Philipp Veiths „Germania“ zurück in die Frankfurter Paulskirche
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zurück in die Frankfurter Paulskirche Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Magistrat wird gebeten zu prüfen und zu berichten, inwieweit die Möglichkeit besteht, das historische Gemälde der Germania wieder in der Frankfurter Paulskirche zu platzieren. Begründung: Mit der Einberufung der Deutschen Nationalversammlung in Frankfurt am Main erfüllte sich eine der zentralen Forderungen der deutschen Einheits- und Freiheitsbewegung. Obwohl Wien und Berlin eindeutig die politischen Machtzentren im Deutschen Bund bildeten, gab es innerhalb der Einheits- und Freiheitsbewegung nie ernsthafte Zweifel daran, dass ein zukünftiges deutsches Nationalparlament in Frankfurt am Main als der Stadt, in der mit der Bundesversammlung die einzige Institution des Deutschen Bundes residierte, zusammentreten müsse. Mit den Beschlüssen vom 30. März und 7. April 1848 wurden die einzelstaatlichen Regierungen vom Bundestag, der Versammlung weisungsgebundener Bevollmächtigter der deutschen Bundesstaaten, aufgefordert, Wahlen zu einer konstituierenden deutschen Nationalversammlung auszuschreiben. In Frankfurt am Main wurde schließlich die neue Bundesverfassung erarbeitet. Dieses historische Ereignis in der Stadt Frankfurt am Main wurde künstlerisch unterstrichen durch den Frankfurter Maler Philipp Veit (1793-1877) und sein Gemälde der Germania. Das Gemälde schmückte die Paulskirche in Frankfurt während Parlamentarier aus dem ganzen Land versuchten, eine einheitliche Verfassung für das in Kleinstaaten gegliederte Deutschland auszuhandeln. Sie hing dabei vor der Orgel, genau über dem Rednerpult. Veit hatte sich als ehemaliger Teilnehmer an den deutschen Befreiungskriegen 1813-14 schon früh mit dem Thema der nationalen Einheit Deutschlands in Gestalt der allegorischen Germania-Figur befasst. Auf dem Gemälde ist die Germania als Allegorie auf die sich bildende deutsche Nation vor der aufgehenden Sonne dargestellt. Im Vordergrund liegen zur Demonstration der jüngst gewonnenen Freiheit zersprengte Eisenketten. Heute befindet sich das Gemälde der Germania im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Eine Kopie befindet sich im Haus der Geschichte in Bonn und eine weitere im Berliner Hanfmuseum. Durch die Anbringung der Germania würde die historische Bedeutung der Frankfurter Paulskirche noch stärker sichtbar gemacht werden.
Inhalt
Antrag vom 11.12.2014, NR 1090
Betreff: Philipp Veiths "Germania" zurück in die Frankfurter Paulskirche Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Magistrat wird gebeten zu prüfen und zu berichten, inwieweit die Möglichkeit besteht, das historische Gemälde der Germania wieder in der Frankfurter Paulskirche zu platzieren.
Begründung: Mit der Einberufung der Deutschen Nationalversammlung in Frankfurt am Main erfüllte sich eine der zentralen Forderungen der deutschen Einheits- und Freiheitsbewegung. Obwohl Wien und Berlin eindeutig die politischen Machtzentren im Deutschen Bund bildeten, gab es innerhalb der Einheits- und Freiheitsbewegung nie ernsthafte Zweifel daran, dass ein zukünftiges deutsches Nationalparlament in Frankfurt am Main als der Stadt, in der mit der Bundesversammlung die einzige Institution des Deutschen Bundes residierte, zusammentreten müsse. Mit den Beschlüssen vom 30. März und 7. April 1848 wurden die einzelstaatlichen Regierungen vom Bundestag, der Versammlung weisungsgebundener Bevollmächtigter der deutschen Bundesstaaten, aufgefordert, Wahlen zu einer konstituierenden deutschen Nationalversammlung auszuschreiben. In Frankfurt am Main wurde schließlich die neue Bundesverfassung erarbeitet. Dieses historische Ereignis in der Stadt Frankfurt am Main wurde künstlerisch unterstrichen durch den Frankfurter Maler Philipp Veit (1793-1877) und sein Gemälde der Germania. Das Gemälde schmückte die Paulskirche in Frankfurt während Parlamentarier aus dem ganzen Land versuchten, eine einheitliche Verfassung für das in Kleinstaaten gegliederte Deutschland auszuhandeln. Sie hing dabei vor der Orgel, genau über dem Rednerpult. Veit hatte sich als ehemaliger Teilnehmer an den deutschen Befreiungskriegen 1813-14 schon früh mit dem Thema der nationalen Einheit Deutschlands in Gestalt der allegorischen Germania-Figur befasst. Auf dem Gemälde ist die Germania als Allegorie auf die sich bildende deutsche Nation vor der aufgehenden Sonne dargestellt. Im Vordergrund liegen zur Demonstration der jüngst gewonnenen Freiheit zersprengte Eisenketten. Heute befindet sich das Gemälde der Germania im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Eine Kopie befindet sich im Haus der Geschichte in Bonn und eine weitere im Berliner Hanfmuseum. Durch die Anbringung der Germania würde die historische Bedeutung der Frankfurter Paulskirche noch stärker sichtbar gemacht werden. Antrag vom 31.10.2019, NR 1013 Antrag vom 28.10.2021, NR 141 Zuständige Ausschüsse: Haupt- und Finanzausschuss Versandpaket: 17.12.2014
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Der Weg dieser Vorlage
Am 11. Dezember 2014 brachte FDP diesen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 2 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 29.01.2015 im Stadtverordnetenversammlung abgelehnt.
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU und GRÜNE gegen SPD, FDP, FREIE WÄHLER und RÖMER (= Annahme) sowie LINKE. (= Prüfung und Berichterstattung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: Piraten (= Prüfung und Berichterstattung) ÖkoLinX-ARL (= Ablehnung) NPD und REP (= Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU und GRÜNE gegen SPD, FDP, FREIE WÄHLER, RÖMER, NPD und REP (= Annahme) sowie LINKE. und Piraten (= Prüfung und Berichterstattung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ARL (= Ablehnung)