Zum Inhalt springenZur Navigation springenZum Fußbereich springen
Ortsbeiräte
Nachbarschaft
Abo

Kostenlose Bildungsangebote für Kinder mit Migrationsgeschichte

Vorlagentyp: STMagistrat
19 Wochen bis zur Antwort2 Stationen im Verfahren

Zusammenfassung

Die Stellungnahme des Magistrats befasst sich mit den kostenlosen Bildungsangeboten für Kinder mit Migrationsgeschichte in Frankfurt am Main. Es wird aufgezeigt, dass trotz der signifikanten Benachteiligung dieser Kinder im Bildungssystem zahlreiche Fördermaßnahmen existieren, die individuell auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Ziel ist es, die Bildungsintegration und Chancengleichheit zu fördern.

Dies ist eine KI-generierte Zusammenfassung. Diese kann Fehler beinhalten.

Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.

Unabhängig. Kostenlos. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.

Thema Schulen und Bildung verfolgen

Stellungnahme des Magistrats

Der Verweis der KAV auf die Ergebnisse der Pisa-Studie von 2023 greift einen bereits seit Jahrzehnten immer wieder bestätigten Befund auf, nämlich die signifikante Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem. Die jüngsten Ergebnisse der PISA-Studie zeigen insbesondere, dass ein allgemeiner Rückgang in den Bildungsleistungen zu verzeichnen ist, und dass in diesem Kontext Schüler*innen mit Migrationshintergrund signifikant schlechter abschneiden.

Gleichwohl ist festzustellen, dass sich diese Effekte über die Gruppe der Schüler*innen mit Migrationsbezug unterschiedlich verteilen. So gibt es teilweise hoch bildungsaffine und überdurchschnittlich erfolgreiche Gruppen und solche, denen ein Bildungserfolg nur schwer gelingt. Dies ist in Frankfurt am Main von besonderer Bedeutung, da der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund bei den unter 18-jährigen bei über 70% liegt. Entsprechend ist die Gruppe einerseits wichtig und Fördermaßnahmen berücksichtigen dies. Andererseits eignet sich der bloße Migrationshintergrund wenig zur Differenzierung individueller Bedarfe.

Im Folgenden wird eine Übersicht zu bestehenden Angeboten für Schüler*innen mit Migrationshintergrund gegeben.

Zu

  1. Bildungsangebote auf kommunaler Ebene: In der Stadt Frankfurt existieren zahlreiche Angebote, die Kindern und Jugendlichen zum Teil kostenfrei zur Verfügung stehen. Dabei werden viele direkt von der Stadt umgesetzt, andere werden in Kooperation mit freien Trägern gestaltet und zahlreiche weitere Angebote werden direkt aus zivilgesellschaftlichen Strukturen getragen. Die folgende Auflistung ist nicht abschließend (Vgl. Antwort zu Frage 4): a) Kindertageseinrichtungen: Hier sind Elternbeiträge einkommensabhängig von unter Zweijährigen sowie für Schulkinder gestaffelt. Das Betreuungsentgelt wird unter Maßgabe des Stadtverordneten-Beschlusses vom 11.05.23, § 3273 (M 44), ab dem 1. eines Monats, in dem das Kind das
  2. Lebensjahr vollendet hat, bis zum Schuleintritt nicht erhoben. In Hort-Einrichtungen, oder Hort-Gruppen, (in altersgemischten Einrichtungen) finden ebenso wie in der Erweiterten Schulischen Betreuung kostenfrei regelhaft Hausaufgabenzeiten statt, die durch pädagogische Fachkräfte begleitet werden. Hier erhalten alle Kinder bedarfsgerecht und individuell Unterstützung. Darüber hinaus erfolgen weitere Angebote der kulturellen, literarischen, sportlichen, musikalischen und naturwissenschaftlichen Bildung. In Frankfurt erhalten Kindertageseinrichtungen in Wohngebieten mit verdichteten sozialen Bedarfslagen zusätzliche finanzielle Mittel. Damit wird zusätzliches Personal für besondere Angebote angestellt, wie z.B. Besondere Förderaufträge (BeFö) oder um Familien im Sozialraum zu vernetzen, etwa in Kinder- und Familienzentren (KiFaZ).
    • b)Sozialpädagogische Angebote und Jugendhilfe: Die Stadt Frankfurt finanziert diverse sozialpädagogische Angebote und Jugendhilfe-Angebote an allen Schulformen in Frankfurt. Die Ausrichtung ist inklusiv und partizipativ, die Angebote sind für die Schüler*innen kostenfrei. Beispiele dafür sind: - TalentCAMPus: Explizit an benachteiligte Kinder richtet sich das bundesweite Programm TalentCAMPus. In Kooperation mit dem Stadtschulamt können Träger die Finanzierung von Ferien-Workshops beantragen. - Ausbildungsförderung: Im Frankfurter Ausbildungsprojekt werden Schüler*innen in den Abschlussklassen von 25 Schulen mit den Bildungsgängen Haupt- und Realschule beim Übergang in eine Ausbildung unterstützt.
    • c)Sprachförderung: In Frankfurt gibt es diverse kostenlose Bildungsangebote für Kinder mit Migrationsgeschichte und Sprachförderbedarf: - Frankfurter Bücherkoffer: Für viele Kinder in ca. 40 Frankfurter Grundschulen, Intensivklassen, Vorlaufkursen und Gemeinschaftsunterkünften steht der Frankfurter Bücherkoffer zur Verfügung - ein Angebot zur Leseförderung unter Einbezug der familiären Mehrsprachigkeit sowie parallel zum Erlernen der Bildungssprache Deutsch in Wort und Schrift. - ErzählZeit: Hier handelt es sich um ein Sprachförderprojekt in Kitas und Grundschulen in Fechenheim sowie Griesheim. Es fördert Sprachkompetenzen über das Zuhören und anschließende selbstständige Sprechen und Nacherzählen. - Lesepat*innen: Ehrenamtlich organisierte Lesepat*innen sowie Lern- und Hausaufgabenbetreuung stehen den Kindern an einzelnen Schulen zur Verfügung. - Deutschsommer: Der Frankfurter Deutschsommer fördert Kinder am Übergang von der 3. in die
  3. Klasse in einem mehrwöchigen Feriencamp, in dem Sprachkompetenzen gefördert und theaterpädagogisch angewendet werden. - Diesterweg-Stipendium: Dies wird von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft an Kinder und ihre Familien am Übergang der 4. und
  4. Klasse vergeben. Das Stipendium umfasst Kinderakademien zu Sprache und Literatur, sowie zu naturwissenschaftlichen und kulturellen Themen. Darüber hinaus besuchen die Familien Bildungsorte in Frankfurt und Umgebung. Finanzielle Hilfen für die Anschaffung von Bildungsmitteln runden die Förderung der Kinder ab. Die Eltern werden durch Elternakademien als Bildungsbegleiter ihrer Kinder gestärkt. - Fortbildungen für Fachkräfte: Darüber hinaus gibt es für Fachkräfte in Kitas und für Lehrkräfte Fortbildungen zu Sprach- und Diversitätsthematiken, die ebenfalls eine gezielte alltagsintegrierte (Sprach-)Förderung der Kinder ermöglichen. - Weitere Leseförderung: Dazu zählen die Angebote der Stadtbücherei (kostenloser Ausweis, Lesungen), die von Kindern unter 18 Jahren kostenlos genutzt werden können sowie die Angebote über das Kufti (kulturelle Bildungsangebote), das für Familien mit eher geringem Einkommen ebenfalls kostenlose Bildungsangebote für Kinder bereithält.
    • d)Kinder- und Familienzentren (KiFaZen) des Internationalen Familienzentrum e.V: Hier wird in den Bereichen Kindertagesbetreuung, interkulturelle Familienbildung und Erziehungsberatung sowie in der Koordination miteinander kooperiert. Dadurch können Familien und deren Bedarfslagen bestmöglich erkannt, unterstützt und begleitet werden. Es werden regelmäßige Elterncafés und -treffs, Eltern-Kind-Aktivitäten, Eltern- und Themenabende, musikalische und andere Frühförderungen angeboten.
    • e)Außerschulische Bildungsangebote: Neben den schulischen Angeboten (Vorlaufkursen, Alphabetisierungskursen, Intensivklassen, Deutsch-Förderkursen und Sprachkursen bei Zurückstellung) gibt es auch außerschulische Bildungsangebote: - Kamishibai-Papiertheater - ein Angebot für Frankfurter Schulen, das in der Stadtbücherei Frankfurt ausleihbar ist. Dieses Theater fördert die Sprachentwicklung und Interaktion der Kinder auf eine spielerische Weise. - Sozialpädagogische Lernhilfe des Internationalen Familienzentrums e.V. - ist kein Nachhilfeunterricht, sondern unterstützt und fördert die Kinder individuell, wobei schulbezogenes Lernen und das Lernen im Alltag im Mittelpunkt steht. Zudem richtet sich dieses Angebot nicht nur an Kinder mit Migrationsgeschichte, sondern auch an Kinder, die Schwierigkeiten mit dem Lernen in der Schule haben oder gravierende schulische Misserfolge erleben. - Die Fachdienste für Migration des Caritasverbandes Frankfurt e.V. setzen Fördermaßnahmen und sozialpädagogische Projekte um. Der sozialpädagogische Dienst organisiert vielfältige Unterstützungsmaßnahmen für Kindern mit Migrationsgeschichte, Jugendliche und ihre Familien. Es werden Hausaufgabenhilfe, schulbezogene Fördermaßnahmen und sozialpädagogische Projekte angeboten, die darauf abzielen, die schulischen Leistungen zu verbessern und die gesellschaftliche Integration zu fördern. Das schulbezogene Förderkonzept wird an einigen Frankfurter Schulen umgesetzt und bietet je nach den Bedürfnissen der Schule Unterstützung während und nach dem Unterricht. Diese Angebote werden vom Stadtschulamt Frankfurt am Main unterstützt. - Die Angebote der Jugendmigrationsdienste des Caritasverbandes Frankfurt e.V. richten sich an junge Migrant*innen zwischen 12 und 27 Jahren und haben zum Ziel, ihre gesellschaftliche, schulische und berufliche Integration zu fördern. Es werden praktische Hilfen zum Spracherwerb, Nachhilfe bei Schulproblemen und Sprach- und Kommunikationstrainings angeboten. - Im Rahmen der sozialpädagogischen Integrationshilfe der ASB Lehrerkooperative gGmbH werden Lernförderung, Hausaufgabenhilfe für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren und der Schüler*innen-Treff "Eri-Treff" (offener Treff für Schüler*innen aller Schulformen ab der
  5. Klasse, bei dem Hilfe bei Hausaufgaben und Klausurvorbereitung angeboten wird) angeboten.
    • f)Bildungsangebote des Landes: - Herkunftssprachlicher Unterricht (HSU): Das Angebot des HSU ist kostenlos und wird aktuell in 13 Sprachen (Albanisch, Arabisch, Bosnisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Mazedonisch, Polnisch, Portugiesisch, Serbisch, Slowenisch, Spanisch, Türkisch) von Seiten des Landes Hessen in Kooperation mit Konsulaten angeboten. Darüber hinaus gibt es ein breites Angebot an Samstagsschulen. Die Förderung der familiären Mehrsprachigkeit wirkt sich häufig positiv auf die Lernentwicklung der Kinder und die Sprachentwicklung für die Bildungssprache Deutsch aus. - Intensivklassen und -kurse: Kinder mit Förderbedarf in der deutschen Sprache können bis zu zwei Jahre eine Intensivklasse besuchen und werden im Anschluss in andere Schulen integriert. Daneben besteht auch die Möglichkeit für Schulen Intensivkurse einzurichten, wo die Kinder von Beginn an in einer Klasse integriert werden und zusätzliche Förderstunden erhalten. In Hessen werden überwiegend Intensivklassen gebildet, weniger Kurse. Aus Sicht des Schulträgers ist bei Kindern der Primarstufe das Modell der Intensivkurse zu bevorzugen. - Weitere Bildungsangebote: Das Land Hessen fördert diverse Träger in ihrer Arbeit, die Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund adressieren. Dazu zählen Anti-Diskriminierungsstrategien, Aufklärungsarbeit, politische Bildung, Förderung sozial benachteiligter Quartiere u.v.m.
    • g)Bildungsangebote des Bundes: Der Bund fördert das Land Hessen, Kommunen sowie freie Träger in ihrer Arbeit. Dies betrifft eine Vielzahl von Förderprojekten, die hier nicht im Einzelnen mit Bezug auf die Fragestellung aufgelistet werden können. Eine Auflistung müsste differenziert werden nach Förderprogrammen, konkreter Förderung von Institutionen und der Ausrichtung der umgesetzten Maßnahmen. Mit dem Demokratiefördergesetz wurde zuletzt eine gesetzliche Grundlage geschaffen, um Projekte zur Förderung der Demokratie und zur Stärkung gesellschaftlicher Vielfalt bedarfsorientiert fördern zu können. Zu
  6. Kindertageseinrichtungen nutzen die Angebote von privaten Organisationen, Vereinen oder Stiftungen, um den pädagogischen Alltag in der Kindertageseinrichtung zu unterstützen und/oder Familien auf die Angebote dieser Anbieter aufmerksam zu machen. Auch in Schulen werden diverse Projekte in Kooperationen mit freien Trägern umgesetzt. Folgende Liste gibt eine exemplarische Übersicht zu unterschiedlichen Maßnahmen: - Einzelprojektförderung: Über Main-Kind e.V. werden Spenden eingeworben und für diesen Zweck Honorarkräfte für einzelne Projekte in der Kita engagiert. - Beratungsangebote: Der Verein Balance e.V. unterstützt Kindertageseinrichtungen kostenfrei durch Beratung und Angebote zur Ernährung und Bewegung. - Freizeiten: Die SJD - Die Falken veranstalten Ferienfreizeiten und unterstützen Familien finanziell, um eine Teilnahme aller Kinder zu ermöglichen. - Kooperationen: Angebote der Jugendhilfe finden in Kooperation mit freien Trägern statt. - SABA Bildungsstipendium: Das Stipendium wird von der Crespo Foundation angeboten und fördert Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung mit empowernden Settings und finanziellen Ressourcen darin, einen Schulabschluss nachzuholen. (https://www.crespo-foundation.de/de/programm/saba) - Deutschsommer (Vgl. Frage 1) - Diesterweg-Stipendium (Vgl. Frage 1) Zu
  7. Da die meisten Fördermöglichkeiten innerhalb der Bildungseinrichtungen angeboten werden, werden Eltern vor allem über die Bildungseinrichtungen informiert. Auch traditionelle Informationskanäle wie etwa Aushänge der Stadtbücherei usw. werden verwendet. In Kindertageseinrichtungen resp. Horten sowie in der Erweiterten Schulischen Betreuung werden Angebote sowohl schriftlich (Plakate, Flyer etc.) als auch im Gespräch mit den Eltern thematisiert und beworben. Bei neuen Förderprogrammen seitens der Stadt oder Dritter werden freie Träger in digitaler Form über den regelmäßigen Versand von Veranstaltungshinweisen und Fachinformationen informiert, um diese bei den Zielgruppen bekannt zu machen. Zu
  8. Es gibt keine zentrale Plattform, die alle Angebote für Kinder mit Migrationshintergrund zusammenfasst. Die Angebote der Kindertagesbetreuung gemäß SGB VIII sind in Kindernetfrankfurt hinterlegt. Spezielle Sprachbildungsangebote der Stadt Frankfurt können über diesen Wegweiser gefunden werden: Wegweiser Fachinformationen zu Sprachbildungsangeboten | Stadt Frankfurt am Main. Das Amt für multikulturelle Angelegenheiten stellt in einem umfangreichen Online-Wegweiser in 18 verschiedenen Sprachen Informationen für Eltern und Interessierte gebündelt zur Verfügung (auf https://amka.de): - Rund um die Schule | AMKA - Ihr Kind braucht Hilfe beim Lernen | AMKA - Sprache, Mehrsprachigkeit und Sprachbildung in Frankfurt | AMKA Die verschiedenen außerschulischen Angebote werden auf den Webseiten der Träger sowie auf der Webseite der Stadt Frankfurt a.M. "frankurt.de" beworben, z. B.: - Kinder- und Familienzentren | Stadt Frankfurt am Main - Kamishibai - Kleines Theater, große Wirkung | Stadt Frankfurt am Main - Jugendmigrationsdienst (JMD) (www.caritas-frankfurt.de) - Kinder und Jugendliche | Stadt Frankfurt am Main - Angebote während Ferien und Freizeit | Stadt Frankfurt am Main - Frankfurter LeseEule - KinderKultur (kinderkultur-frankfurt.de)

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 15. Januar 2024KAKA 43Kostenlose Bildungsangebote für Kinder mit MigrationsgeschichteKAV-Anfrage
  2. 27. Mai 2024Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 19 Wochen
    STST 1017Kostenlose Bildungsangebote für Kinder mit Migrationsgeschichte
    Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

Mitdiskutieren

Ortsbeiratssitzung
Alle verknüpften Vorlagen