Nilgans-Population im Frankfurter Stadtgebiet nachhaltig dezimieren
Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.
Unabhängig. Kostenlos. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.
Thema Umwelt und Energie verfolgenBegründung
Stadtgebiet nachhaltig dezimieren Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Magistrat wird beauftragt, geeignete und wirkungsvolle Maßnahmen einzuleiten, die unmittelbar ab dem 01. September 2017 greifen und dazu dienen, die Nilgans-Population im Frankfurter Stadtgebiet nachhaltig zu dezimieren sowie ein Nachrücken in freigewordene, aber beliebte Reviere - insbesondere die städtischen Freibäder - so weit als möglich zu unterbinden. Über Art und Umfang der ergriffenen Maßnahmen in den einzelnen Revieren sowie die weitere Entwicklung der Nilgans-Population im Stadtgebiet insgesamt wird der Magistrat die Öffentlichkeit regelmäßig informieren. Begründung: Die Nilgans, eine invasive afrotropische Wildentenart, hat sich in den letzten Jahren auch im Frankfurter Stadtgebiet rasant ausgebreitet und verdrängt nicht nur einheimische Wasservogel-Arten, wie z. B. Stockenten oder Schwäne, sondern stellt in den von ihr gerne als Revier genutzten Freibädern auch eine Gesundheitsgefahr für die Badegäste dar. Wie alle Wildvögel ist auch die Nilgans ein potentieller Überträger von Infektionskrankheiten, die insbesondere für Kleinkinder sowie ältere und immungeschwächte Menschen bedrohlich sind und unter Umständen auch tödlich enden können. So sind Salmonellen recht häufig bei Wasservögeln, die bei Menschen Übelkeit, schwere Durchfälle und Erbrechen hervorrufen können. Im Kot der Wasservögel befinden sich zudem häufig Viren von auch auf Menschen übertragbaren, gefährlichen Krankheiten. Auch Shigellen, Stäbchenbakterien, die eine schwere Ruhr übertragen können sowie Krätze können vom Federvieh übertragen werden. Die Erreger können auch durch Einatmen von getrocknetem Kotstaub übertragen werden, so dass die ausreichende Chlorung des Badewassers alleine keinen ausreichenden Schutz der Badegäste vor den gesundheitlichen Risiken der Hinterlassenschaften der Nilgänse darstellt. Nachdem der Magistrat auf Anfrage der BFF-Fraktion A 879 vom 09.07.2015 die starke Ausbreitung der Nilganspopulation in Frankfurt in der Vergangenheit negiert und lediglich die Entwicklung des Aufkommens von Gänsen weiter beobachtet hat (siehe z. B. Magistratsbericht B 386 v. 19.10.2015), muss er jetzt endlich die Reißleine ziehen und das zur Verfügung stehende Zeitfenster vom 01. September 2017 bis 15. Januar 2018 effektiv nutzen, um die Nilgans-Population in Frankfurt deutlich zu reduzieren. Ein weiteres Zuwarten ist schon alleine deshalb nicht zu verantworten, da aufgrund der zunehmenden Population ansonsten immer mehr Nilgänse getötet werden müssten. Und eine Situation wie in den Niederlanden, wo im Jahr 2015 hunderttausende Nilgänse und andere Gänsearten eingefangen und mit Kohlendioxid getötet wurden (dafür wurde eigens das Tötungsverbot durch CO2 von der Europäischen Kommission aufgehoben) kann wohl niemand ernsthaft wollen.
Inhalt
Antrag vom 16.08.2017, NR 381
Betreff: Nilgans-Population im Frankfurter Stadtgebiet nachhaltig dezimieren Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Magistrat wird beauftragt, geeignete und wirkungsvolle Maßnahmen einzuleiten, die unmittelbar ab dem 01. September 2017 greifen und dazu dienen, die Nilgans-Population im Frankfurter Stadtgebiet nachhaltig zu dezimieren sowie ein Nachrücken in freigewordene, aber beliebte Reviere - insbesondere die städtischen Freibäder - so weit als möglich zu unterbinden. Über Art und Umfang der ergriffenen Maßnahmen in den einzelnen Revieren sowie die weitere Entwicklung der Nilgans-Population im Stadtgebiet insgesamt wird der Magistrat die Öffentlichkeit regelmäßig informieren.
Begründung: Die Nilgans, eine invasive afrotropische Wildentenart, hat sich in den letzten Jahren auch im Frankfurter Stadtgebiet rasant ausgebreitet und verdrängt nicht nur einheimische Wasservogel-Arten, wie z. B. Stockenten oder Schwäne, sondern stellt in den von ihr gerne als Revier genutzten Freibädern auch eine Gesundheitsgefahr für die Badegäste dar. Wie alle Wildvögel ist auch die Nilgans ein potentieller Überträger von Infektionskrankheiten, die insbesondere für Kleinkinder sowie ältere und immungeschwächte Menschen bedrohlich sind und unter Umständen auch tödlich enden können. So sind Salmonellen recht häufig bei Wasservögeln, die bei Menschen Übelkeit, schwere Durchfälle und Erbrechen hervorrufen können. Im Kot der Wasservögel befinden sich zudem häufig Viren von auch auf Menschen übertragbaren, gefährlichen Krankheiten. Auch Shigellen, Stäbchenbakterien, die eine schwere Ruhr übertragen können sowie Krätze können vom Federvieh übertragen werden. Die Erreger können auch durch Einatmen von getrocknetem Kotstaub übertragen werden, so dass die ausreichende Chlorung des Badewassers alleine keinen ausreichenden Schutz der Badegäste vor den gesundheitlichen Risiken der Hinterlassenschaften der Nilgänse darstellt. Nachdem der Magistrat auf Anfrage der BFF-Fraktion A 879 vom 09.07.2015 die starke Ausbreitung der Nilganspopulation in Frankfurt in der Vergangenheit negiert und lediglich die Entwicklung des Aufkommens von Gänsen weiter beobachtet hat (siehe z. B. Magistratsbericht B 386 v. 19.10.2015), muss er jetzt endlich die Reißleine ziehen und das zur Verfügung stehende Zeitfenster vom 01. September 2017 bis 15. Januar 2018 effektiv nutzen, um die Nilgans-Population in Frankfurt deutlich zu reduzieren. Ein weiteres Zuwarten ist schon alleine deshalb nicht zu verantworten, da aufgrund der zunehmenden Population ansonsten immer mehr Nilgänse getötet werden müssten. Und eine Situation wie in den Niederlanden, wo im Jahr 2015 hunderttausende Nilgänse und andere Gänsearten eingefangen und mit Kohlendioxid getötet wurden (dafür wurde eigens das Tötungsverbot durch CO2 von der Europäischen Kommission aufgehoben) kann wohl niemand ernsthaft wollen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 16. August 2017Sie sind hierNRNR 381Nilgans-Population im Frankfurter Stadtgebiet nachhaltig dezimierenSTVV-Antrag · BFF
- 22. Dezember 2017Antwort des Magistrats · nach 18 WochenBB 425Nilgans-Population im Frankfurter Stadtgebiet nachhaltig dezimierenMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: zu a) Ablehnung der Dringlichkeit durch CDU, SPD, GRÜNE und FRAKTION gegen AfD, LINKE., FDP und BFF (= Aufnahme auf TO)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE und FDP gegen AfD, BFF und FRAKTION (= Annahme) sowie LINKE. (= Ablehnung)