„Frankfurter Essig-Viertel“ statt „Eichenwald“!
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Thema Wohnen verfolgenBegründung
statt "Eichenwald"! Laut Frankfurter Rundschau vom 07.02.2017 will die Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen das geplante und heftig umstrittene "Innovationsquartier" zwischen Nordend und Bornheim umbenennen und sucht dafür einen neuen Namen. Bei der Namenssuche kam die CDU auf die Stadtteilbezeichnung "Eichenwald". Allerdings gibt es bereits in den beiden Ortsbezirken 3 (Nordend) und 4 (Bornheim / Ostend) eine Eichwaldstraße, die sich auf einen ehemals dort befindlichen und abgeholzten Eichenwald bezieht. Deshalb sollte bei der Namenssuche mit historischen Standortbezügen zum Areal das geplante Neubaugebiet in "Frankfurter Essig-Viertel" benannt werden. Begründung: Bei der Spurensuche Frankfurter Wirtschaftsgeschichte taucht immer wieder der Name eines mittelständischen Unternehmens auf, dessen lustiges Firmensignet sich weit vor den heute üblichen Branchenbegriffen von "Public Relations und Eyecatching im Foodbereich" behauptete: Die 3 sauren Burschen der Frankfurter Senf- und Essigfabrik Andreas Kolb. Am
- Oktober 1894 gründete der Müllermeister Andreas Kolb die erste Frankfurter Senffabrik in einem Hinterhof der Egenolffstraße. Da die Maschinengeräusche aber den nachbarschaftlichen Frieden erheblich beeinträchtigten und das Fabrikgelände keine flächenmäßige Expansion bot, verlagerte Andreas Kolb kurzerhand seinen Betrieb in die Friedberger Landstraße 296, dort wo die ehemalige Frankfurter Milchkur-Anstalt stand und heute das so genannte "Innovationsquartier" entstehen soll. Die Produktionspalette wurde bald um die Herstellung von Essig erweitert, denn dem Ebbelwoi-Liebhaber Kolb kam die zündende Idee, aus der Überproduktion seines Stammlokales an der Friedberger Warte Obstessig herzustellen. 1925 verstarb der Firmengründer, seine drei Söhne Wilhelm, Eugen und Hans führten die Geschäfte weiter und wandelten die bisherige Senf- und Essigfabrik Andreas Kolb in eine oHG um. Gleichzeitig legten sie sich die Schutzmarke "3 saure Burschen" zu, die ihnen zu einer baldigen Popularität verhalf. Der Betrieb in der Friedberger Landstraße 296 wurde im II. Weltkrieg total zerstört. 1946/47 begann der Wiederaufbau nach damalig modernsten Gesichtspunkten. Die Fabrikation von Sauerkonserven, die bereits während des Krieges geplant war, aber wegen der Luftangriffe eingestellt wurde, konnte nun aufgenommen werden. Sauerkraut, Gurken in jeglicher Variante, rote Bete, Tomatenpaprika, Mixed Pickles und Peperoni standen im Lieferprogramm. Die grauen Steingut-Senftöpfe mit der Firmenaufschrift wurden zum werbewirksamen Reklameträger in Metzgereien und Gaststätten. Eine regionale Wirtschaftsprognose der 60er Jahre über die "3 sauren Burschen" im damaligen Stadtteil Bornheim lautete: "In über 6 Jahrzehnten ist aus der ersten Frankfurter Senffabrik ein beachtliches Unternehmen mit einer leistungsgesteigerten Kapazität erwachsen, das auch weiterhin günstige Aussichten auf eine gedeihliche Entwicklung bietet". Doch 1972 endete die eigenständige Firmengeschichte des Traditionsbetriebes aus familiären Gründen. Der Hamburger Konkurrent, die Sauerkonservenfabrik Kühne übernahm die 3 sauren Burschen. "Sauer macht lustig", ist eine Volksweisheit, die sich in der Senf- und Essigdynastie bewies, denn der Karneval war das Freizeitelixier im Hause Kolb. Hans Kolb und Ehefrau Inge waren nach dem II. Weltkrieg das erste Frankfurter Prinzenpaar der närrischen Kampagne
- Für das Firmenlogo der "3 sauren Burschen" posierten die Söhne in der Uniform der ehemaligen Frankfurter Bürgerwehr die "Weißbüsch" des Karneval-Verein "Der Frankfurter 02" e. V., die alljährlich beim Rathaussturm am Fastnachtssamstag Oberbürgermeister und Magistrat tapfer aber immer wieder erfolglos verteidigen.
Inhalt
Antrag vom 07.02.2017, NR 237
Betreff: "Frankfurter Essig-Viertel" statt "Eichenwald"! Laut Frankfurter Rundschau vom 07.02.2017 will die Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen das geplante und heftig umstrittene "Innovationsquartier" zwischen Nordend und Bornheim umbenennen und sucht dafür einen neuen Namen. Bei der Namenssuche kam die CDU auf die Stadtteilbezeichnung "Eichenwald". Allerdings gibt es bereits in den beiden Ortsbezirken 3 (Nordend) und 4 (Bornheim / Ostend) eine Eichwaldstraße, die sich auf einen ehemals dort befindlichen und abgeholzten Eichenwald bezieht. Deshalb sollte bei der Namenssuche mit historischen Standortbezügen zum Areal das geplante Neubaugebiet in "Frankfurter Essig-Viertel" benannt werden.
Begründung: Bei der Spurensuche Frankfurter Wirtschaftsgeschichte taucht immer wieder der Name eines mittelständischen Unternehmens auf, dessen lustiges Firmensignet sich weit vor den heute üblichen Branchenbegriffen von "Public Relations und Eyecatching im Foodbereich" behauptete: Die 3 sauren Burschen der Frankfurter Senf- und Essigfabrik Andreas Kolb. Am
- Oktober 1894 gründete der Müllermeister Andreas Kolb die erste Frankfurter Senffabrik in einem Hinterhof der Egenolffstraße. Da die Maschinengeräusche aber den nachbarschaftlichen Frieden erheblich beeinträchtigten und das Fabrikgelände keine flächenmäßige Expansion bot, verlagerte Andreas Kolb kurzerhand seinen Betrieb in die Friedberger Landstraße 296, dort wo die ehemalige Frankfurter Milchkur-Anstalt stand und heute das so genannte "Innovationsquartier" entstehen soll. Die Produktionspalette wurde bald um die Herstellung von Essig erweitert, denn dem Ebbelwoi-Liebhaber Kolb kam die zündende Idee, aus der Überproduktion seines Stammlokales an der Friedberger Warte Obstessig herzustellen. 1925 verstarb der Firmengründer, seine drei Söhne Wilhelm, Eugen und Hans führten die Geschäfte weiter und wandelten die bisherige Senf- und Essigfabrik Andreas Kolb in eine oHG um. Gleichzeitig legten sie sich die Schutzmarke "3 saure Burschen" zu, die ihnen zu einer baldigen Popularität verhalf. Der Betrieb in der Friedberger Landstraße 296 wurde im II. Weltkrieg total zerstört. 1946/47 begann der Wiederaufbau nach damalig modernsten Gesichtspunkten. Die Fabrikation von Sauerkonserven, die bereits während des Krieges geplant war, aber wegen der Luftangriffe eingestellt wurde, konnte nun aufgenommen werden. Sauerkraut, Gurken in jeglicher Variante, rote Bete, Tomatenpaprika, Mixed Pickles und Peperoni standen im Lieferprogramm. Die grauen Steingut-Senftöpfe mit der Firmenaufschrift wurden zum werbewirksamen Reklameträger in Metzgereien und Gaststätten. Eine regionale Wirtschaftsprognose der 60er Jahre über die "3 sauren Burschen" im damaligen Stadtteil Bornheim lautete: "In über 6 Jahrzehnten ist aus der ersten Frankfurter Senffabrik ein beachtliches Unternehmen mit einer leistungsgesteigerten Kapazität erwachsen, das auch weiterhin günstige Aussichten auf eine gedeihliche Entwicklung bietet". Doch 1972 endete die eigenständige Firmengeschichte des Traditionsbetriebes aus familiären Gründen. Der Hamburger Konkurrent, die Sauerkonservenfabrik Kühne übernahm die 3 sauren Burschen. "Sauer macht lustig", ist eine Volksweisheit, die sich in der Senf- und Essigdynastie bewies, denn der Karneval war das Freizeitelixier im Hause Kolb. Hans Kolb und Ehefrau Inge waren nach dem II. Weltkrieg das erste Frankfurter Prinzenpaar der närrischen Kampagne
- Für das Firmenlogo der "3 sauren Burschen" posierten die Söhne in der Uniform der ehemaligen Frankfurter Bürgerwehr die "Weißbüsch" des Karneval-Verein "Der Frankfurter 02" e. V., die alljährlich beim Rathaussturm am Fastnachtssamstag Oberbürgermeister und Magistrat tapfer aber immer wieder erfolglos verteidigen.Zuständige Ausschüsse: Ausschuss für Planung, Bau und Wohnungsbau Beratung im Ortsbeirat: 3, 4 Versandpaket: 08.02.2017
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Der Weg dieser Vorlage
Am 7. Februar 2017 brachte FRANKFURTER diesen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 5 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 20.04.2017 im OBR 3 abgelehnt.
Beratungsverlauf5 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE. und BFF gegen AfD und FDP (= Prüfung und Berichterstattung) sowie FRAKTION und FRANKFURTER (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ARL (= Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., BFF und ÖkoLinX-ARL gegen AfD und FDP (= Prüfung und Berichterstattung) sowie FRAKTION und FRANKFURTER (= Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Annahme bei zwei Enthaltungen SPD