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Anforderungen der ÖPNV-Nutzerinnen stärker berücksichtigen

Vorlagentyp: STMagistrat
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Stellungnahme des Magistrats vom 04.06.2008, ST 947

Betreff:

Anforderungen der ÖPNV-Nutzerinnen stärker berücksichtigen

Nach Abschluss des Modellprojektes Zeilsheim hat die bei traffiQ gegründete Projektarbeitsgruppe, die in enger Verzahnung mit dem Frauenreferat gearbeitet hat, ihren Abschlussbericht vorgelegt, der in dieser Stellungnahme dokumentiert wird.

A. Einleitung: Grundlage der Untersuchung waren die folgenden Datenquellen:

Verbunderhebung 2004

2004 fand im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) die so genannte Verbunderhebung statt – eine aufwendige Zählung der Fahrgäste im gesamten RMV-Gebiet. traffiQ hat die Stichprobe für Frankfurt deutlich erhöht, um repräsentative Aussagen für die Stadt Frankfurt möglich zu machen. traffiQ hat ebenfalls erreicht, dass bei der Zählung Geschlecht, Altersgruppe und Fahrtzweck der Fahrgäste erhoben werden. Mit diesen Daten ist es möglich, geschlechtsspezifische Aussagen über einzelne Linien zu machen.

Ergebnisse des Projekts Zeilsheim

2005 hat traffiQ eine Modellprojektgruppe gegründet, die sich mit der Entwicklung eines kundenfreundlichen Busangebotes unter Anbindung der neuen S-Bahn-Station Zeilsheim unter Berücksichtigung von Gender-Mainstreaming-Aspekten beschäftigt hat. Das Frauenreferat der Stadt war in die Projektgruppe eingebunden.

Gutachten zum Thema Sicherheit im ÖPNV

Im Jahr 2006 wurde von traffiQ ein Gutachten zum Thema Subjektive Sicherheit im ÖPNV in Auftrag gegeben. Die Erkenntnisse zu sicherheitsrelevanten Faktoren und den geschlechtsspezifischen Besonderheiten aus diesem Gutachten werden in diesem Bericht wiedergegeben.

Kundenbarometer

Im Auftrag von traffiQ werden jährlich Kundinnen und Kunden des Frankfurter Nahverkehrs telefonisch nach ihrer Zufriedenheit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln befragt.

Bürgerbefragung

Das Bürgeramt für Statistik und Wahlen führt jährlich eine schriftliche Befragung in der Frankfurter Bevölkerung durch, die repräsentative Aussagen für die Frankfurterinnen und Frankfurter unter anderem zur Mobilität ermöglicht.

B. Allgemeine Betrachtungen

Allgemeine Einflussfaktoren auf das subjektive Sicherheitsempfinden

(aus "Sicherheit – ein Imagefaktor für den ÖPNV in Frankfurt?“)

  1. Persönliche Voraussetzungen Alter, Geschlecht, Gesundheit, Persönliche Erlebnisse, Wissen vom Hörensagen, Bekanntheitsgrad der Umgebung (des ÖPNV-Systems)
  2. Zeit Tageszeit, Wartezeit
  3. Information Verlässlichkeit des Angebots, Bekanntheitsgrad von Einrichtungen und Maßnahmen, Wissen aus den Medien, Orientierungshilfen
  4. Präsenz anderer Menschen Personal in Berufskleidung, Sicherheitspersonal und Polizei, Bekannte Gesichter, Fremde Menschen, Angenehme/Unangenehme Personen, (Jugend-)Gruppen
  5. Räumliche Gegebenheiten Erscheinungsbild von Haltestellen und Fahrzeugen, Helligkeit und Beleuchtung, Transparenz und Übersichtlichkeit, Instandsetzung, Ordnung und Sauberkeit, Vorhandene Technik (Notruf, Videokameras), Orientierungshilfen, Serviceangebote (Kiosk, Taxi), Image einer Örtlichkeit (hot spots) Verunsichernde Faktoren im ÖPNV -System Betrachtet man das System ÖPNV, so ist festzustellen, dass sich das Unsicherheitsempfinden von Fahrgästen insbesondere an den Haltestellen äußert, das sich durch lange Wartezeiten (Verspätungen, schlechte Anschlüsse) verstärken kann. An zweiter Stelle rangieren das Umfeld der Haltestellen sowie die Zu- und Abwege. Die Fahrzeuge selbst sind weniger problematisch, wobei es auch Situationen gibt, z.B. wenn Linien Problemgebiete durchfahren oder Treffpunkte von Problemgruppen sind, die sehr wohl verunsichernd wirken. Von geringerer Bedeutung für das Auslösen von Unsicherheit sind Verwahrlosung der Umgebung, Vandalismusschäden und Graffiti. Sie wirken aber oft Problem verstärkend und in bestimmten Situationen können sie durchaus zum Hauptproblem werden, beispielsweise beim Warten auf den Bus bzw. Zug an einsamen Haltestellen oder bei einem sehr massiven Auftreten von Abfall, Schmutz und Schäden, die den Eindruck einer fehlenden öffentlichen Ordnung erwecken. Personal Verschiedene Kundenbefragungen belegen, dass die Anwesenheit von Personal in der Regel das Sicherheitsempfinden von Fahrgästen maßgeblich erhöht. Forderungen nach einer Verbesserung der Sicherheit sind sehr häufig mit Forderungen bzw. Wünschen nach mehr Personal verknüpft. Kritisch beurteilt wird die Präsenz von Personal nur, wenn uniformiertes Sicherheitspersonal in Gruppen an einem Ort auftritt und damit signalisiert: Hier ist es besonders gefährlich. Es gibt einen Unterschied zwischen der Wirkung von anwesendem Dienst- oder Servicepersonal und reinem Sicherheitspersonal: Martialisch anmutende Sicherheitskräfte können den Eindruck einer permanenten und massiven Bedrohung vermitteln. Es gibt offensichtlich einen Schwellenwert, dessen Überschreitung für das Sicherheitsgefühl der Bürger kontraproduktiv ist. Personen im Umfeld Fahrgäste und Passanten sehen sich gerne in der Gesellschaft anderer Menschen möglichst in heller kommunikationsfreundlicher Atmosphäre. Bekannte Gesichter fördern das Sicherheitsempfinden. In kleinen Ortsteilen, wo "jeder jeden kennt“ fühlen sich Menschen besonders sicher. Dort, wo viele "Fremde“ sind, ist das persönliche Sicherheitsgefühl am niedrigsten. Wenn man die Menschen, mit denen man zu tun hat oder denen man begegnet kennt, glaubt man, die Situation einordnen zu können, sie unter Kontrolle zu haben. Der ÖPNV ist ein Bereich, in dem man automatisch und immer wieder auf eine sehr große Anzahl fremder Personen trifft und diese Situation ist angstbesetzt. Jugendliche bilden Gruppen und verhalten sich - vor allem wenn sie kulturfremd sind - möglicherweise ungewohnt. Erwachsene sind im ÖPNV meist alleine unterwegs und fühlen sich daher zahlenmäßig bereits unterlegen. Zudem werden bewusst oder unbewusst Zusammenhänge zwischen Herumlungern und erhöhter Kriminalität hergestellt, ohne dass es dafür objektive Hinweise gibt. Unangenehme Personen werden sehr häufig als Unsicherheitsfaktor genannt: Alkoholisierte Personen, Drogensüchtige, Obdachlose, Jugendgruppen, Gruppen oder Einzelpersonen mit (gefährlichen) Hunden. Eigene Erfahrungen und das Wissen aus Medien und vom Hörensagen Verunsichernde Erlebnisse (insbesondere mit rücksichtslosen und bedrohlichen Fahrgästen) sind zahlreich, Erfahrungen mit tätlichen Angriffen und massive Angstgefühle hingegen eher selten. Opfer vom Hörensagen beurteilen die Sicherheitslage in ihrer Stadt insgesamt schlechter als diejenigen, die selbst Opfer geworden sind. Das Wissen vom Hörensagen ist bedeutsamer als die eigene Erfahrung. Allein durch die Anwesenheit von anderen Menschen und die dadurch hergestellte Öffentlichkeit wird die Sicherheit verbessert. Die zweifellos beste Möglichkeit, die Sicherheit durch Publikumsverkehr und die damit verbundene soziale Kontrolle zu erhöhen, ist vor diesem Hintergrund die Realisierung eines möglichst hohen und gleichmäßigen Fahrgastaufkommens. Erkenntnisse Die bisherigen Ausführungen beziehen sich auf Menschen und Fahrgäste allgemein und wurden aus verschiedenen internationalen und nationalen Studien zusammengetragen. Diese Grundlagen sind selbstverständlich auch auf die Frankfurter Situation zu übertragen. Die vorne vorgestellten Untersuchungen in der Stadt Frankfurt können sehr konkrete Hinweise für die Frankfurter Bevölkerung liefern:
  6. Das Sicherheitsempfinden in Fahrzeugen ist größer als das an Haltestellen oder auf Zu- und Abwegen (insbesondere abends).
  7. Gelegenheits-Nutzer/innen im ÖPNV äußern im Vergleich zu regelmäßigen Nutzern und Nutzerinnen ein geringeres Sicherheitsempfinden.
  8. Der Anteil der Frauen, die sich im ÖPNV sicher fühlen, ist geringer als der Anteil der Männer.
  9. Bei Dunkelheit ist der geschlechterbezogene Unterschied in Bezug auf die Zufriedenheit mit der Sicherheit besonders groß.
  10. Die Einflussfaktoren auf das Sicherheitsempfinden von Männern und Frauen sind grundsätzlich ähnlich, die Auswirkungen und Konsequenzen aber unterschiedlich.
  11. Bei Dunkelheit beeinflusst das Sicherheitsempfinden die Mobilitätsentscheidungen und die Verkehrsmittelwahl von Frauen.
  12. Der Bekanntheitsgrad sicherheitsfördernder Maßnahmen beeinflusst das Sicherheitsempfinden der Fahrgäste positiv.
  13. Mit zunehmendem Alter gewinnt die Sauberkeit an Bedeutung.
  14. Frauen sind generell weniger zufrieden mit der Sauberkeit von Fahrzeugen und Haltestellen als Männer. Der Unterschied ist besonders groß bei der Gruppe der über 65-jährigen. C. Spezielle Betrachtungen für den Frankfurter Westen Sauberkeit und Sicherheit im Frankfurter Westen aus der Sicht von Fahrgästen Im Kundenbarometer 2007 wurden die Fahrgäste, die sich unzufrieden mit Sicherheit und Sauberkeit von Fahrzeugen und Haltestellen äußerten, nach den Gründen für ihre Unzufriedenheit gefragt. Die Angaben wurden nach Stadtteilen getrennt. Dabei ist auffällig, dass im Frankfurter Westen die Unzufriedenheit sowohl mit der persönlichen Sicherheit in den Fahrzeugen und an den Haltestellen als auch mit der Sauberkeit der Fahrzeuge und der Haltestellen am größten ist. Die Ursachen für die Unzufriedenheit der Befragten aus dem Frankfurter Westen ist insbesondere auf Müll und Schmierereien zurückzuführen sowohl in den Fahrzeugen als auch an den Haltestellen, wobei der Müll in den Fahrzeugen an den Endhaltestellen beseitigt wird und die Haltestellen mindestens einmal am Tag gereinigt werden. Die Schmierereien können nicht so schnell entfernt werden und stören damit insbesondere die "sicherheitssensiblen“ Fahrgäste. Tagsüber ist ein Teil der Fahrgäste in den Fahrzeugen und an den Haltestellen verunsichert, weil kein Sicherheitspersonal anwesend ist, dafür aber unangenehme Personen. Diese beiden Gründe werden auch für die Verunsicherung abends in Fahrzeugen und an Haltestellen als erste genannt, weitere Gründe sind die allgemeine Angst vor Kriminalität und davor, bei Gefahr allein zu sein. Auf die Ausstattung und Lage der Haltestellen im Frankfurter Westen wird im folgenden Abschnitt eingegangen. Dabei geht es einmal um den Abschnitt Zuckschwerdtstraße – Mönchhofstraße der Straßenbahnlinie 11 sowie um die Stadtbuslinie
  15. Auch für die S-Bahn-Stationen Griesheim, Zeilsheim, Höchst und Sindlingen werden einige Informationen dargestellt. Straßenbahnlinie 11 im Frankfurter Westen Auf der Straßenbahnlinie 11 werden die R- und S-Wagen eingesetzt. Insbesondere der S-Wagen bietet durch seine offene Wagenform freie Sicht und freien Durchgang durch das gesamte Fahrzeug. Es besteht an allen Türen sowie vom Behindertenstellplatz aus die Möglichkeit, über den Fahrerruf Kontakt zum Fahrpersonal herzustellen. Ein Teil der Fahrzeuge besitzt Videokameras bzw. Kamera-Attrappen, die präventiv gegen Vandalismus und Kriminalität wirken. Die großflächigen Fensterscheiben wurden mit einer Spezialfolie überzogen, die das Zerkratzen erschwert. Die Seitenwände sind mit Anti-Graffiti-Lack versehen, um Schmierereien besser entfernen zu können. Die Sitze sind mit schlitzfesten Bezügen ausgestattet. Als dies trägt dazu bei, dass die Fahrzeuge seltener beschädigt werden und somit auf die Fahrgäste sicher und komfortabel wirken. In der Linie 11 fährt abends der Ordnungsdienst der VGF mit. Die Haltestellen der Straßenbahnlinie 11, die im Frankfurter Westen liegen, befinden sich in der Regel in einer belebten, übersichtlichen Umgebung und sind mit Wartehäuschen und Mülleimern ausgestattet. Sie werden von der VGF täglich kontrolliert und gereinigt. Der barrierefreie Ausbau der Haltestellen ist im Frankfurter Westen in vier Fällen vollzogen (vgl. Anhang Tabelle 1). An einem durchschnittlichen Werktag sind auf der Linie 11 zwischen den Haltestellen Zuckschwerdtstraße und Mönchhofstraße gut 26.000 Fahrgäste unterwegs. Der Anteil der Frauen ist mit 53% etwas höher als der der Männer. Frauen zwischen 25 und 59 Jahren sind überproportional vertreten, bei den Männern sind es diejenigen zwischen 18 und 24 Jahren (vgl. Anhang Abbildung 1). Die Arbeitswege machen mit 35% den größten Anteil aller Wege aus, gefolgt von Wegen für private Erledigungen, Einkaufswegen und Ausbildungswegen. Frauen nutzen die 11 eher, um einzukaufen oder um Personen zu begleiten, während Männer eher zu Freizeitzwecken und Erledigungen unterwegs sind (vgl. Anhang Abbildung 1). Das Fahrgastaufkommen der Männer zeigt werktags von 3 Uhr morgens an eine stetig steigende Kurve. Von 12 Uhr mittags bis 18 Uhr liegt die Zahl der Fahrgäste konstant bei ca. 2500 und nimmt dann bis 3 Uhr nachts stetig ab. Bei den Frauen hingegen sind zwei deutliche Spitzen zwischen 12 und 15 Uhr sowie zwischen 18 und 21 Uhr zu beobachten. Ab 21 Uhr sind deutlich weniger Frauen als Männer in der Straßenbahn unterwegs (vgl. Abbildung 3). Samstags sind insgesamt weniger Frauen mit der 11 unterwegs. Die Differenz zu den Männern ist zwischen 15 und 21 Uhr am größten (vgl. Anhang Abbildung 4). Sonntags fahren Frauen eher tagsüber (bis 17 Uhr) mit der 11, Männer abends und nachts (vgl. Anhang Abbildung 5). Buslinien 50, 51, 54 und 55 Im Frankfurter Westen verkehrten zum Zeitpunkt der Erhebung die Buslinien 50, 51, 54 und
  16. In der Regel werden auf den Linien Niederflurbusse eingesetzt, so dass ein bequemer Ein- und Ausstieg auch mit Gepäck oder Kinderwagen möglich ist. Generell bieten Busse aufgrund der Präsenz eines Fahrers/einer Fahrerin ein hohes Maß an subjektiver Sicherheit. So kann ein Fahrer in bestimmten Situationen eingreifen und ggf. über die Leitstelle Hilfe anfordern. Die Fahrerinnen und Fahrer in Frankfurt sind konfliktgeschult. Außerdem gibt es von der VGF ausgebildete Bus- und Bahnbegleiter (früher Buslotsen), die insbesondere bei Schulfahrten in den entsprechenden Bussen anwesend sind. Diese Bus- und Bahnbegleiter sind Schülerinnen und Schüler der
  17. Klasse, die eine "Vermittlerfunktion“ in Konfliktsituationen zwischen Schüler/inne/n übernehmen. Ab 20 Uhr besteht das Angebot "Ausstieg auf Wunsch“ auf allen Buslinien, d.h. dass man auch zwischen den Haltestellen aussteigen kann und sich der Heimweg verkürzt. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass der Fahrer über die Leitstelle ein Taxi zur Haltestelle bestellt. Ab 21 Uhr ist der Einstieg nur noch beim Fahrer möglich. Die Fahrzeuge sind grundsätzlich immer sauber zu halten und bei Bedarf an der Endhaltestelle (innen) zu reinigen und die Mülleimer zu leeren. Die Sitzpolsterung ist vandalismusresistent und schwer entflammbar. Die Abfalleimer sind flüssigkeitsdicht. Exemplarisch für den Frankfurter Westen wurden die Haltestellen der Buslinie 54 hinsichtlich der Sicherheitsmerkmale betrachtet. Die meisten Haltestellen befinden sich in einer belebten, übersichtlichen Umgebung und sind mit Wartehäuschen und Mülleimern ausgestattet. Sie werden von der VGF mindestens einmal täglich kontrolliert und gereinigt. Der barrierefreie Ausbau der Haltestellen ist in fünf Fällen vollzogen (vgl. Anhang Tabelle 2). Die Haltestelle "Lachgraben“ liegt in einer einsamen und unbelebten Gegend, so dass dadurch Unsicherheit bei wartenden Fahrgästen auftreten kann. Auf den Buslinien 50, 51, 54 und 55 sind täglich ca. 30.000 Fahrgäste unterwegs. Insgesamt etwas mehr Frauen als Männer. Der Anteil der Frauen ab 45 Jahren ist überproportional höher. In den jüngeren Altersgruppen (bis 44 Jahre) sind die Männer etwas stärker vertreten (vgl. Anhang Abbildung 6). Die Buslinien werden von Frauen deutlich mehr zu Einkaufszwecken genutzt als von Männern, die eher zu Freizeitzwecken unterwegs sind. Der Fahrtzweck "Personen holen oder bringen“ macht insgesamt nur zwei Prozent aus, daher ist der Unterschied zwischen Frauen und Männern sehr gering, aber in der Tendenz scheint es so zu sein, dass die Männer die Buslinien etwas stärker zu diesem Zweck nutzen als Frauen (vgl. Anhang Abbildung 7). Werktags sind insgesamt mehr Frauen unterwegs, besonders zwischen 7 und 18 Uhr. Außerhalb dieser Zeit sind die Männer mindestens gleich stark vertreten; zwischen 21 Uhr und 3 Uhr morgens sind etwas mehr Männer in den Bussen. Samstags ergibt sich ein ähnliches Bild: Frauen bevorzugen die Tageszeit mit Tageslicht; ab 18 Uhr sind die Männer verstärkt in den Buslinien unterwegs. Sonntags sind die Männer insgesamt stärker in den Bussen vertreten – nur zwischen 14 und 17 Uhr ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen. Kundenzufriedenheit mit den Buslinien 50, 51, 54 und 55 Zum Fahrplanwechsel 2006/07 sollte in Zeilsheim eine neue S-Bahnstation eingerichtet werden. Aus diesem Anlass wurden die Buslinien 50, 51, 54 und 55 grundlegend überplant. Hierbei sollte ein kundenfreundliches Angebot unter besonderer Berücksichtigung von Gender-Aspekten geschaffen werden, das auch wirtschaftlich vertretbar sein musste. Besonders wichtig erschien die Fahrplanintegration der S-Bahn Station Zeilsheim, d.h. die Anschlussoptimierung von Bus und S-Bahn. Ebenfalls wurde eine Verstetigung des Fahrplans insbesondere unter dem Aspekt der Merkbarkeit der Abfahrtzeiten angestrebt sowie eine Vereinheitlichung der Abfahrtspositionen in Zeilsheim (Fahrtrichtung Höchst), die die Jahre zuvor nicht kundenfreundlich gestaltet waren. Während das überplante Busnetz zum Fahrplanwechsel am 10.12.06 realisiert wurde, wurde die S-Bahn-Station Zeilsheim erst im Mai 2007 in Betrieb genommen. Um den Erfolg dieser Maßnahme kontrollieren zu können, wurden 2006 vor der Überplanung und 2007 nach Umsetzung des Konzeptes Kundenzufriedenheitsbefragungen in den betroffenen Buslinien von traffiQ durchgeführt. Insgesamt hat sich die Zufriedenheit allgemein mit dem Busangebot im Frankfurter Westen von 2006 auf 2007 leicht verbessert, ebenso die Zufriedenheit mit der Pünktlichkeit, dem Takt und den Anschlüssen. Vergleicht man die Urteile der Frauen und Männer miteinander, so fällt auf, dass sich die Zufriedenheit allgemein mit dem Busangebot der Männer deutlicher verbessert hat als bei den Frauen. Allerdings sind die Männer 2007 mit der Pünktlichkeit nicht mehr so zufrieden wie 2006, was bei den Frauen anders ist: Sie beurteilen die Pünktlichkeit der Busse nach der Überarbeitung des Angebotes besser. Mit dem Takt hingegen sind die Männer deutlich zufriedener als die Frauen (vgl. Anhang Abbildungen 11-13). S-Bahnlinien S1 und S2 Auf den S-Bahnlinie S1 und S2 verkehren Wagen der Reihen ET 420 und ET
  18. Insbesondere die neuen Fahrzeuge ET 423 bieten durch ihre offene Wagenform freie Sicht und freien Durchgang durch das gesamte Fahrzeug. Es besteht an den Türen die Möglichkeit, über Sprechanlagen Kontakt zum Fahrpersonal herzustellen. Die Türen werden durch einen Klemmschutz und eine Lichtschranke überwacht, so dass das Einklemmen von Fahrgästen fast ausgeschlossen ist. Ab 21 Uhr fahren im ersten Wagen Sicherheitsmitarbeiter der Bahn mit. Die Sicherheitsmitarbeiter stehen auch für Informationen zur Verfügung. Die S-Bahn-Stationen Griesheim, Zeilsheim, Höchst und Sindlingen sind alle mit Überdachungen ausgestattet und bis auf die Station Zeilsheim relativ belebt. Allerdings verursachen verwahrloste Unterführungen und/oder beschädigte und beschmierte Wartehäuschen/Bahnhöfe das bereits vorne beschriebene Gefühl der Verwahrlosung eines öffentlichen Raums, der nicht gepflegt und gewartet wird, so dass sich Menschen an solchen Stationen bereits tagsüber unsicher fühlen und diese in den Abend- und Nachtstunden meiden. Dies betrifft insbesondere Frauen, deren Anteil in den S-Bahnen insgesamt niedriger ist als der der Männer, während wir bei den Bussen und der Straßenbahn einen höheren Frauenanteil beobachtet haben (vgl. Anhang Abbildung 14 und 15). Besonders gering sind die Frauenanteile an den Bahnhöfen Sindlingen und Griesheim. Leider liegen uns für die Samstage und Sonntage keine Daten in ausreichender Qualität vor, um auch diese Tage mit den anderen Verkehrsmitteln zu vergleichen, aber in der Tendenz ist auch an diesen Tagen der Männeranteil höher. Am ehesten nutzen jüngere Frauen (bis 24 Jahre) die S-Bahnen. Ihr Anteil ist mit 52% sogar höher als der der Männer dieser Altersklasse. Frauen nutzen die S-Bahn deutlich mehr zu Einkaufszwecken und um Personen zu begleiten. Bei den Männern dominieren die Zwecke Freizeit und private Erledigungen (vgl. Anhang Abbildung 17). Bewertung der Situation im Frankfurter Westen Insgesamt ist die Situation im Frankfurter Westen, was die Aspekte Sicherheit und Sauberkeit von Haltestellen und Fahrzeugen des ÖPNV angeht, als zufrieden stellend zu bewerten: - Das Gebiet ist durch öffentliche Verkehrsmittel gut erschlossen. - Die öffentlichen Verkehrsmittel verkehren in regelmäßigen Abständen. - Die Anschlüsse sind nach Fahrplan abgestimmt. - Es gibt ein ÖPNV-Angebot auch in Schwach- und Nebenzeiten. - Ab 20 Uhr besteht das Angebot "Ausstieg auf Wunsch“. - Über den Fahrer/die Fahrerin kann ein Taxi zur Ausstiegshaltestelle bestellt werden. - Es werden überwiegend moderne Fahrzeuge eingesetzt. - Die meisten Haltestellen sind gut ausgestattet und werden gewartet. - Viele Haltestellen bieten einen Notruf oder ein Telefon. Als Handlungsfelder konnten identifiziert werden: - barrierefreier Ausbau aller Haltestellen - Verbesserung der Wartesituation für die Haltestelle Lachgraben (Wartehalle, Beleuchtung, Notruf/Telefon) - Belebung der S-Bahn-Stationen (besonders abends) - Konsequente Wartung und Pflege von Haltestellen und Fahrzeugen Der Verunsicherung von Fahrgästen kann durch folgenden Maßnahmen entgegen gewirkte werden: - Erhöhung der Bekanntheit vorhandener Maßnahmen und Serviceangebote (Personal in der Straßenbahnlinie 11, Taxiruf, Halt auf Wunsch etc.) - Kommunikation von Handlungs- und Verhaltensmöglichkeiten - Personalpräsenz - Schulung von Fahrerinnen und Fahrern in Bezug auf die Anliegen sicherheitssensibler Fahrgastgruppen - Gewährleistung von Zuverlässigkeit und Anschlusssicherung, um insbesondere abends lange Wartezeiten zu vermeiden Anlage Tabellen (nichtöffentlich - ca. 78 KB)

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab

Der Weg dieser Vorlage

Am 4. Juni 2008 veröffentlichte der Magistrat diese Stellungnahme. Mit dieser Stellungnahme antwortet der Magistrat auf OA 1832 — Anregung vom 1. Februar 2005.

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