Keine Weiteren PPP-Projekte in Frankfurt
Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.
Unabhängig. Kostenlos. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.
E-Mail-Abo einrichtenBegründung
Die Diskussion um die erneute Vergabe von Investitionen im Rahmen von PPP-Verfahren muss auch in den Ortsbeir ä ten weiter gefü hrt werden. Die Ü berlegungen, öffentlich rechtliche Partnerschaften (PPP) einzugehen, werden in Frankfurt auf immer mehr Betä tigungsfelder ausgeweitet. Jetzt ist der Sanierungsstau an Br ücken und anderen Ingenieurbauwerken dran. Bereits in den letzten Jahren wurde eine Reihe von Investitionsmaßnahmen im Rahmen einer öffentlich rechtlichen Partnerschaft getätigt. Aber selbst städtische Ämter, wie das Revisionsamt hatten Zweifel an der Wirtschaftlichkeit, und es blieben viele offene Fragen. Aber, bei allen diesen Projekten werden sich viele offene Fragen erst nach Ablauf der jeweiligen Vertragslaufzeiten endgü ltig kl ären lassen. Es geht bei dieser ganzen Diskussion nicht um die Bewertung, ob und wenn ja, welche Brücken wann und wie saniert werden müssen. Es geht um die Art der Finanzierung. Diese PPP-Projekte sind Finanzkonstrukte. Wir haben in den letzten Jahren über die, bereits nach wenigen Jahren, zur Katastrophe geführten Cross- Border- Leasing Geschäfte eine Menge gehört. Auch hier wurden die Risiken klein geredet und viele Kommunen stehen jetzt vor unl ö sbaren finanziellen Problemen. Und die PPP-Projekte stehen durchaus in einem ä hnlichen Kontext. Die Stadt wird jahrzehntelang verpflichtet, Zahlungen zu leisten, ohne eine Garantie zu haben, ob die bezahlten Leistungen über die Dauer der Laufzeit überhaupt erbracht werden. (Wie sieht es bei dem PPP-Projekt Schulen z.B. mit der Bewirtschaftung derselben aus, wenn der Investor Konkurs anmeldet?) Dieses Risiko ergibt sich aus der Möglichkeit, dass der private Partner, Forderungen, die er an die Stadt hat, weiterverkaufen kann. Oder aber, wie sieht der Bedarf, in diesem Fall die Verkehrsentwicklung, in den nächsten 30 Jahren aus. Wird überhaupt eine „Bewirtschaftung" all der Brücken in der vorhergesehenen Form auch in Zukunft n ö tig sein? Diese PPP-Projekte sind intransparent. Mit dem gesamten Vertragswerk unterwerfen sich die handelnden Akteure der Schweigepflicht, zum Nachteil jeglicher parlamentarischer Kontrolle. Die Stadtverordneten und Ortsbeiräte erfahren nichts aus den Verträgen, was wirklich wichtig wäre. Tausende Seiten von Verträgen und Geheimgesprächen unterlaufen deshalb jegliche parlamentarische Einflussmöglichkeit, zumal der „einfache" Stadtverordnete dem Wissen s- und Argumentationsvorsprung der „Kenner der Materie" völlig ausgeliefert ist. Auch aus diesem Grund fordern wir, dass die Ortsbeiräte zumindest Einsicht in die Berichte des Revisionsamt erhalten, da hier zumindest einige Fragen, z.B. die Frage der Wirtschaftlichkeit, aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden. Auch die Argumentation, Baumaßnahmen im Rahmen von PPP-Projekten seien schneller zu verwirklichen, ist hinf ä llig. Denn die Vorbereitung dieser Projekte ist von langen Vorlaufzeiten geprägt. (Ganz abgesehen davon, dass auch Klagen von Bewerbern, die nicht zum Zug gekommen sind, evtl. aufschiebende Wirkung haben kö nnten). Bei PPP-Projekten kommen nur Gro ß konzerne zum Zug, mittelstä ndische Unternehmen haben keinerlei Möglichkeit, an diesen Verfahren teilzunehmen. Außerdem haben die Maßnahmen im Rahmen des Konjunkturpakets II der Bundesregierung gezeigt, dass die öffentliche Hand Projekte schnell und effizient umsetzen kann. Nachhaltig sind diese Projekte ebenfalls nicht. Zahlungen werden über die n ä chsten Jahrzehnte auf spätere Generationen verlagert, ohne jegliche Möglichkeit der vorzeitigen Rückzahlungen. So sieht verantwortungsvolle Politik nicht aus.
Inhalt
Antrag vom 02.05.2010, OF 664/4
Betreff:
Keine Weiteren PPP-Projekte in Frankfurt
Der Ortsbeirat möge beschließen:
- Der Magistrat wird gebeten, die Sanierung von Brücken in einem Auftragswert von ca. 500 Mio. € nicht im Rahmen eines PPP-Prpjekts durchführen. Die Sanierung der Brücken wird in Eigenregie getätigt.
- Dem Ortsbeirat sind zur weiteren Diskussion die Berichte des Revisionsamtes bezüglich des Projekts der Brückensanierungen vorzulegen.
Begründung:
Die Diskussion um die erneute Vergabe von Investitionen im Rahmen von PPP-Verfahren muss auch in den Ortsbeir ä ten weiter gefü hrt werden. Die Ü berlegungen, öffentlich rechtliche Partnerschaften (PPP) einzugehen, werden in Frankfurt auf immer mehr Betä tigungsfelder ausgeweitet. Jetzt ist der Sanierungsstau an Br ücken und anderen Ingenieurbauwerken dran.
Bereits in den letzten Jahren wurde eine Reihe von Investitionsmaßnahmen im Rahmen einer öffentlich rechtlichen Partnerschaft getätigt. Aber selbst städtische Ämter, wie das Revisionsamt hatten Zweifel an der Wirtschaftlichkeit, und es blieben viele offene Fragen. Aber, bei allen diesen Projekten werden sich viele offene Fragen erst nach Ablauf der jeweiligen Vertragslaufzeiten endgü ltig kl ären lassen. Es geht bei dieser ganzen Diskussion nicht um die Bewertung, ob und wenn ja, welche Brücken wann und wie saniert werden müssen. Es geht um die Art der Finanzierung. Diese PPP-Projekte sind Finanzkonstrukte.
Wir haben in den letzten Jahren über die, bereits nach wenigen Jahren, zur Katastrophe geführten Cross- Border- Leasing Geschäfte eine Menge gehört. Auch hier wurden die Risiken klein geredet und viele Kommunen stehen jetzt vor unl ö sbaren finanziellen Problemen. Und die PPP-Projekte stehen durchaus in einem ä hnlichen Kontext.
Die Stadt wird jahrzehntelang verpflichtet, Zahlungen zu leisten, ohne eine Garantie zu haben, ob die bezahlten Leistungen über die Dauer der Laufzeit überhaupt erbracht werden. (Wie sieht es bei dem PPP-Projekt Schulen z.B. mit der Bewirtschaftung derselben aus, wenn der Investor Konkurs anmeldet?) Dieses Risiko ergibt sich aus der Möglichkeit, dass der private Partner, Forderungen, die er an die Stadt hat, weiterverkaufen kann. Oder aber, wie sieht der Bedarf, in diesem Fall die Verkehrsentwicklung, in den nächsten 30 Jahren aus. Wird überhaupt eine "Bewirtschaftung" all der Brücken in der vorhergesehenen Form auch in Zukunft n ö tig sein?
Diese PPP-Projekte sind intransparent. Mit dem gesamten Vertragswerk unterwerfen sich die handelnden Akteure der Schweigepflicht, zum Nachteil jeglicher parlamentarischer Kontrolle. Die Stadtverordneten und Ortsbeiräte erfahren nichts aus den Verträgen, was wirklich wichtig wäre. Tausende Seiten von Verträgen und Geheimgesprächen unterlaufen deshalb jegliche parlamentarische Einflussmöglichkeit, zumal der "einfache" Stadtverordnete dem Wissen s- und Argumentationsvorsprung der "Kenner der Materie" völlig ausgeliefert ist.
Auch aus diesem Grund fordern wir, dass die Ortsbeiräte zumindest Einsicht in die Berichte des Revisionsamt erhalten, da hier zumindest einige Fragen, z.B. die Frage der Wirtschaftlichkeit, aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden.
Auch die Argumentation, Baumaßnahmen im Rahmen von PPP-Projekten seien schneller zu verwirklichen, ist hinf ä llig. Denn die Vorbereitung dieser Projekte ist von langen Vorlaufzeiten geprägt. (Ganz abgesehen davon, dass auch Klagen von Bewerbern, die nicht zum Zug gekommen sind, evtl. aufschiebende Wirkung haben kö nnten). Bei PPP-Projekten kommen nur Gro ß konzerne zum Zug, mittelstä ndische Unternehmen haben keinerlei Möglichkeit, an diesen Verfahren teilzunehmen. Außerdem haben die Maßnahmen im Rahmen des Konjunkturpakets II der Bundesregierung gezeigt, dass die öffentliche Hand Projekte schnell und effizient umsetzen kann.
Nachhaltig sind diese Projekte ebenfalls nicht. Zahlungen werden über die n ä chsten Jahrzehnte auf spätere Generationen verlagert, ohne jegliche Möglichkeit der vorzeitigen Rückzahlungen. So sieht verantwortungsvolle Politik nicht aus.
Hauptvorlage: Vortrag des Magistrats vom 19.03.2010, M 46 Beratung im Ortsbeirat: 4
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ortsbeirat berät & beschließt
- 3wird zu OA, OM, OI oder V
- 4Magistrat setzt um oder berichtet
Der Weg dieser Vorlage
Am 2. Mai 2010 brachte LINKE. im Ortsbeirat 4 diesen Antrag ein. In 2 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 15.06.2010 im OBR 4 abgelehnt.
Beratungsverlauf2 Beratungen
Ganzen Sammelbeschluss anzeigen (3 Punkte, betrifft überwiegend andere Vorlagen)
1. a) Die Beratung des Tagesordnungspunktes wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt. b) Die Stadtverordnetenversammlung wird gebeten, die Vorlage M 46 ebenfalls zurückzustellen. 2. Die Vorlage OF 650/4 wurde zurückgezogen. 3. Die Vorlage OF 664/4 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. Einstimmige Annahme zu 3. Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. SPD und LINKE. gegen 5 CDU (=Zustimmung) bei Enthaltung 1 CDU und GRÜNE zu 2. CDU und GRÜNE gegen SPD und LINKE. (= Annahme) zu 3. SPD, GRÜNE und LINKE. gegen CDU (= Ablehnung) zu 4. SPD, GRÜNE und LINKE. gegen CDU (= Ablehnung) zu 5. CDU und GRÜNE gegen LINKE. (= Ablehnung) bei Enthaltung SPD zu 6. SPD, GRÜNE und LINKE. gegen 4 CDU (= Ablehnung) bei Enthaltung 2 CDU