Klapperfeldstraße (ehemaliges Polizeigewahrsam) als Kriminalmuseum der Stadt Frankfurt einrichten und ausbauen
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Stellungnahme des Magistrats vom 10.09.2010, ST 1290
Betreff:
Klapperfeldstraße (ehemaliges Polizeigewahrsam) als Kriminalmuseum der Stadt Frankfurt einrichten und ausbauen
In der Tat ist das Kulturdezernat ebenfalls der Ansicht, dass auch die Kriminalität in seinen verschiedensten Erscheinungsformen zur Geschichte einer Stadt gehört, wie viele andere Facetten der Stadtgesellschaft. Aber nicht für alle vielleicht wünschenswerten und durchaus interessanten und spannenden Themen ist es möglich, ein kommunales "Museum“ einzurichten und zu finanzieren, schon gar nicht mit den gegebenen Ressourcen des Kulturdezernates.
Trotzdem findet das Thema "Kriminalität“ bereits eine durchaus hinreichende Beachtung im vorhandenen musealen Angebot unserer Stadt.
Das Historische Museum hat das Thema Kriminalität stets dann sowohl bei seinen Ausstellungen als auch bei den angebotenen Stadt(rund)gängen eingebunden, wenn der entsprechende historische Kontext dies erforderte oder es sich zu einem besseren Verständnis der Zeitumstände angeboten hat und verfügt auch über entsprechende Exponate dazu. Dies wird auch künftig so gehandhabt werden.
Im Institut für Stadtgeschichte sind umfangreiche Materialien zur Thematik Kriminalität verfügbar, seien es die Akten des Reichskammergerichtes, des Oberappellationsgerichtes oder der Großbestand "Criminalia“ mit Unterlagen auch der Alltagskriminalität ab dem 16. Jahrhundert bis 1808 bzw. 1866 oder die immer wieder nachgefragten Unterlagen zum Fall der Susanna Margareta Brandt, dem literarischen Vorbild für das Gretchen im Urfaust. Der Aktenbestand ist gänzlich aufgearbeitet, und - falls dies die konservatorischen Umstände erlauben - im Lesesaal einsehbar und für entsprechende Ausstellungen ausleihbar.
Aber auch nichtstädtische Einrichtungen widmen sich bereits sehr intensiv dem Thema der Kriminalität im Bezug zur Geschichte dieser Stadt. So bietet die Kulturothek - www.kulturothek-frankfurt.de - immer wieder spannende Führungen auch zur Kriminalitätsgeschichte unserer Stadt an und last but not least sei das bereits seit vielen Jahren bestehende und von einem Förderverein getragene Kriminalmuseum im Polizeipräsidium - www.kmffm.de – genannt, dem nicht nur unsere Wertschätzung durch Aufnahme in das städtische Kulturportal - www.kultur.frankfurt.de - sondern auch durch eine regelmäßige Teilnahme an der "Nacht der Museen“ bewiesen wurde. Diese Einrichtung ist im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Polizei seit dem 2003 erfolgten Umzug in das neue Präsidium in der Adickesallee nicht mehr nur als Lehrmittelsammlung den Fachleuten vorbehalten, sondern steht auch der interessierten Bevölkerung offen.
Darüber hinaus gehen wir davon aus, dass die ideelle Unterstützung, die die Initiative "Faites votre jeu“ in der Vergangenheit schon durch das Schuldezernat erfahren hat, auch künftig keinen Abbruch erleiden wird, jedoch sei auch hier noch einmal ausdrücklich angemerkt, dass bereits in der Fragestunde der Stadtverordnetenversammlung vom 25.05.2010 (F 1534) geantwortet wurde, dass der Magistrat der Anregung, in der Klapperfeldstraße ein Kriminalmuseum einzurichten, nicht folgen wird.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 25. April 2010OFOF 661/1Klapperfeldstraße (ehemaliges Polizeigewahrsam) als Kriminalmuseum der Stadt Frankfurt einrichten und ausbauenOrtsbeiratsantrag · SPD
- 24. August 2010OMOM 4451Klapperfeldstraße (ehemaliges Polizeigewahrsam) als Kriminalmuseum der Stadt Frankfurt einrichten und ausbauenDirektanregung
- 10. September 2010Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 20 WochenSTST 1290Klapperfeldstraße (ehemaliges Polizeigewahrsam) als Kriminalmuseum der Stadt Frankfurt einrichten und ausbauenStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab