Gesundheitserziehung bei Kinder und Jugendlichen
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Thema Schulen und Bildung verfolgenInhalt
Anfrage vom 27.06.2008, A 580
Betreff: Gesundheitserziehung bei Kinder und Jugendlichen Dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KIGGS) zu Folge sind 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen von 3-17 Jahren übergewichtig. Der Anteil psychisch auffälliger Kinder und Jugendlicher wird mit 8-15 Prozent angegeben. Die hessischen Schuleingangsuntersuchungen ermitteln für Sprachstörungen eine Häufigkeit von ca. 12 Prozent und für Koordinationsstörungen von ca. 8 Prozent. Laut den Schuleingangsuntersuchungen in Hessen von 2002-05 hatten ca. 4 Prozent der Kinder starkes Untergewicht und knapp 5 Prozent starkes Übergewicht. Im Hessischen Kinder- und Jugendgesundheitsbericht von 2006 wird u. a. der Fitness der Kinder und Jugendlichen eine negative Entwicklung bescheinigt. Essstörungen wie Magersucht und Bulimie treten häufig ab dem Alter von 14 Jahren auf. Laut einer WHO-Studie liegen die deutschen Kinder und Jugendlichen bei der Unzufriedenheit mit dem eigenen Gewicht zusammen mit Slowenien und Belgien an der Spitze der 35 untersuchten Länder. Nicht nur den Schulen und Kindergärten, auch den Kitas kommt bei der Vorbeugung und der Bekämpfung dieser Probleme eine besondere Bedeutung zu. Prävention, Gesundheitsaufklärung und -förderung umfasst dabei eine Vielzahl an Maßnahmen und Aktivitäten, mit denen die Stärkung der Gesundheitsressourcen und -potentiale der Kinder und Jugendlichen erreicht werden kann. Vor dem Hintergrund der sich weiter verschlechternden Ernährungsgewohnheiten bei Kindern und Jugendlichen sowie dem mangelnden Gesundheitsbewusstsein ist es dringend geboten, dem Thema Gesundheitserziehung noch mehr politische Aufmerksamkeit zu schenken. Dies vorausgeschickt bitten wir um Beantwortung folgender Fragen: 1.) In wie fern fließen die Gesundheitsziele der WHO (hier insb. die Ziele 4 und 11) sowie die nationalen Gesundheitsziele des Bundesministeriums für Gesundheit (hier insb. die Ziele 4 bis 9) und die Erkenntnisse und Ergebnisse aus oben genannten Studien und Erhebungen in die Arbeit des städtischen Gesundheitsamtes, der Kitas, Kindergärten und Schulen ein? 2.) An welchen Programmen des Landes und der Hessischen Arbeitsgemeinschaft zur Gesundheitserziehung e. V. (HAGE) zur Gesundheitsaufklärung und -förderung, wie zum Beispiel "FIT KID. Die Gesund-Essen-Aktion für Kitas", "Mehr Bewegung in den Kindergarten", "KiGa-Go! Aktion Aktive Kinder" und "Bewegung in der Schule", haben in der Vergangenheit Kitas, Kindergärten, Grund- und weiterführende Schulen in Frankfurt am Main teilgenommen? 3.) In der Projektdatenbank der HAGE sind aktuell (23.06.08) nur sechs Frankfurter Schulen mit Projekten zur Gesundheitsförderung aufgeführt. Welche Möglichkeiten sieht der Magistrat, Frankfurter Schulen mehr über die Projekte und Konzepte zum Thema Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aufzuklären sowie zur Teilnahme zu ermuntern? 4.) Wie beurteilt der Magistrat die Idee, ein kommunales Verzeichnis mit einer Übersicht der nach Altersstufen gestaffelt wichtigsten Gesundheitsprobleme von Kindern und der jeweils entsprechenden Beratungs- sowie Therapieangebote mit dem Ziel aufzustellen, mehr Transparenz und Übersichtlichkeit über die präventiven und gesundheitsförderlichen Angebote unterschiedlichster Anbieter in der Stadt Frankfurt am Main zu schaffen? 6.) Wie bewertet der Magistrat das 2002/03 an einer Grundschule in Dreieich (Landkreis Offenbach) durchgeführte "Programm für integrierte Fitnessförderung (PFIFF)", welches als Modellprojekt einer ganzheitlichen Gesundheitsförderung angesehen werden kann, und in wie fern orientiert sich die Stadt Frankfurt am Main in ihrer Arbeit an einem solchen ganzheitlichen Gesundheitskonzept? 7.) In wie fern sieht der Magistrat in der Gesundheitserziehung auch Angebote und Beratungen für die Eltern betroffener Kinder und Jugendlichen vor? 8.) Wie werden die Angebote und Programme der beim Stadtgesundheitsamt angesiedelten AG "Ernährungsgesundheit" und der mitarbeitenden Träger wie "Balance" e. V. und dem "Frankfurter Zentrum für Essstörungen" gGmbH angenommen und liegen hierzu konkrete Daten vor? 9.) Plant der Magistrat eine Ausweitung seiner Aktivitäten zur Gesundheitsförderung und -erziehung bei Kindern und Jugendlichen und wenn ja, in welchem finanziellen Rahmen, und wenn nein, warum nicht?
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 27. Juni 2008Sie sind hierAA 580Gesundheitserziehung bei Kinder und JugendlichenSTVV-Anfrage · FDP
- 19. September 2008Antwort des Magistrats · nach 12 WochenBB 598Gesundheitserziehung bei Kindern und JugendlichenMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine schriftliche Frage von Stadtverordneten oder Fraktionen an den Magistrat. Die Antwort erfolgt schriftlich innerhalb von drei Monaten und fließt in spätere Beratungen ein.
- 1Stadtverordnete stellen Anfrage
- 2Magistrat antwortet schriftlich
- 3Antwort fließt in Beratungen ein
Frist: 3 Monate