Inklusion zukunftsfest gestalten - Ausstattung und innovative Teilhabemodelle an den Schulen in Heddernheim und Niederursel stärken
Zusammenfassung
Die Vorlage zielt darauf ab, die schulische Inklusion im Ortsbezirk 8 durch verschiedene Maßnahmen zu verbessern, darunter die Überprüfung der Barrierefreiheit in Schulen und die Stärkung der Berufsorientierung für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die Maßnahmen sollen sicherstellen, dass alle Schüler eine angemessene Unterstützung erhalten und in die Gesellschaft integriert werden können.
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Thema Schulen und Bildung verfolgenAntrag
Der Ortsbeirat möge beschließen:
Der Magistrat wird aufgefordert, dem Ortsbeirat 8 bezüglich der schulischen Inklusion im Ortsbezirk Bericht zu erstatten und in Kooperation mit dem Stadtschulamt, dem staatlichen Schulamt sowie unter kontinuierlicher Einbindung des Stadtelternbeirats (StEB) die folgenden Maßnahmen voranzutreiben:
1.) Bauliche Barrierefreiheit & bedarfsgerechte Pflege-Infrastruktur Eine systematische Überprüfung der Schulen im Ortsbezirk 8 auf vollständige Barrierefreiheit. Hierbei ist prioritär sicherzustellen, dass die sanitären Anlagen im Zuge anstehender Sanierungen oder Erweiterungen neben Kleinkind-Ausstattungen auch über bedarfsgerechte Pflegeliegen/Wickeltische für Jugendliche verfügen, um die informationelle Selbstbestimmung und Würde älterer Schülerinnen und Schüler mit schweren Beeinträchtigungen vollumfänglich zu wahren.
2.) Erfahrungen aus dem TIGER-Projekt & Weiterentwicklung von Pool-Lösungen Ein Zwischenbericht über die ersten Erkenntnisse und Erfahrungen mit dem Modellprojekt "TIGER" (Teilhabe und Inklusion gemeinsam erleben) an der Erich-Kästner-Schule in Niederursel. Zudem soll dargelegt werden, welche Schritte und zeitlichen Perspektiven die Stadt Frankfurt prüft, um solche fallunabhängigen Pool-Lösungen für die Teilhabeassistenz auf weitere Schulstandorte im Ortsbezirk auszuweiten. Hierbei sind die praktischen Erfahrungen der betroffenen Elternschaft sowie des Stadtelternbeirats (StEB) aktiv einzubeziehen und anzuhören, um eine spürbare bürokratische Entlastung der Familien im Alltag sicherzustellen. 3.) Perspektiven der Berufsorientierung (BO) ausbauen
Sicherung, Verstetigung und bedarfsgerechter Ausbau praxisnaher Berufsorientierungs-Angebote in den Bereichen Administration/Büro, Hauswirtschaft, Gärtnerei und Holzwerkstatt/Kreativ-Schreinerei, um Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf verlässliche Übergänge in den Arbeitsmarkt zu eröffnen.
4.) Ergänzung von Regelschul- und Förderschul-Infrastruktur Sicherung einer engen Verzahnung von inklusiver Beschulung an Regelschulen und dem verlässlichen Erhalt sowie der personellen und sachlichen Stärkung bewährter Förderschulen (wie der Mosaikschule im Ortsbezirk). Ein Abbau von Förderschulkapazitäten darf erst dann erfolgen, wenn an den regulären Schulen im Stadtgebiet die notwendigen personellen, pädagogischen und baulichen Voraussetzungen für eine gelingende Inklusion bedarfsgerecht und vollumfänglich erfüllt sind.
5.) Individuelle Förderrechte stärken
Sicherstellung, dass auch bei der Einführung modularer Pool-Modelle die individuellen Rechtsansprüche der Kinder auf maßgeschneiderte Förderplanung, Nachteilsausgleich sowie qualifizierte Lernhilfe und sonderpädagogische Unterstützung im Unterricht uneingeschränkt gewährt und umgesetzt werden, indem sich die Stadt Frankfurt hierfür auch gegenüber dem Land Hessen nachdrücklich einsetzt.
Begründung
Das Ziel der Fraktionen im Ortsbeirat 8 ist eine vollumfängliche, gelingende und am Kindeswohl orientierte schulische Inklusion. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es einer engen Verzahnung von pädagogischen Konzepten und leistungsfähiger Infrastruktur vor Ort.
Die im Frankfurter Koalitionsvertrag verankerten Ziele für eine gerechte, barrierefreie Stadtentwicklung und moderne Bildungschancen bilden hierfür die ideale Leitlinie. Inklusion darf nicht als rein organisatorische Maßnahme verstanden werden, sondern muss materiell und personell unterfüttert sein. Das im Ortsbezirk an der Erich-Kästner-Schule erprobte TIGER-Projekt zeigt hervorragende, zukunftsweisende Ansätze für ein modernes, infrastrukturelles Poolmodell, welches Bürokratie abbaut und flexiblen Support im Klassenzimmer ermöglicht. Gleichzeitig darf dieses System die individuelle Förderung und rechtliche Ansprüche (wie den Nachteilsausgleich) nicht ersetzen, sondern muss sie ergänzen. Die Forderung nach einem unbürokratischen System deckt sich mit den langjährigen, berechtigten Impulsen aus der Elternschaft und dem Stadtelternbeirat. Inklusion, deren Expertise bei der Weiterentwicklung dieser Modelle eine Schlüsselrolle zukommen muss.
Damit der Übergang in ein selbstbestimmtes nachschulisches Leben gelingt, müssen zudem handwerkliche, administrative und hauswirtschaftliche Berufsorientierungszweige dauerhaft gestärkt werden. Solange der Sanierungs- und Ausbaustand an allen Regelschulen die komplexen baulichen und pflegerischen Bedarfe (wie z. B. Wickeltische für Jugendliche) noch nicht flächendeckend abbilden kann, ist der parallele Erhalt und die Stärkung unserer Förderschulen - wie der Mosaikschule - eine zwingende Säule der Frankfurter Schullandschaft, um kein Kind im System zu verlieren.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ortsbeirat berät & beschließt
- 3wird zu OA, OM, OI oder V
- 4Magistrat setzt um oder berichtet
Der Weg dieser Vorlage
Am 6. Oktober 2026 brachte BFF-FREIE WAHLER im Ortsbeirat 8 diesen Antrag ein.