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Stein raus - Grün rein: Fassadengärten für Westend und Bockenheim

Vorlagentyp: OFCDU

Zusammenfassung

Der Vorschlag zielt darauf ab, ein Modell für Fassadengärten im Stadtteil zu entwickeln, um versiegelte Flächen zu entsiegeln und zu begrünen. Dies soll die Biodiversität fördern und den Anwohnern ermöglichen, aktiv an der Verschönerung ihres Wohnumfelds mitzuwirken. Erwartet wird eine Aufwertung des Straßenraums und eine Verbesserung des Mikroklimas.

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Thema Stadtplanung verfolgen

Antrag

Der Ortsbeirat 2 möge beschließen,

der Magistrat wird gebeten, nach niederländischem Vorbild ein niedrigschwelliges Modell für sogenannte Fassadengärten im öffentlichen Gehwegbereich zu entwickeln und zunächst im Ortsbezirk 2 zu erproben.

Dabei soll ermöglicht werden, unmittelbar entlang von Hausfassaden schmale Streifen des befestigten Gehwegs zu entsiegeln und zu bepflanzen, sofern Barrierefreiheit, ausreichende Gehwegbreiten, Rettungswege, Leitungstrassen und sonstige öffentliche Belange gewahrt bleiben.

Hierfür soll ein einfaches, standardisiertes und möglichst unbürokratisches Verfahren geschaffen werden. Zugleich soll geprüft werden, ob die Stadt das Entfernen und Abholen der aufgenommenen Pflastersteine sowie gegebenenfalls Pflanzerde oder kleine Pflanzpakete bereitstellen kann.

Die Pflege der Fassadengärten soll von den jwlg. Antragstellern übernommen werden; die Flächen verbleiben im Eigentum der Stadt Frankfurt am Main.

Bestehende Fördermöglichkeiten - insbesondere der Frankfurter Klimabonus - sollen nach Möglichkeit einbezogen werden.

Nach erfolgreicher Erprobung soll zudem geprüft werden, ob nach dem Vorbild des niederländischen "NK Tegelwippen" ein Wettbewerb zwischen Frankfurter Stadtteilen oder Ortsbezirken durchgeführt werden kann.

Begründung

Westend, Bockenheim und Kuhwald gehören zu den dicht bebauten Frankfurter Stadtteilen. Der Anteil versiegelter Flächen ist hoch, während zusätzliche Flächen für Begrünung nur begrenzt zur Verfügung stehen. Gerade entlang von Hausfassaden bestehen jedoch vielerorts kleine Flächenpotenziale, die bislang vollständig gepflastert sind.

Ein erfolgreiches Vorbild hierfür gibt es in den Niederlanden (NL). Dort startete im Jahr 2020 das sogenannte "NK Tegelwippen" zunächst als Wettbewerb zwischen Amsterdam und Rotterdam. Das Prinzip ist simpel: Pflastersteine werden entfernt und durch Pflanzen und wasserdurchlässige Flächen ersetzt. Bereits 2021 wurde daraus eine landesweite Aktion, an der inzwischen zahlreiche niederländische Kommunen teilnehmen. Seit Beginn wurden landesweit mehr als 22 Millionen Pflastersteine entfernt.

Ein wichtiger Bestandteil dieser Idee sind die in den NL verbreiteten "Geveltuinen", also kleine Fassadengärten unmittelbar entlang der Häuser. Dabei werden einzelne Reihen von Gehwegplatten aufgenommen und bepflanzt. Solche Maßnahmen können zugleich die Biodiversität fördern, Regenwasser aufnehmen und insbesondere während sommerlicher Hitzeperioden für zusätzliche Verdunstung und Kühlung sorgen.

Auch in Deutschland gibt es inzwischen vergleichbare Ansätze. Die Stadt Köln ermöglicht bereits straßenseitige, bodengebundene Fassadenbegrünungen im öffentlichen Straßenraum. Voraussetzung ist unter anderem, dass eine ausreichende und barrierefreie Gehwegbreite erhalten bleibt und Leitungen sowie verkehrliche Belange berücksichtigt werden. Die Bepflanzung und Pflege des Beetes übernimmt der Antragsteller.

Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf verfolgt ebenfalls das Ziel, Fassadengärten auf Gehwegen zu ermöglichen und die hierfür erforderlichen Verwaltungsverfahren zu vereinfachen. Der Bezirk hat sich unter anderem das Ziel gesetzt, bis 2030 insgesamt 200 Fassadengärten zu realisieren.

Auch der Wettbewerbsgedanke wurde inzwischen in Deutschland aufgegriffen: Köln, Bonn und Düsseldorf führen 2026 gemeinsam den Entsiegelungswettbewerb "Grau raus, Grün rein" durch. Bis zum 31. Oktober 2026 wird ermittelt, welche Stadt bezogen auf ihre Einwohner die größte Fläche entsiegelt und begrünt. Als Wanderpokal wird die "Goldene Gießkanne" vergeben.

Für den Ortsbezirk 2 bietet dieses Modell mehrere Vorteile zugleich. Bereits kleine entsiegelte Flächen können Regenwasser aufnehmen, die Verdunstung fördern, der sommerlichen Aufheizung entgegenwirken und zusätzliche Lebensräume für Insekten schaffen. Gleichzeitig wird der Straßenraum gestalterisch aufgewertet.

Vor allem aber entsteht eine Win-win-Situation für Stadt und Anwohner: Bürger erhalten die Möglichkeit, ihr unmittelbares Wohnumfeld eigenverantwortlich zu begrünen und mitzugestalten. Die Stadt gewinnt zusätzliche gepflegte Grünflächen, ohne dauerhaft selbst für deren Unterhaltung und Pflege aufkommen zu müssen.

Gerade angesichts begrenzter kommunaler Ressourcen liegt darin ein besonderer Vorteil des Modells: Mit überschaubarem öffentlichen Aufwand und privatem Engagement kann an vielen kleinen Stellen neues Grün entstehen. Der Ortsbezirk 2 bietet sich mit seinen dicht bebauten Quartieren daher besonders für eine Pilotphase an: Stein raus, Grün rein - direkt vor der Haustür.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

OFAntrag aus dem Ortsbeirat

Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ortsbeirat berät & beschließt
  3. 3wird zu OA, OM, OI oder V
  4. 4Magistrat setzt um oder berichtet

Der Weg dieser Vorlage

Am 21. September 2026 brachte CDU im Ortsbeirat 2 diesen Antrag ein.

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