Bündnis für mehr Ausbildung Fachkräftemangel bei Erzieher*innen bekämpfen, Fachkräfte im Beruf halten
Zusammenfassung
Der Antrag zielt darauf ab, ein Bündnis für mehr Ausbildung im Bereich der Kinderbetreuung zu initiieren, um den Fachkräftemangel bei Erzieher*innen zu bekämpfen. Durch die Erhöhung der Ausbildungszahlen und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende soll der steigende Bedarf an Fachkräften gedeckt werden.
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Thema Schulen und Bildung verfolgenAntrag
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Die Stadt Frankfurt initiiert ein "Bündnis für mehr Ausbildung für Fachkräfte in der Kinderbetreuung", was das Ziel hat, in einer gemeinsamen Anstrengung aller beteiligten Institutionen die Anzahl der jährlich in Frankfurt ausgebildeten Fachkräfte wesentlich zu erhöhen. Auf Basis des prognostizierten Bedarfs an Fachkräften soll die kommunale Strategie zur Ausbildung weiterentwickelt, umgesetzt und regelmäßig evaluiert werden. Dabei sollen ausreichend Fachkräfte ausgebildet werden, um den heutigen Bedarf und den durch den erhöhten Fachkraftschlüssel in Folge des Gute-KiTa-Gesetzes und den Rechtsanspruch auf Ganztag in der Grundschule steigenden Bedarf an pädagogischen Fachkräften zu decken. Als Akteure eines solchen Bündnisses sollen Vertreter*innen der städtischen Institutionen, der bereits eingerichteten Koordinierungsstelle zur Fachkräftegewinnung und -bindung, städtischer Eigenbetrieb Kita Frankfurt, Vertreter*innen der freien Träger, Lehrende und Auszubildende/Studierende der in diesem Bereich tätigen Ausbildungsinstitutionen, die Agentur für Arbeit Frankfurt am Main, Vertreter*innen der Gewerkschaften Verdi und GEW sowie die bildungspolitischen Sprecher*innen der Römer-Fraktionen eingeladen werden. Das Bündnis wird durch das Bildungsdezernat der Stadt Frankfurt moderiert und es wird geprüft, ob der bereits bestehende Trägerkreis des Bildungsdezernats entsprechend erweitert werden kann. Es soll der Sachstand bezüglich der Ausbildung im Erzieher*innenbereich evaluiert, Handlungsempfehlungen für die beteiligten Institutionen entwickelt, Maßnahmen aufeinander abgestimmt und die Öffentlichkeit über Fortschritte und geplante Maßnahmen informiert werden. Die Koordinierungsstelle zur Fachkräftegewinnung und -bindung stellt die Ergebnisse zum Fachkräftemonitoring vor, sobald diese vorliegen und entwickelt entsprechende Prognosezahlen, auf deren Basis Ziele und Zwischenziele für das Bündnis definiert werden können. Dabei sollen Maßnahmen für folgende Themenkomplexe diskutiert werden: Ausbau der Ausbildungsplatzkapazitäten bei den Trägern entsprechend des zukünftigen Bedarfs, Förderung der Ausbildung über den eigenen Bedarf des jeweiligen Trägers (Vergütungsmodell prüfen), Bereitstellung der benötigten Ausbildungskapazitäten an den Fachschulen in Frankfurt und Umgebung inklusive Maßnahmen zur Ausweitung der Ausbildungskapazitäten, Möglichkeiten, die Attraktivität des Berufseinstiegs und der Berufstätigkeit zu steigern: z. B. Azubi- und Studierenden-Wohnen, Zulagen, Auswertung bundesweiter Best-Practice-Beispiele (Koordinierungsstelle) zur Gewinnung und zum Halten von Fachkräften, Möglichkeiten, mehr Personal für multiprofessionelle Teams zu gewinnen, ausloten, Weitere Förderung der Mitarbeit von Männern in Betreuungseinrichtungen, Haltekraft für die in den Einrichtungen bereits tätigen Fachkräfte stärken (Stichwort Entlastungspotential ausloten), Um mehr Auszubildende zu gewinnen und in den Beruf zu bringen sollen aufbauend auf der bisherigen Arbeit der Koordinierungsstelle zur Fachkräftegewinnung und -bindung die Werbemaßnahmen nach Bedarf ausgeweitet werden. Darüber hinaus sollen Modelle entwickelt werden, potentiell am Beruf Interessierten eine individuelle Beratung über den besten Ausbildungsweg zu ermöglichen. Ziel einer solchen individuellen Beratung ist es, die Zugangshürden zum Beruf zu senken und für alle Interessierten aber insbesondere auch für Quereinsteiger*innen einen erleichterten Einstieg in die Ausbildung zu schaffen. Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main und dem Jobcenter Frankfurt am Main soll die Verzahnung zwischen den Berufsbildungs- und Vermittlungsmaßnahmen der Agentur und der Fachkräftegewinnung der Stadt Frankfurt gestärkt werden. Mit der NR 389/22 und der E 53/23 wurden bereits einige Maßnahmen initiiert, um bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende zu schaffen. Zusätzlich wird der Magistrat beauftragt, das Frankfurter Programm zur Wohnraumförderung für Studierende auf Auszubildende zu erweitern, um die Errichtung von Auszubildendenwohnheimen zu unterstützen.
Begründung
Der Fachkräftebedarf im Bereich Erzieher*innen ist bereits heute bundesweit deutlich größer als das Angebot. Mit dem Ausbau von Betreuungsplätzen und Rechtsansprüchen wird er absehbar noch erheblich steigen. Mit Anwerbemaßnahmen allein kann der Bedarf nicht gedeckt werden. Um zusätzliche Fachkräfte zu gewinnen, müssen die Ausbildungszahlen gesteigert und der Bedarf an bezahlbaren Wohnungen für Auszubildende gedeckt werden. Bereits heute haben viele der genannten Beteiligten Maßnahmen entwickelt, die zu einer Gewinnung von Fachkräften beitragen sollen. Die Einrichtung eines Bündnisses für Ausbildung zielt darauf ab, weitere Maßnahmen zu entwickeln um die Zahl der in Frankfurt ausgebildeten Fachkräfte weiter zu erhöhen und einem frühzeitigen Austritt bereits beschäftigter Fachkräfte vorzubeugen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Der Weg dieser Vorlage
Am 8. März 2024 brachten GRÜNE, SPD, FDP, Volt diesen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 4 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 21.03.2024 im Stadtverordnetenversammlung angenommen.
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, Volt und FRAKTION gegen LINKE. (= Prüfung und Berichterstattung); CDU und AfD (= Votum im Haupt- und Finanzausschuss)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU, AfD und FRAKTION (= Annahme) sowie LINKE., ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung ohne Zusatz) zu 2. GRÜNE, SPD, FDP, LINKE., Volt, FRAKTION und ÖkoLinX-ELF; CDU und AfD (= Votum im Haupt- und Finanzausschuss) Sonstige Voten/Protokollerklärung: Gartenpartei (NR 834 = Prüfung und Berichterstattung ohne Zusatz, NR 897 = Annahme mit der Maßgabe, dass die Bezahlung der Fachkräfte massiv erhöht wird, da die Entscheidung für diesen Beruf dann wesentlich leichter fällt.)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU, AfD und FRAKTION (= Annahme) sowie LINKE., ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung ohne Zusatz) zu 2. GRÜNE, SPD, FDP, Volt und FRAKTION gegen CDU (= Annahme im Rahmen der Vorlage NR 834) sowie LINKE., AfD, ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: Gartenpartei (NR 834 = Prüfung und Berichterstattung ohne Zusatz, NR 897 = Annahme mit der Maßgabe, dass die Bezahlung der Fachkräfte massiv erhöht wird, da die Entscheidung für diesen Beruf dann wesentlich leichter fällt.)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU, AfD und FRAKTION (= Annahme) sowie LINKE., ÖkoLinX-ELF, BFF-BIG und Gartenpartei (= Prüfung und Berichterstattung ohne Zusatz) zu 2. zu a) GRÜNE, SPD, FDP, Volt und FRAKTION gegen CDU (= Annahme im Rahmen der Vorlage NR 834), LINKE., AfD, ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung) sowie Gartenpartei (= Annahme mit der Maßgabe, dass die Bezahlung der Fachkräfte massiv erhöht wird, da die Entscheidung für diesen Beruf dann wesentlich leichter fällt)