischen MuseumMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, Linke, AfD, Volt, FDP und ÖkoLinX-ELF-PARTEI Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-DFRA-FREIE WÄHLER und BSW (= Kenntnis)