Frankfurt als führenden Finanzplatz sichern - Interessen der Stadt bei der geplanten Übernahme der Commerzbank konsequent vertreten
Zusammenfassung
In diesem Antrag wird gefordert, dass die Stadt Frankfurt am Main ihre Interessen bei der geplanten Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit entscheidend verteidigt. Ziel ist es, den Finanzplatz Frankfurt zu stärken und wertvolle Arbeitsplätze sowie zentrale Konzernfunktionen in der Stadt zu sichern.
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Thema Wirtschaft und Tourismus verfolgenAntrag
- sich gegenüber der Hessischen Landesregierung und der Bundesregierung mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass der Finanzplatz Frankfurt im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit dauerhaft gestärkt und nicht geschwächt wird,
- darauf hinzuwirken, dass das Kapitalmarkt-, Handels- und Treasury-Geschäft einer möglicherweise fusionierten Bank dauerhaft in Frankfurt am Main gebündelt und von dort aus gesteuert wird,
- sich dafür einzusetzen, dass die Deutschlandzentrale der fusionierten Bank ihren Sitz in Frankfurt erhält und die wesentlichen strategischen Entscheidungen für das Deutschlandgeschäft von Frankfurt aus getroffen werden,
- darauf hinzuwirken, dass zentrale Konzernfunktionen wie Risikomanagement, Compliance, IT sowie weitere hochwertige Arbeitsplätze dauerhaft am Standort Frankfurt erhalten und nach Möglichkeit ausgebaut werden,
- gemeinsam mit dem Land Hessen, der Bundesregierung, Frankfurt Main Finance e. V., der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main sowie weiteren Akteuren des Finanzplatzes ein Konzept zur langfristigen Stärkung Frankfurts zu entwickeln, mit dem Ziel, zusätzliche Unternehmenszentralen, Konzernfunktionen und hochwertige Arbeitsplätze in unserer Stadt anzusiedeln und bestehende dauerhaft zu sichern.
Begründung
Frankfurt am Main ist das bedeutendste Finanzzentrum Deutschlands und zählt zu den führenden Finanzplätzen Europas. Mit der Europäischen Zentralbank, der Deutschen Bundesbank, der Frankfurter Wertpapierbörse, der Deutschen Börse AG, der Terminbörse Eurex und der neuen europäischen Geldwäschebehörde AMLA verfügt die Stadt über ein europaweit einzigartiges Finanz- und Regulierungsumfeld. Gleichzeitig steht der Standort im Wettbewerb mit anderen nationalen und internationalen Finanzplätzen. In der Vergangenheit hat Frankfurt bereits Unternehmenszentralen und zentrale Konzernfunktionen an das Umland oder andere Standorte verloren. Diese Entwicklung darf sich nicht fortsetzen.
Die geplante Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit könnte zu einer der bedeutendsten Veränderungen im deutschen Bankensektor seit Jahren führen. Es besteht die reale Gefahr, dass im Zuge einer Integration Führungsfunktionen, Entscheidungskompetenzen und hochwertige Arbeitsplätze schrittweise außerhalb Frankfurts angesiedelt werden. Frühere Bankenfusionen zeigen, dass zentrale Unternehmensfunktionen nach Übernahmen häufig an andere Konzernstandorte verlagert werden. Deshalb ist es wichtig, bereits jetzt klare Standortzusagen einzufordern.
Politische Forderungen nach einer vollständigen Verlagerung des Konzernsitzes der UniCredit nach Frankfurt sind weder realistisch noch zielführend. Die Stadt muss sich daher auf erreichbare und wirtschaftlich sinnvolle Ziele konzentrieren. Mit seiner vorhandenen Infrastruktur und der hohen Konzentration internationaler Finanzinstitute bietet Frankfurt hervorragende Voraussetzungen, das deutsche und europäische Kapitalmarkt- und Handelsgeschäft einer fusionierten Bank dauerhaft zu bündeln.
Ebenso muss sichergestellt werden, dass das Deutschlandgeschäft der fusionierten Bank zukünftig von Frankfurt aus gesteuert wird. Die Bundesregierung verfügt durch ihre Beteiligung an der Commerzbank über erheblichen Einfluss. Dieser sollte genutzt werden, um langfristige und verbindliche Standortgarantien für Frankfurt zu erreichen. Die geplante Übernahme darf nicht zu einem schleichenden Bedeutungsverlust Frankfurts führen. Sie sollte vielmehr als Chance genutzt werden, den Finanzplatz weiter auszubauen, zusätzliche Konzernfunktionen anzusiedeln und seine Stellung als führendes Finanzzentrum Deutschlands und Europas zu stärken.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Der Weg dieser Vorlage
Am 5. August 2026 brachte BFF-DFRA-FREIE WÄHLER diesen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In einer Sitzung wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 22.09.2026 im Ausschusses für Wirtschaft, Recht und Sport abgelehnt.
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: Ziffer 1. und 5.: CDU, GRÜNE, SPD, Linke, Volt und ÖkoLinX-ELF-PARTEI gegen AfD, FDP und BFF-DFRA-FREIE WÄHLER (= Annahme) Ziffer 2. bis 4.: CDU, GRÜNE, SPD, Linke, Volt, FDP und ÖkoLinX-ELF-PARTEI gegen AfD und BFF-DFRA-FREIE WÄHLER (= Annahme)