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Handlungskonzept gegen Energiearmut

Vorlagentyp: NRLINKE
10 SitzungenAbgelehnt

Zusammenfassung

Der Antrag fordert die Entwicklung und Umsetzung eines Handlungskonzepts gegen Energiearmut in Frankfurt. Dies ist notwendig, um die steigenden Energiepreise und die damit verbundenen Versorgungssperren zu bekämpfen, insbesondere für Haushalte mit niedrigem Einkommen. Ziel ist es, die Grundversorgung mit Energie zu sichern und soziale Notlagen zu verhindern.

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Thema Umwelt und Energie verfolgen

Antrag

  1. Als Sofortschutzmaßnahme wird bei der Mainova und der Süwag erwirkt, dass bei Privatkund*innen keine Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmesperrungen mehr vorgenommen werden.
  2. Haushalten im Leistungsbezug wird von der Stadt Frankfurt ein entsprechend der gestiegenen Gaspreise erhöhter Anteil der Heizkosten übernommen.
  3. Haushalte, denen eine Sperrandrohung ausgesprochen wird, bekommen eine feste Ansprechperson angeboten, die kostenlos die kurzfristige Existenzsicherung und die nachhaltige Regulierung von Zahlungsrückständen in die Wege leitet und weitere Beratungsangebote zu wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen sowie Energieberatungen und Stromsparchecks vermittelt.

Begründung

In Hessen wird im Bundesvergleich überdurchschnittlich vielen Haushalten wegen Zahlungsrückständen die Energieversorgung abgestellt. Die meisten davon - zuletzt jeder fünfte betroffene Haushalt - befinden sich in Frankfurt. Seit Jahren schon kämpfen immer mehr Haushalte in Frankfurt mit steigenden Energiepreisen, vor allem die Bezieher*innen von niedrigen Einkommen und Hartz IV. Die aktuelle Preisexplosion in der Energieversorgung aber stellt das nochmal deutlich in den Schatten. Zum Jahreswechsel werden ausnahmslos alle am Markt verbleibenden Energieanbieter, auch die mit städtischer Beteiligung, also Mainova und Süwag, die Gaspreise drastisch erhöhen, viele auch die Strompreise. Das wird die Verbraucher*innen stark unter Druck setzen und die Zahl der Versorgungssperren in der Folge in die Höhe schlagen lassen. Darauf muss die Stadt mit einem Handlungskonzept gegen Energiearmut reagieren. In Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland werden Strompreise gedeckelt, Stromabgaben gesenkt und schutzbedürftige Verbraucher*innen mit pauschalen Zahlungen unterstützt. In Deutschland ist das bislang nicht vorgesehen, obwohl der Städte- und Gemeindebund wiederholt, zuletzt Anfang November, vehement für eine finanzielle Unterstützung von Geringverdiener*innen plädiert hat. In Frankfurt muss verhindert werden, dass Menschen im Winter in einer dunklen, ungeheizten Wohnung leben müssen. Das wäre eine stille, soziale Katastrophe. Daher sind Versorgungssperren grundsätzlich auszuschließen. Den besonders oft von Versorgungssperren betroffenen Hartz IV-Empfänger*innen kann präventiv durch eine erhöhte Übernahme von Heizkosten geholfen werden. Allen in Zahlungsnot geratenen Haushalten sollte eine zentrale Ansprechperson zur Unterstützung zur Verfügung stehen. Dabei ist zwischen den Energieversorgern und den zuständigen städtischen Stellen ein datenschutzkonformer Austausch der notwendigen Personendaten für die Regulierung des Zahlungsverzugs sicherzustellen. Aus Nordrhein-Westfalen ist bekannt, dass ein entsprechendes Beratungsprogramm vom Land gemeinsam mit den Energieversorgern finanziert wird. Hierzulande kann das HMUKLV im Rahmen seiner Hessischen Strategie zur Vermeidung von Versorgungssperren um Beteiligung bei der Ausgestaltung des Beratungsprogramms und den anfallenden Kosten ersucht werden. Die Versorgung mit Strom, Gas, Wasser und Wärme gehört zu den existenziellen Mindestbedürfnissen. Sie ist eine Grundvoraussetzung für menschenwürdiges Wohnen und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. In scharfem Kontrast dazu wurden in 2020 in Frankfurt 4.629 Versorgungssperren durchgeführt, davon 3240 Stromsperren, 926 Gassperren und 463 Wasser-/Wärmesperren. Im laufenden Jahr waren es allein von Januar bis Oktober schon 4766, davon 3336 Stromsperren, 953 Gassperren und 477 Wasser-/Wärmesperren. Die Zahlen sind alarmierend. Alles spricht dafür, dass sie ohne politische Intervention rasant ansteigen werden. Ein Handlungskonzept gegen Energiearmut ist längst überfällig.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

NRAntrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ausschüsse beraten & empfehlen
  3. 3Plenum beschließt

Der Weg dieser Vorlage

Am 16. Dezember 2021 brachte LINKE. diesen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 10 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 09.06.2022 im Stadtverordnetenversammlung abgelehnt.

Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf10 Beratungen
Ausschusses für Wirtschaft, Recht und Frauen
Sitzung 4 · 11.01.2022
TO I, TOP 21
Beraten
nicht auf TO Die Beratung der Vorlage NR 218 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDLinkeFDPAfDVoltÖkoLinX-ELFBFF-BIGFRAKTION
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF, BFF-BIG und FRAKTION

Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 4 · 13.01.2022
TO I, TOP 11
Beraten
nicht auf TO Die Beratung der Vorlage NR 218 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDLinkeFDPAfDVoltÖkoLinX-ELFFRAKTION
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION

Ausschusses für Wirtschaft, Recht und Frauen
Sitzung 5 · 08.02.2022
TO I, TOP 7
Beraten
nicht auf TO Die Entscheidung über die Vorlage Ausschuss für Soziales und Gesundheit delegiert.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDLinkeFDPAfDVoltÖkoLinX-ELFBFF-BIG
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG

Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 5 · 10.02.2022
TO I, TOP 7
Beraten
Die Beratung der Vorlage NR 218 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDLinkeFDPAfDVoltÖkoLinX-ELFFRAKTION
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 10 · 24.02.2022
TO I, TOP 11
Beraten
Die Vorlage NR 218 wird aufgrund der Beschlussfassung unter Tagesordnungspunkt 1. auf die Tagesordnung II der nächsten turnusmäßigen Sitzung vertagt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDLinkeFDPAfDVoltÖkoLinX-ELFBFF-BIGFRAKTIONIBF
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF, BFF-BIG, FRAKTION und IBF

Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 6 · 17.03.2022
TO I, TOP 8
Beraten
Die Beratung der Vorlage NR 218 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDLinkeFDPAfDVoltÖkoLinX-ELFFRAKTION
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 11 · 31.03.2022
TO I, TOP 9
Beraten
a) Die Vorlage NR 218 wird auf die Tagesordnung II der nächsten turnusmäßigen Sitzung vertagt. b) Die Wortmeldungen der Stadtverordneten Pauli, Lauterwald, Korenke, Podstatny, Nguyen, Dalhoff, Schlimme und Schwander dienen zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu a)
Zustimmung:
GrüneCDUSPDLinkeFDPAfDVoltÖkoLinX-ELFBFF-BIGFRAKTION
Abstimmung im Original

Abstimmung: zu a) GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF, BFF-BIG und FRAKTION

Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 7 · 28.04.2022
TO I, TOP 6
Beraten
nicht auf TO Die Beratung der Vorlage NR 218 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDLinkeAfDFRAKTION
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., AfD und FRAKTION

Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 8 · 24.05.2022
TO I, TOP 80
Abgelehnt
Die Vorlage NR 218 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPAfDVolt
Ablehnung:
LinkeÖkoLinX-ELFGartenpartei
Sonstige:
BFF-BIG (Ziffer 1. = Ablehnung, Ziffern 2. und 3. = Annahme)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, AfD und Volt gegen LINKE. (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ELF und Gartenpartei (= Annahme) BFF-BIG (Ziffer 1. = Ablehnung, Ziffern 2. und 3. = Annahme)

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 13 · 09.06.2022
TO II, TOP 1
Abgelehnt
Die Vorlage NR 218 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPAfDVolt
Ablehnung:
LinkeÖkoLinX-ELFGartenparteiBFF-BIG
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, AfD und Volt gegen LINKE, ÖkoLinX-ELF und Gartenpartei (= Annahme); BFF-BIG (Ziffer 1. = Ablehnung, Ziffer 2. und 3. = Annahme)

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