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Vereinsamung älterer Menschen

Vorlagentyp: B
16 Wochen bis zur Antwort2 Stationen im Verfahren1 Sitzung

Zusammenfassung

Der Bericht thematisiert die Einsamkeit älterer Menschen in Frankfurt am Main und schlägt verschiedene Maßnahmen vor, um deren soziale Teilhabe zu fördern. Ziel ist es, durch gezielte Angebote und Unterstützung die Lebensqualität älterer Bürger:innen zu verbessern und Einsamkeit entgegenzuwirken.

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Thema Senioren verfolgen

Bericht

Lt. einer Publikation des Deutschen Zentrums für Altersfragen aus dem Jahr 2021 zum Thema "Einsamkeit in der Corona-Pandemie" ist Einsamkeit ein subjektives Gefühl, das entsteht, wenn zwischen den eigenen sozialen Erwartungen und den tatsächlichen Gegebenheiten eine Diskrepanz besteht. Das Gefühl der Einsamkeit ist für sich allein keine Krankheit. Sie kann aber gesundheitsgefährdend sein und die Lebensqualität erheblich mindern, wenn eine schwierige Lebenssituation aufgrund sozioökonomischer oder psychosozialer Umstände hinzukommt bzw. diese Lebenssituation das Gefühl der Einsamkeit (mit-)bewirkt hat. Das Phänomen der Einsamkeit ist nicht gleichzusetzen mit der objektiven Gegebenheit alleine zu wohnen oder keine Familie oder Lebenspartner:in zu haben. Einsamkeit ist nicht beobachtbar, allerdings können eine zurückgezogene Lebensweise und eine schwierige, belastende Lebenssituation Hinweise dafür sein, dass sich eine Person einsam fühlen könnte. Vor diesem Hintergrund ist es u.E. nicht möglich, ein System zu etablieren, das in der Lage ist, soziale Einrichtungen über ältere Menschen zu informieren, die sich einsam fühlen und darunter leiden. Vielmehr gilt es Angebote und Maßnahmen zu entwickeln, die von diesen Menschen angenommen und genutzt werden können. Im Bereich der Altenarbeit/Altenhilfe mit und für ältere Menschen gibt es unterschiedliche Angebote der freien Träger der Wohlfahrtspflege und Altenhilfe, der Vereine und Initiativen sowie der Stadtverwaltung, die einer nicht freiwillig gewählten zurückgezogenen Lebensweise entgegenwirken können. Es gibt Hilfsangebote und Unterstützung für ältere Personen, die sich in einer schwierigen und für sie belastenden Lebenssituation befinden, um diese positiv zu verändern und damit ihre Auswirkungen zu mindern oder zu unterbrechen. Sicher gestellt werden soll durch die Angebote die soziale, kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe der älteren Bürger:innen Frankfurts. Der Besuch von offen Treffs, Kursen, Vorträgen oder zu anderen Gelegenheiten in den Begegnungsstätten der Träger der freien Wohlfahrtspflege, der Mehrgenerationenhäuser oder der christlichen Kirchengemeinden, der Migrantenorganisationen und religiösen Zuwanderer-Gemeinden, bietet die Möglichkeit, sich mit anderen zu treffen, Menschen kennenzulernen und gemeinsam etwas zu unternehmen. Neben diesen Angeboten gibt es die Beratungsangebote im Rathaus für Senioren und in den Sozialrathäusern. Dort gibt es Informationen zu allen Fragen des Älterwerdens, die die Freizeitgestaltung ebenso einschließen, wie die Möglichkeiten, sich freiwillig zu engagieren oder Unterstützung und Hilfe im Rahmen von Pflege und Betreuung in Anspruch zu nehmen. Diese weitgehend auf eine Komm-Struktur basierenden Angebote der Altenhilfe werden zunehmend durch Angebote mit einer Zugehenden-Struktur ergänzt, die einer Vereinsamung älterer Frankfurter:innen entgegenwirken können. Im Bereich der Offenen Altenhilfe sind dies beispielsweise folgende Projekte: "Wegbegleiter & Interkulturelle Öffnung (IKÖ)", Caritasverband Frankfurt e.V. - Freiwillig engagierte Wegbegleiter:innen verschiedener Nationalitäten begleiten älterer Migrant:innen in ihrer jeweiligen Muttersprache zu Hause, im Krankenhaus und im Pflegeheim. Sie unterstützen sie bei Behördengängen, beim Wahrnehmen von sozialen Gesundheits- und Pflegeleistungen und bei der Klärung verschiedenster Bedarfe. Entscheidend ist dabei der Aufbau einer vertrauensvollen und langjährigen Beziehung. Das Projekt "PontiFeen" des Interkulturellen Begegnungs- und Servicezentrum Fechenheim, Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe e.V. - Ziel ist es die Hemmschwelle zu reduzieren, alleine am sozialen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Ältere Menschen mit gleichen Interessen und Vorlieben treten miteinander in Kontakt und nehmen gemeinsam Aktivitäten "außer Haus" wahr. Auch im Rahmen des Frankfurter Programms "Würde im Alter - Zugehende Beratung, Betreuung und Begleitung zu Hause" gibt es Angebote für ältere Bürger:innen, deren soziale, kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe eingeschränkt ist. So zum Beispiel das Angebot "Präventive Hausbesuche - West", eine zugehende präventive Gesundheitsberatung für ältere Bürger:innen in den westlichen Stadtteilen Frankfurts, Caritasverband Frankfurt e.V. oder das Programm "Gemeinschaft wagen - Initiative gegen Einsamkeit im Alter", Diakoniestation Frankfurt am Main gGmbH. Für die älteren Frankfurter:innen, die sich in einer für sie hochbelastenden und existenzgefährdenden Lebenssituationen wie z. B. eines drohenden Wohnungsverlustes befinden, gibt es spezifische zugehende Angebote. Ein solches Angebot ist z. B. die "Offene Hilfen für ältere Menschen" der Kontakt - Freie Alten- und Krankenpflege gGmbH. Es umfasst die psychosoziale Begleitung älterer Personen, die eine Soforthilfe benötigen und bisher keinen Zugang zum Hilfesystem der Stadt Frankfurt hatten. Ziel ist es, die Lebenssituation der älteren Personen durch die Sicherung einer Versorgungskontinuität sowie durch die Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags und ggf. die Vermittlung weiterer erforderlicher Hilfen zu stabilisieren. Eine solche Vermittlung gelingt, wenn die Mitarbeiter:innen über gute Netzwerke verfügen. Eingebunden in diese Netzwerke sind die jeweils zuständigen Sozialrathäuser ebenso wie die Sozialbezirksvorsteher:innen/Sozialbezirkspfleger:innen und weitere Akteure, wie z. B. die Wohnungsgesellschaft vor Ort. Auch Initiativen, wie das Netzwerk Neue Nachbarschaften wollen dazu beitragen, einen Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben im Alter zu verhindern. Das Netzwerk ist ein selbstgesteuerter Zusammenschluss von Frankfurter Bürger:innen. Ein Mitmachen aller Interessierten in einem Stadtteil ist möglich, es gibt keine Ausschlusskriterien. Auf Vereinsstrukturen wird verzichtet, dementsprechend gibt es keine Mitgliedschaften. Die einzelnen Gruppen, die sich quartiersbezogen bilden, sind unabhängig und selbstbestimmt. Einzige Voraussetzung ist die Übernahme von Verantwortung und die mit ihr verbundene Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit. Ziel aller Beteiligten des Netzwerkes ist es, ein Leben auch in hohem Alter bzw. bei zunehmender Hilfebedürftigkeit im gewohnten Stadtteil zu ermöglichen. Dies soll durch das Entstehen und den Aufbau von Nachbarschaftszirkeln verwirklicht werden. In solchen Nachbarschaftszirkeln soll Hilfe im Bedarfsfall auf Gegenseitigkeit geleistet werden. Die Einsamkeitsprävention alter und älterwerdender Menschen ist ein wesentliches und kontinuierliches Thema der Sozialbezirksvorsteher:innen im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Schon weit vor der Pandemie wurde hier entsprechend thematisch sensibilisiert. Um mit diesen Problemfeldern adäquat umzugehen, tauschen sich die Sozialbezirksvorsteher:innen zwei Mal im Jahr im Rahmen einer Praxisreflexion aus. Dort findet unter professioneller Anleitung eine Fallarbeit statt, wie sie analog in Bereichen der sozialen Arbeit zu finden ist. Darüber hinaus treffen sich die Sozialbezirksvorsteher:innen regelhaft in monatlichem Turnus mit ihren Teams der Sozialbezirkspfleger:innen. Dort besteht auch die Gelegenheit, im Rahmen einer kollegialen Beratung schwierige Fälle zu besprechen und Lösungen zu entwickeln. Im Rahmen der Wohnberatung der Leitstelle Älterwerden des Jugend- und Sozialamtes wurden Smart-Home-Lösungen bisher nicht nachgefragt. In den meisten Fällen verfügen die Klient:innen nicht über einen Zugang zum Internet und haben auch wenig bis keine Erfahrung in der Handhabung digitaler Geräte. In vereinzelten Fällen wurde zu automatischen fernbedienbaren Türöffnern mit digitaler Funktionsweise beraten. Bei Bedarf besteht die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit der Hessischen Fachstelle für Wohnberatung in Kassel Lösungen zu erarbeiten.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 15. Dezember 2021AA 76Vereinsamung älterer MenschenSTVV-Anfrage · CDU
  2. 4. April 2022Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 16 Wochen
    BB 139Vereinsamung älterer Menschen
    Magistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf1 Beratung
Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 7 · 28.04.2022
TO I, TOP 16
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 139 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDLinkeAfDFRAKTION
Sonstige:
FDP (Kenntnis)Volt (Kenntnis)ÖkoLinX-ELF (Kenntnis)BFF-BIG (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., AfD und FRAKTION Sonstige Voten/Protokollerklärung: FDP, Volt, ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG (= Kenntnis)

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