Hausarzt-Versorgungslücke schließen - Verantwortung übernehmen
Zusammenfassung
Der Antrag fordert die Untersuchung und Schließung der Hausarzt-Versorgungslücken in Frankfurt, um insbesondere junge Hausärzte zu gewinnen. Dies soll durch Maßnahmen und Konzepte gemeinsam mit relevanten Akteuren geschehen, um langfristig die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu sichern.
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E-Mail-Abo einrichtenAntrag
Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:
Der Magistrat wird aufgefordert,
- zu prüfen und zu berichten, welche Stadtteile insbesondere unter Berücksichtigung des demografischen Wandels und der Altersstruktur niedergelassener Hausärztinnen und Hausärzte aktuell hausärztlich unterversorgt oder von Unterversorgung bedroht sind;
- gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) sowie weiteren relevanten Akteuren (z. B. Gesundheitsamt, Ärztekammer, Hochschuleinrichtungen) ein Konzept zu entwickeln, wie junge Hausärztinnen und Hausärzte für eine Niederlassung in Frankfurt gewonnen werden können, und dabei
- insbesondere folgende Möglichkeiten zu prüfen:
- Bereitstellung städtischer Räumlichkeiten für kommunale oder gemeinnützige Medizinische Versorgungszentren (MVZ)
- Einführung von Mietkostenzuschüssen oder Förderprämien für Praxisübernahmen in unterversorgten Stadtteilen
- Kooperation mit Hochschulen und Lehrpraxen zur Nachwuchsgewinnung
- gezielte Öffentlichkeitsarbeit und Informationsangebote für angehende Mediziner
Begründung
Trotz seit Jahren vorliegender Warnungen und Studien zum sich verschärfenden Hausärztemangel hat der Magistrat bislang keinerlei wirksame kommunale Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die hausärztliche Versorgung in Frankfurt vorausschauend zu sichern. Erste konkrete Versorgungslücken, etwa im Stadtteil Berkersheim, belegen bereits jetzt, dass das Problem nicht mehr theoretisch, sondern real ist - mit direkten Auswirkungen auf die Lebensqualität und gesundheitliche Daseinsvorsorge der Bevölkerung. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung wird bundesweit rund jeder vierte Hausarzt in den nächsten fünf Jahren seine Praxis aufgeben. Auch in Frankfurt stehen viele Ärztinnen und Ärzte vor dem Ruhestand, ohne Nachfolge. Die Zuständigkeit der Kassenärztlichen Vereinigung entbindet den Magistrat nicht von seiner Verantwortung, die gesundheitliche Versorgung durch kommunale Impulse und Unterstützung abzusichern. Andere Städte gehen längst voran: Leipzig, Jena oder Dresden fördern Praxisübernahmen, stellen kommunale Räume zur Verfügung oder schaffen Anstellungsmodelle in MVZ-Strukturen. In Frankfurt dagegen herrscht weitgehend Stillstand. Die Stadt überlässt die Entwicklung dem Markt und der KVH, ohne eigene Initiativen zu entwickeln oder die strukturellen Hürden für junge Mediziner zu verringern. Der Magistrat ist unmissverständlich aufgefordert, das akute Versorgungsproblem nicht länger zu ignorieren, sondern durch konkrete, wirksame und öffentlich nachvollziehbare Maßnahmen zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung in ganz Frankfurt endlich kommunalpolitische Verantwortung zu übernehmen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 13. August 2025Sie sind hierNRNR 1319Hausarzt-Versorgungslücke schließen - Verantwortung übernehmenSTVV-Antrag · CDU
- 28. November 2025Antwort des Magistrats · nach 15 WochenBB 433Hausarzt-Versorgungslücke schließen - Verantwortung übernehmenMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, Volt und FRAKTION gegen CDU, BFF-BIG und AfD (= Annahme) sowie Linke (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ELF (= Prüfung und Berichterstattung)