Vonovia-Wohnungen wieder in öffentliche Hand überführen
Zusammenfassung
Der Antrag fordert die Stadt Frankfurt auf, Wohnungen des Wohnungskonzerns Vonovia zurückzukaufen, um diese wieder in öffentliche Hand zu überführen. Dies soll dazu dienen, die Mieten langfristig stabil zu halten und den Mieter*innen ein sicheres Leben in Frankfurt zu ermöglichen. Die Rückführung ehemals öffentlicher Wohnungen soll die Spekulation mit Wohnraum eindämmen.
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Thema Stadtplanung verfolgenAntrag
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Die Stadt Frankfurt geht auf den Wohnungskonzern Vonovia zu, um Wohnungen zurückzukaufen und wieder in öffentliche Hand zu überführen.
Begründung
Die börsennotierte Wohnungsgesellschaft Vonovia will einen Teil ihrer Immobilien veräußern - um Schulden abzubauen. 2022 hat das Unternehmen angekündigt, sich von rund 66.000 Wohnungen in Deutschland trennen zu wollen. Berlin hat dieses Jahr 4.500 Wohnungen von Vonovia gekauft. Erst kürzlich hatte das Wohnungsunternehmen rund 1.200 Wohnungen an die Stadt Dresden verkauft. Im August 2024 berichtete die Presse, dass Vonovia 1.970 Wohnungen im Großraum Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet für insgesamt rund 300 Millionen Euro veräußert hat. Die Käufer*innen sind bisher noch nicht bekannt. Weitere Verkäufe sind geplant. Vonovia besitzt in Frankfurt mittlerweile über 16.000 Wohnungen. Diesen riesigen Wohnungsbestand hat das Unternehmen allerdings nicht selbst gebaut. Vielmehr handelt es sich ausschließlich um ehemals öffentliche Wohnungen, die sie seit Anfang der 2000er Jahre von ehemals gemeinnützigen Wohnungsunternehmen in Rahmen von Share Deals äußerst preiswert übernommen hat. Es handelt sich dabei um Wohnungsbestände der Frankfurter Siedlungsgesellschaft (FSG), der Südwestdeutsche gemeinnützigen Wohnungsbau AG und der Gemeinnützigen Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft (GWH), die alle im Rahmen der Wohnungsgemeinnützigkeit sehr günstigen Wohnraum bereitgestellt haben. Zudem profitiert Vonovia bis heute von sehr günstigen Erbpachtverträgen mit der Stadt Frankfurt. Sie ist folglich mit sehr wenig Geld an wertvolle öffentliche Wohnungen gelangt, mit denen sie heute satte Gewinne einfährt, und profitiert bis heute davon. Das alles geht zu Lasten der Mieter*innen, die in vielen Fällen mit einem hohen Instandhaltungsstau zu kämpfen haben: Feuchte Wände, Schimmel, Ungeziefer, kaputte Heizungen - die Mängelliste ist lang, die Belege dazu zahlreich. Hinzu kommen Mieterhöhungen, Luxussanierungen und intransparente Nebenkostenabrechnungen, die viele Mieter*innen finanziell stark belasten. Die Stadtregierung hat damals schwere Fehler in der Bodenpolitik begangen: Sie hat wertvolle öffentliche Liegenschaften privatisiert und somit dauerhaft aus der Hand gegeben. Der Magistrat hat jetzt die Chance, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und der Spekulation mit Wohnraum einen Riegel vorzuschieben. Dafür muss er aktiv auf Vonovia zugehen mit dem Ziel, Wohnungen zurückzukaufen, um die Mieten langfristig stabil zu halten und den Mieter*innen ein sicheres Leben in Frankfurt ermöglichen zu können. Ehemals öffentlicher Wohnraum muss wieder in öffentliche Hand überführt werden: Was einmal öffentlich war, muss wieder öffentlich werden.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Der Weg dieser Vorlage
Am 17. Dezember 2024 brachte Linke diesen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 3 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 30.01.2025 im Stadtverordnetenversammlung abgelehnt.
Beratungsverlauf3 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, AfD und Volt gegen Linke, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION (= Annahme) sowie BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: Gartenpartei und Stadtv. Yilmaz (= Annahme) Stadtv. Dr. Schulz (= Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, AfD und Volt gegen Linke, ÖkoLinX-ELF, FRAKTION (= Annahme) sowie BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, AfD, Volt und Stadtv. Dr. Schulz gegen Linke, ÖkoLinX-ELF FRAKTION, Gartenpartei und Stadtv. Yilmaz (= Annahme) sowie BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung)