Perspektive schaffen - Arbeitsmarktzugang für Geduldete und Gestattete
Zusammenfassung
Der Antrag zielt darauf ab, ein Modellprojekt für den Arbeitsmarktzugang von Geduldeten und Gestatteten in Frankfurt zu etablieren. Dies soll durch finanzielle Mittel und rechtliche Erleichterungen unterstützt werden, um die Integration dieser Menschen in den Arbeitsmarkt zu fördern. Das erwartete Ergebnis ist eine Verbesserung der Lebenssituation und der gesellschaftlichen Teilhabe für diese Personengruppe.
Dies ist eine KI-generierte Zusammenfassung. Diese kann Fehler beinhalten.
Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.
Unabhängig. Kostenlos. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.
Thema Gesundheit und Soziales verfolgenAntrag
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
- Die Stadt Frankfurt etabliert das Modellprojekt "Arbeitsmarktzugang für Geduldete und Gestattete" nach Wiesbadener Vorbild und macht es zu einem dauerhaften Bestandteil der kommunalen Integrationspolitik.
- Die Stadt stellt sicher, dass ausreichend finanzielle Mittel für die langfristige Finanzierung der Beratungsstelle bereitgestellt werden.
- Die Stadt Frankfurt setzt sich auf Bundes- und Landesebene dafür ein, dass entsprechende Programme und rechtliche Erleichterungen zur Arbeitsmarktintegration von Geduldeten und Gestatteten geschaffen und gefördert werden.
Begründung
In Frankfurt leben hunderte Menschen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus. Viele Geflüchtete befinden sich oft seit Jahren in einer rechtlichen Grauzone: Sie können nicht in ihre Herkunftsländer zurückkehren, etwa, weil z.B. ein Abschiebungsverbot besteht, weil es schlicht keine sicheren Rückkehrwege gibt, weil sie bleibeberechtigte Kinder in Deutschland haben, oder weil sie trotz intensiver Bemühungen keine Reisedokumente bekommen. Diese Menschen harren oft jahrelang ohne Perspektive aus, weil ihnen der Zugang zum Arbeitsmarkt durch komplexe rechtliche Regelungen und strukturelle Hindernisse, wie Beschäftigungsverbote, komplizierte Passbeschaffungsmaßnahmen oder sprachliche Defizite, massiv erschwert wird. Die Integration in den Arbeitsmarkt ist jedoch ein wesentlicher Baustein für gesellschaftliche Teilhabe. Die Stadt Köln hat erfolgreich das kommunale Projekt "Bleiberechtsperspektiven für langjährig geduldete Menschen in Köln" im Jahr 2018 gestartet und fortgeschrieben. Das Projekt betreut seit acht Jahren tausende Geduldete; mindestens 446 geduldeten Geflüchteten wurde bereits ein Aufenthaltstitel erteilt. Dabei handelt es sich um ein Erfolgsprogramm, das bundesweit einzigartig ist und erste Nachahmer findet. Erst kürzlich, am 18. Dezember 2024, hat auch die Stadt Wiesbaden das Projekt "Arbeitsmarkt- und Integrationsberatung für Geduldete und Gestattete" nach Kölner Vorbild beschlossen. Das Projekt kombiniert sozialpädagogische Begleitung mit aufenthaltsrechtlicher Beratung und fungiert als Vermittlungsstelle zu potenziellen Arbeitgeber*innen. Es verbindet die Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Hessischem Flüchtlingsrat und freien Trägern, die gemeinsam Expert*innenwissen aus der Praxis nach einem lebensweltorientierten Ansatz bündeln. Eine qualifizierte Beratung zielt nicht nur auf einen geregelten Aufenthalt der Geflüchteten ab, sondern kann auch langfristige Perspektiven schaffen: Durch sozialpädagogische Unterstützung können individuelle Hemmnisse abgebaut, rechtliche Hürden überwunden und durch den Zugang zum Arbeitsmarkt ein gesicherter Aufenthaltsstatus ermöglicht werden. Frankfurt muss dem Beispiel der Landeshauptstadt Wiesbaden folgen. Der bedarfsorientierte Zugang zum Arbeitsmarkt ist eine der wirksamsten Maßnahmen zur Schaffung einer sicheren Bleibeperspektive. Es muss im Interesse der Stadt liegen, diese Menschen aus dem Schwebezustand der Duldung in einen geregelten Aufenthalt zu überführen. Geduldete Geflüchtete sollen durch die Aufnahme einer Arbeit Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen können. Arbeit bedeutet nicht nur ökonomische Unabhängigkeit; sie ist auch ein essenzieller Faktor für Selbstbestimmung, gesellschaftliche Teilhabe und sozialen Zusammenhalt. Ein kommunales Projekt zum Arbeitsmarktzugang für Geduldete und Gestattete ist eine wichtige sozialpolitische Unterstützungsmaßnahme mit großem Nutzen für alle, zumal es auch den Arbeits- und Fachkräftemangel lindern kann.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Der Weg dieser Vorlage
Am 20. Februar 2025 brachte Linke diesen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 3 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 03.04.2025 im Stadtverordnetenversammlung angenommen.
Beratungsverlauf3 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu a) GRÜNE, CDU, SPD, FDP, AfD und Volt gegen Linke und ÖkoLinX-ELF (= Annahme) zu b) GRÜNE, SPD, FDP, Linke, Volt und ÖkoLinX-ELF gegen CDU und AfD (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung mit Angabe der Kosten) FRAKTION und Stadtv. Yilmaz (= Annahme) Stadtv. Bäppler-Wolf (= Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu a) GRÜNE, CDU, SPD, FDP und Volt gegen Linke und FRAKTION (= Annahme) zu b) GRÜNE, SPD, FDP, Linke, Volt und FRAKTION gegen CDU (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD (= Ablehnung) ÖkoLinX-ELF und Stadtv. Yilmaz (= Annahme) BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung mit Angabe der Kosten)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu a) GRÜNE, CDU, SPD, FDP, AfD, Volt und Stadtv. Bäppler-Wolf gegen Linke und ÖkoLinX-ELF, FRAKTION und Stadtv. Yilmaz (= Annahme) sowie BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung mit Angabe der Kosten) zu b) GRÜNE, SPD, Linke, FDP, Volt, ÖkoLinX-ELF, FRAKTION und Stadtv. Yilmaz gegen CDU, AfD und Stadtv. Bäppler-Wolf (= Ablehnung) sowie BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung mit Angabe der Kosten)