Luftschadstoffe am Lerchesberg
Strassenzuordnung nur automatisch
und dadurch werden alle gefundenen
Strassenabschnitte als Punkte angezeigt.
Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.
Unabhängig. Kostenlos. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.
Thema Verkehr und Straße verfolgenInhalt
Anfrage vom 20.11.2012, A 246
Betreff: Luftschadstoffe am Lerchesberg Mit dem Bericht B 321 vom 16.07.2012 beantwortete der Magistrat die Anfrage A 153 vom 01.05.2012. Gegenstand er Anfrage war die Belastung mit Luftschadstoffen im Stadtgebiet Frankfurt. Der Magistrat führt im Bericht aus, dass ein pauschaler Vergleich zwischen Emissionen und Immissionen falsch sei und daher von einer bestimmten Zunahme der Emissionen aus dem Flugverkehr nicht auf eine entsprechende Zunahme der Immissionen geschlossen werden könne. Insgesamt sei der "aktuelle und zukünftige Immissionsbeitrag des Luftverkehrs ... verhältnismäßig gering". Daher erwartet der Magistrat auch durch einen zunehmenden Flugverkehr keine wesentliche Zunahme der Immissionen - insbesondere von Stickstoffdioxid (NO2). Als Emittentengruppe mit dem höchsten Immissionsbeitrag für NO2 sei nach wie vor der Kraftfahrzeugverkehr zu nennen. Daher müssten sich Maßnahmen zur Reduzierung der Immissionen auch primär auf eine Verminderung des motorisierten Individualverkehrs konzentrieren. Da gemessene Immissionen grundsätzlich nicht einer bestimmten Quelle bzw. Gruppe (z.B. Kfz-Verkehr oder Flugverkehr) zuzuordnen sind, sei am 16.05.2012 auf dem Frankfurter Lerchesberg eine neue Luftmessstation in Betrieb genommen worden, die direkt in niedriger Höhe überflogen wird und "nicht durch benachbarte Direktemittenten beeinträchtigt" werde. Ergebnisse aus dem ersten Halbjahr dieser Station liegen nunmehr vor (s. Abb. 1 und 2, Tab. 1). Die Abbildung 1 zeigt den Verlauf der PM10-Konzentrationen. Hierbei fällt auf, dass alle 3 Kurven einen gleichartigen Verlauf mit erheblichen Schwankungen zeigen. Dabei finden sich zwischen den einzelnen Kurven teilweise nur sehr geringe Unterschiede, obwohl die Emissionen an den jeweiligen Messstellen sehr unterschiedlich sind. So ist z.B. der Kfz-Verkehr an der Messstelle Ffm-Friedberger mindestens um den Faktor 100 höher als an der Messstelle Ffm-Lerchesberg oder am Feldberg. Die Mittelwerte über den gesamten betrachteten Zeitraum liegen zwischen etwa 10 und 20 μg/cbm. Die Werte zeigen daher, dass bei PM 10 die Emissionen am Messort auf die Messwerte nur einen geringen Einfluss besitzen, d.h. die Immissionen im Wesentlichen durch die Verteilung und damit die Luftbewegungen bestimmt werden. Dagegen zeigen die Kurvenverläufe für NO2 ein völlig anderes Bild. Die ermittelten Kurven zeigen zwischen den einzelnen Messstellen deutliche Unterschiede. Dabei liegen die am Feldberg gemessenen Werte über den gesamten Zeitraum bei unter 1 μg/cbm, während an den 2 Frankfurter Messstellen Werte zwischen ca. 20 und 100 μg/cbm gemessen wurden. Dabei unterliegen die einzelnen Werte an den 2 Frankfurter Messstellen deutlichen Schwankungen, die sich jedoch in allen Kurven synchron wiederfinden. Am auffälligsten ist jedoch, dass die Werte am Lerchesberg im Vergleich zu denen an der Friedberger Landstraße durchweg nur um den Faktor 2 bis 3 niedriger sind. Auch wenn - wie der Magistrat zutreffend ausführt - die Immissionen grundsätzlich nicht einem bestimmten Emittenten zugeordnet werden können, stellt sich die Frage nach dem Emissionsquellen. Nach Angaben des HLUG sind die wichtigsten Emittenten für NO2 in Frankfurt der Kfz-Verkehr (40 %), Flugverkehr (28 %), Industrie (21 %) und Gebäudeheizungen (11 %). Die letztgenannte Quelle kann bei den vorliegenden Werten aufgrund der Jahreszeit (Mai bis Oktober) keine Rolle spielen. Bislang wurde davon ausgegangen, dass die an der Friedberger Landstraße gemessenen NO2-Immissionen ganz überwiegend - und zu deutlich mehr als 40 % - aus dem in unmittelbarer Nähe zur Messstelle stattfindenden starken Kfz-Verkehr stammen und nur zu einem geringen Anteil aus den beiden anderen Quellen (Industrie und Luftverkehr). Begründet wurde dies damit, dass der Kfz-Verkehr in unmittelbarer Nähe zur Messstelle stattfindet, während Industrieanlagen weit entfernt sind und Flugzeuge die Messstelle nur in großer Höhe und Entfernung überfliegen. Dies erscheint insgesamt plausibel und erklärt die Werte der drei Messstellen Ffm-Friedberger, Ffm-Ost und Feldberg. Es stellt sich jedoch die Frage, aus welchen Quellen die am Lerchesberg gemessenen Immissionen stammen. Industrieanlagen scheiden aus und der Kfz-Verkehr in der Umgebung der Messstelle ist nur geringfügig und liegt - im Vergleich zur Friedberger Landstrasse - sicher bei unter einem Prozent. Würde die Aussage des Magistrats zutreffen, dass der Luftverkehr nur einen geringen Beitrag zu den Immissionen liefert, müsste der Kurvenverlauf am Lerchesberg etwa dem am Feldberg entsprechen, d.h. Mittelwerte in der Größenordnung von etwa 1 μg/cbm zeigen. Tatsächlich liegen die Mittelwerte jedoch bei etwa 20 μg/cbm. Als Emissionsquelle kommt primär - nach weitgehendem Ausschluss anderer Quellen - nur der Luftverkehr in Betracht. Nach Angaben der Fraport AG werden sich die NO2-Emissionen aus dem Luftverkehr - ausgehend von der derzeitigen Situation - bis zum Jahr 2020 um ca. 110 % erhöhen, mithin also mehr als verdoppeln. Unter der Annahme, dass die NO2-Immissionen am Lerchesberg ganz überwiegend aus dieser Quelle stammen, ist daher auch mit einer entsprechenden Zunahme dieser Immissionen zu rechnen. Hierbei wäre auch eine regelmäßige Überschreitung des zulässigen Grenzwertes zu erwarten. Diese Grenzwertüberschreitung wäre dann jedoch - im Gegensatz zum übrigen Stadtgebiet - nicht durch Reduktion der Emissionen aus anderen Quellen - Kfz oder Gebäudeheizung - kompensierbar. Vor diesem Hintergrund fragen wir den Magistrat:
- Sind dem Magistrat die Messwerte des HLUG bekannt ?
- Aus welchen Quellen stammen nach Auffassung des Magistrats das am Lerchesberg gemessene NO2-Immissionen ?
- Bleibt der Magistrat weiterhin bei seiner Bewertung, dass der Luftverkehr - jedenfalls am Lerchesberg - nur einen geringen Anteil an den Immissionen besitzt ?
- Welche konkreten Maßnahmen schlägt der Magistrat vor, um die NO2-Immissionen am Lerchesberg zu reduzieren und für die Zukunft Grenzwertüberschreitungen zu verhindern ? Abbildung 1 Verlauf der PM10-Werte an 3 Stationen (1 Ffm-Friedberger, 2 Ffm-Lerchesberg, 3 Feldberg) für den Zeitraum 01.05.2012-31.10.2012 (HLUG) Abbildung 2 Verlauf der NO2-Werte an 3 Stationen (1 Ffm-Friedberger, 2 Ffm-Lerchesberg, 3 Feldberg) für den Zeitraum 01.05.2012-31.10.2012 (HLUG) PM 10 (μg/cbm) NO2 (μg/cbm) Ffm-Lerchesberg 18,3 15,5 Ffm-Friedberger 50,4 21,9 Feldberg 0,6 10,4 Tabelle 1 Mittelwerte für PM 10 und NO2 an 3 Stationen (Ffm-Friedberger, Ffm-Lerchesberg und Feldberg) für den Zeitraum 01.05.2012-31.10.2012 (HLUG)
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 20. November 2012Sie sind hierAA 246Luftschadstoffe am LerchesbergSTVV-Anfrage · RÖMER
- 28. Januar 2013Antwort des Magistrats · nach 10 WochenBB 54Luftschadstoffe am LerchesbergMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine schriftliche Frage von Stadtverordneten oder Fraktionen an den Magistrat. Die Antwort erfolgt schriftlich innerhalb von drei Monaten und fließt in spätere Beratungen ein.
- 1Stadtverordnete stellen Anfrage
- 2Magistrat antwortet schriftlich
- 3Antwort fließt in Beratungen ein
Frist: 3 Monate