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Menschenunwürdige Zustände in der Prostitution beenden

Vorlagentyp: NRCDU
7 SitzungenAbgelehnt

Zusammenfassung

Der Antrag fordert die Stadtverordnetenversammlung auf, menschenunwürdige Zustände in der Prostitution zu beenden. Es sollen Maßnahmen zur Aufklärung, Prävention und Unterstützung von Prostituierten ergriffen werden. Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Betroffenen zu verbessern und den Schutz vor Gewalt und Ausbeutung zu gewährleisten.

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Thema Gesundheit und Soziales verfolgen

Antrag

Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:

Der Magistrat wird aufgefordert,

  1. den Fachbeirat "Prostitution in Frankfurt am Main" umgehend wieder einzurichten und mit den Vertreterinnen und Vertretern in einen Dialog über das Thema "Sexkaufverbot" einzutreten;
  2. ein Präventions- und Bildungsprogramm aufzusetzen, mit dem Ziel, an Schulen, in der Öffentlichkeit und in den Herkunftsländern der Prostituierten (vor allem in Bulgarien und Rumänien) über Menschenhandel und Zwangsprostitution aufzuklären;
  3. ein Programm für Freier zu entwickeln, das zur Aufklärung und zur Sensibilisierung für die dramatischen Zustände in der Prostitution sowie für Zwangsprostitution, Menschenhandel und Menschenrechtsverletzungen beiträgt;
  4. ein Modellprojekt zum Ausstieg aus der Prostitution zu starten. Ziel jeder Begleitung von Prostituierten durch Beratungsstellen muss der Ausstieg sein. Sicherer Wohnraum, psychosoziale Begleitung, die Aufnahme einer Ausbildung oder einer anderen Beschäftigung müssen Bestandteile jedes Ausstiegsszenarios sein. Für dieses Projekt sind in ausreichender Zahl Plätze in Ausstiegswohnungen zu schaffen;
  5. in Zusammenarbeit mit den betroffenen Dezernaten, den Beratungsstellen, dem Ordnungsamt der Stadt Frankfurt, dem Gesundheitsamt, dem Polizeipräsidium und dem Finanzamt die bestehenden Gesetze im Bereich Prostitution in Frankfurt und schwerpunktmäßig im Bahnhofsviertel effektiv durchzusetzen.

Begründung

Der Gesetzgeber hat es bislang nicht geschafft, Prostituierte - mehrheitlich Frauen, aber auch Männer - ausreichend zu schützen. Es gibt in geringen Teilen auch eine selbstbestimmte und legale Prostitution, aber eine weitaus größere Anzahl an Frauen ist in der unfreiwilligen Armuts- und Elendsprostitution gefangen. Die Frauen leben in völliger Abhängigkeit von Zuhältern und leiden unter Gewalt. Der größte Teil der Prostitution findet de facto im Dunkelfeld statt. Die Ziele des 2002 eingeführten Prostitutionsgesetzes wurden verfehlt. Eine konsequente Anwendung des Prostituiertenschutzgesetzes (2017) ist nicht gegeben. Die aktuelle Debatte über die Einführung eines Sexkaufverbots sollte daher aufgrund der besonderen Lage im Bahnhofsviertel auch in Frankfurt geführt werden. Die für 2025 vorgesehene Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes sollte nicht abgewartet werden, da sich viele Frauen in einer Notsituation befinden. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die in Frankfurt regierende Koalition sich adäquat mit dem Thema befasst. Im Bericht B250 "Lebenswertes Bahnhofsviertel - bessere Lebensverhältnisse, konfliktärmeres Zusammenleben, Sicherheit und Sauberkeit" kommt das Wort "Prostitution" ein einziges Mal im Rahmen einer Aufzählung vor. Neben den Ankündigungen zu Maßnahmen im Rahmen der Drogenhilfe und zur Sauberkeit etc., wird sogar das ungeordnete Abstellen von E-Scootern thematisiert - vom Schutz von Prostituierten ist keine Rede. Es ist absolut zu begrüßen, dass Debatten über die Gleichstellung von Frauen und Männern, Gewalt gegen Mädchen und Frauen oder auch geschlechtersensible Sprache eine größere Rolle in der Öffentlichkeit spielen. Angesichts dieser positiven Entwicklung ist es allerdings völlig unverständlich, dass Politik und Gesellschaft im Bereich der Prostitution nicht vehement eine Veränderung der oftmals menschenunwürdigen Zustände fordern. Viele Länder wie Schweden, Kanada oder Frankreich haben sich bereits für die Einführung eines Sexkaufverbots in unterschiedlichen Varianten ausgesprochen. Die Erfahrungen der anderen Länder und die Kritikpunkte in Bezug auf ein Sexkaufverbot müssen in die aktuelle Debatte einfließen.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

NRAntrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ausschüsse beraten & empfehlen
  3. 3Plenum beschließt

Der Weg dieser Vorlage

Am 13. Dezember 2023 brachte CDU diesen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 7 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 29.02.2024 im Stadtverordnetenversammlung abgelehnt.

Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf7 Beratungen
OBR 1
Sitzung 26 · 16.01.2024
TO I, TOP 43
Beraten
Die Vorlage NR 836 wird zurückgewiesen.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
SPDFDPLinkeÖkoLinX-ARLBFFDie Partei
Ablehnung:
GrüneCDU
Abstimmung im Original

Abstimmung: SPD, FDP, LINKE., ÖkoLinX-ARL, BFF und Die Partei gegen GRÜNE und CDU (= Kenntnis)

Ausschusses für Wirtschaft, Recht und Frauen
Sitzung 23 · 16.01.2024
TO I, TOP 12
Beraten
Die Beratung der Vorlage NR 836 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPLinkeVoltFRAKTIONBFF-BIG
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, LINKE., Volt, FRAKTION und BFF-BIG

Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 23 · 18.01.2024
TO I, TOP 8
Beraten
nicht auf TO Die Beratung der Vorlage NR 836 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneSPDFDPVolt
Ablehnung:
CDU
Enthaltung:
LinkeAfD
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU (= Beratung); LINKE. und AfD (= Enthaltung)

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 28 · 01.02.2024
TO I, TOP 7
Beraten
a) Die Beratung der Vorlage NR 836 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt. b) Die Wortmeldungen der Stadtverordneten Ringer, Schulz-Nurtsch, Hauenschild, Schnitzler, Baumann und Christann dienen zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu a)
Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPLinkeAfDVoltFRAKTIONÖkoLinX-ELFBFF-BIGGartenpartei
Abstimmung im Original

Abstimmung: zu a) GRÜNE, CDU, SPD, FDP, LINKE., AfD, Volt, FRAKTION, ÖkoLinX-ELF, BFF-BIG und Gartenpartei

Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 24 · 15.02.2024
TO I, TOP 6
Abgelehnt
Die Vorlage NR 836 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneSPDFDPLinkeVoltFRAKTIONÖkoLinX-ELF
Ablehnung:
CDUAfD
Sonstige:
BFF-BIG (Prüfung und Berichterstattung)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, LINKE., Volt, FRAKTION und ÖkoLinX-ELF gegen CDU (= Annahme) und AfD (= Prüfung und Berichterstattung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung)

Ausschusses für Wirtschaft, Recht und Frauen
Sitzung 24 · 20.02.2024
TO I, TOP 6
Abgelehnt
Die Vorlage NR 836 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneSPDFDPLinkeVoltFRAKTION
Ablehnung:
CDUÖkoLinX-ELF
Sonstige:
AfD (Prüfung und Berichterstattung)BFF-BIG (Prüfung und Berichterstattung)Gartenpartei (Prüfung und Berichterstattung)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, LINKE. und Volt gegen CDU (= Annahme) sowie ÖkoLinX-ELF (= Prüfung und Berichterstattung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD, BFF-BIG und Gartenpartei (= Prüfung und Berichterstattung) FRAKTION (= Ablehnung)

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 29 · 29.02.2024
TO II, TOP 1
Abgelehnt
Die Vorlage NR 836 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneSPDFDPLinkeVoltFRAKTION
Ablehnung:
CDUAfDÖkoLinX-ELFBFF-BIGGartenpartei
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, LINKE., Volt und FRAKTION gegen CDU (= Annahme) sowie AfD, ÖkoLinX-ELF, BFF-BIG und Gartenpartei (= Prüfung und Berichterstattung)

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