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Kritik an der Wärmeplanung der Stadt Frankfurt

Vorlagentyp: AAfD
13 Wochen bis zur Antwort2 Stationen im Verfahren

Zusammenfassung

Der Verband der Immobilienverwalter Hessens (VDIV) äußert Bedenken gegenüber der Wärmeplanung der Stadt Frankfurt und warnt vor erheblichen Risiken sowie potenziellen Fehlentscheidungen für Eigentümer und Verwalter von Immobilien. Hauptanliegen sind die Unklarheiten hinsichtlich der zukünftigen Wärmeversorgung und die Notwendigkeit einer stärkeren Einbindung der Immobilienwirtschaft in den Planungsprozess.

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Fragen an den Magistrat

Der Verband der Immobilienverwalter Hessens (VDIV) warnte kürzlich hinsichtlich des Entwurfs der kommunalen Wärmeplanung der Stadt Frankfurt vor erheblichen Risiken bei der praktischen Umsetzung. Unter anderem die FNP berichtete hierüber am 18.05.2026. So fordere der Verband mehr Planungssicherheit, schnellere Verwaltungsverfahren und eine stärkere Einbindung der Immobilienwirtschaft. Andernfalls drohten Eigentümern kostspielige Fehlentscheidungen. Die Stadt Frankfurt will ihre Wärmeversorgung bis spätestens 2045 "klimaneutral" organisieren. Hierbei spiele der Wohnungsbestand eine Schlüsselrolle, denn nach Angaben des VDIV entfallen rund 40 Prozent des Wärmeenergieverbrauchs in diesen Bereich. Entsprechend direkt betroffen seien Eigentümer, Vermieter und Verwalter. Besonders kritisch sehe der Verband die Unsicherheit über die Zukunft der Wärmeversorgung in einzelnen Quartieren. Für Eigentümergemeinschaften sei derzeit oft unklar, ob Fernwärme komme, bestehende Gasinfrastruktur noch eine Zukunft habe oder Wärmepumpen die dauerhafte Lösung sein sollen. Ohne verlässliche Aussagen dazu, welche Quartiere langfristig mit Fernwärme versorgt werden und wo dezentrale Lösungen vorgesehen sind, drohten teure Fehlinvestitionen. Gerade bei Wohnungseigentümergemeinschaften sei das problematisch, weil Investitionen dort oft langwierige Abstimmungsprozesse erforderten. Eine belastbare Orientierung sei für Verwalter und Eigentümer erforderlich. Ein zentrales Problem sieht der Verband in der Transformation des Gasnetzes. Der Wärmeplan sehe perspektivisch Stilllegungen oder Umwidmungen vor. Doch aus Sicht des VDIV fehlten konkrete Zeitpfade. Damit entstehe die Gefahr, dass Eigentümer jetzt noch in Technik investieren, die mittelfristig wertlos werden könnte. Kritisch sehe der Verband auch die Geschwindigkeit der Verwaltung. Genehmigungsprozesse seien schon heute kompliziert, die angekündigte Beschleunigung greife laut Plan aber erst ab 2027. Hinzu komme ein praktischer Engpass: Die Wärmeplanung setze auf einen massiven Ausbau von Wärmepumpen, Fernwärme, Energieberatung und Sanierungen. Schon jetzt fehlten dafür aber vielerorts die entsprechenden Fachkräfte. Der VDIV warne deshalb davor, dass politische Ziele an der Realität scheitern könnten. Auch die Gefahr von sozialen Konflikten sieht der VDIV aufgrund der Wärmeplanung der Stadt, denn energetische Sanierungen müssten mit Mieterschutz, Milieuschutzsatzungen und der Zahlungsfähigkeit von Eigentümern vereinbar sein. Andernfalls drohten Konflikte in Eigentümergemeinschaften und zwischen Mietern und Vermietern. Konkret fordere der Verband eine feste Einbindung von Immobilienverwaltern in die Steuerung der Wärmeplanung, verständliche digitale Karten zu den Quartiersplänen, Wohnungseigentümergemeinschafts(WEG)-taugliche Förderprogramme und rechtssichere Übergangsregeln für bestehende Heizsysteme. Vor diesem Hintergrund fragen wir den Magistrat:

  1. Wann wird es voraussichtlich verlässliche Angaben darüber geben, welche städtischen Quartiere langfristig mit Fernwärme versorgt werden und wo dezentrale Lösungen vorgesehen sind?
  2. Wann wird es voraussichtlich konkrete Zeitpfade hinsichtlich der im Wärmeplan vorgesehenen Umwidmungen oder Stilllegungen des Gastnetzes geben?
  3. Welche positiven Auswirkungen einer Beschleunigung der Verwaltungsverfahren sind noch in diesem Jahr und in den darauffolgenden zwei Jahren konkret zu erwarten?
  4. Welche Risiken sieht der Magistrat aufgrund des Fachkräftemangels hinsichtlich seiner politischen Ziele eines angestrebten massiven Ausbaus von Wärmepumpen, Fernwärme, Energieberatung und Sanierungen?
  5. Welche sozialen Konflikte in Eigentümergemeinschaften und zwischen Mietern und Vermietern sieht der Magistrat infolge von teuren energetischen Sanierungen drohen und welche Möglichkeiten sieht er, um diese ggf. zu verhindern?
  6. Welche Möglichkeiten sieht der Magistrat, um eine feste Einbindung von Immobilienverwaltern in die Steuerung der Wärmeplanung zu gewährleisten?
  7. Wann ist mit der Bereitstellung von verständlichen digitalen Karten zu den Quartiersplänen zu rechnen?
  8. Wann ist mit der Bereitstellung von WEG-tauglichen Förderprogrammen zu rechnen?
  9. Wann ist mit der Bereitstellung von rechtssicheren Übergangsregeln für bestehende Heizsysteme zu rechnen?
  10. Inwiefern sieht der Magistrat sein politisches Ziel einer sogenannten klimaneutralen Wärmeversorgung der Stadt Frankfurt bis spätestens zum Jahr 2045 als alternativlos an?

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 3. Juni 2026Sie sind hier
    AA 10Kritik an der Wärmeplanung der Stadt Frankfurt
    STVV-Anfrage · AfD
  2. 4. September 2026Antwort des Magistrats · nach 13 WochenBB 270Kritik an der Wärmeplanung der Stadt FrankfurtMagistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

AAnfrage in der Stadtverordnetenversammlung

Eine schriftliche Frage von Stadtverordneten oder Fraktionen an den Magistrat. Die Antwort erfolgt schriftlich innerhalb von drei Monaten und fließt in spätere Beratungen ein.

  1. 1Stadtverordnete stellen Anfrage
  2. 2Magistrat antwortet schriftlich
  3. 3Antwort fließt in Beratungen ein

Frist: 3 Monate

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