Stadttaubenpopulation wirksam reduzieren
Zusammenfassung
Der Magistrat schlägt vor, die Stadttaubenpopulation durch Maßnahmen wie Eiertausch in betreuten Taubenhäusern und Vergrämungsmaßnahmen an Hotspots zu reduzieren. Diese Ansätze sollen die Populationskontrolle verbessern und gleichzeitig das Wohl der Tiere berücksichtigen. Das erwartete Ergebnis ist eine Verringerung der Taubenpopulation und weniger Probleme mit Kot und Belästigungen.
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Thema Umwelt und Energie verfolgenStellungnahme des Magistrats
Im März 2025 hat die oberste Naturschutzbehörde des Landes Hessen den Erlass aus 2022 zu den Stadttauben zurückgenommen. Damit fallen Stadttauben nun in den Anwendungsbereich der Bundesartenschutzverordnung. Um die Taubenpopulation zu reduzieren, sind betreute Taubenschläge oder Taubenhäuser, in denen Eier gegen Attrappen getauscht werden, eine zielführende Maßnahme. Dies wird von der Stadt Frankfurt bereits erprobt. In Beantwortung der Anregung werden nachfolgend die Maßnahmen hinsichtlich ihrer Zielsetzung, Wirksamkeit und Umsetzbarkeit bewertet: Eiertausch in Taubenhäusern oder an wilden Nistplätzen Der Eiertausch gegen Attrappen stellt das effektivste und tierwohlgerechteste Mittel zur Populationskontrolle bei Stadttauben dar. Eier werden in betreuten Taubenhäusern der Stadt sowie an sogenannten wilden Nistplätzen, beispielsweise unter Brücken, getauscht. Vorteile von Taubenhäusern sind, dass die Tiere wegen des Futterangebots die meiste Zeit dort verweilen und somit deutlich weniger Kot und Belästigungen im Umkreis anfallen. Vergrämung an Hotspots An sogenannten Hotspots, an denen es ein hohes Beschwerdeaufkommen gibt und das Zusammenleben von Stadttauben und Menschen zu Konflikten führt, sollten Vergrämungsmaßnahmen eingeleitet werden. Vergrämungsmaßnahmen reduzieren nicht die Zahl der Tauben, können aber dann die Population in naheliegende Taubenhäuser lenken. Nicabarzin ("Pille für die Taube") Der Einsatz von Nicabarzin, der Wirkstoff im Mittel Ovistop, erfolgt aktuell nicht in Frankfurt. Nicabarzin sollte nur eine flankierende Maßnahme in der Populationskontrolle sein und müsste vom Veterinäramt als unbedenklich bescheinigt werden. Nicabarzin würde nur unter kontrollierten Bedingungen verfüttert werden. Würde Nicabarzin nicht weiter verfüttert, wären die Effekte auf die Fruchtbarkeit reversibel. Die Bejagung von mit Nicabarzin behandelten Tauben wäre für Greifvögel unbedenklich. Nicabarzin wird aktuell testweise z.B. in Berlin, Hagen oder Köln eingesetzt. Vasektomie Die Vasektomie von Täubern kann z. B. Sinn machen für in Pflege aufgenommene schwache oder verletzte männliche Tiere. Sie kommt großflächig in Wiesbaden zum Einsatz. Der Aufwand für den Fang gesunder Tiere "auf offener Straße" mit dem anschließenden Ziel der Vasektomie steht hingegen in einem ungünstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis. In Frankfurt am Main hat der Aufbau von Taubenhäusern und dem darin stattfindenden Eiertausch Priorität. Leider sucht der Magistrat noch immer nach weiteren Standorten und freut sich auf entsprechende Angebote von Liegenschaften.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 15. Juni 2024OFOF 1323/1Stadttaubenpopulation wirksam reduzierenOrtsbeiratsantrag · CDU
- 2. Juli 2024VV 993Stadttaubenpopulation wirksam reduzierenAnfrage
- 8. November 2024STST 1929Stadttaubenpopulation wirksam reduzierenStellungnahme
- 2. Juni 2025STST 877Stadttaubenpopulation wirksam reduzierenStellungnahme
- 23. März 2026Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 92 WochenSTST 546Stadttaubenpopulation wirksam reduzierenStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab