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Laut Pressebericht führt das Land Hessen derzeit landesweit bis mindestens Ende 2022 Untersuchungen von Abwasser auf Var

Vorlagentyp: F
Beantwortet

Zusammenfassung

Das Land Hessen führt bis Ende 2022 landesweite Abwasseruntersuchungen auf Coronavirus-Varianten durch, um das Infektionsgeschehen anonym zu überwachen. Die Stadt Frankfurt wird nach Abschluss des Forschungsprojektes mit der TU Darmstadt in Kontakt treten, um spezifische Ergebnisse zu erhalten und die Fortführung des Monitorings zu unterstützen.

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Frage an den Magistrat

Laut Pressebericht führt das Land Hessen derzeit landesweit bis mindestens Ende 2022 Untersuchungen von Abwasser auf Varianten und Mutationen des Coronavirus durch. Dieses Vorhaben stellt, gerade nach Anpassung der nationalen Teststrategie, eine wichtige Quelle zum anonymen Monitoring des Infektionsgeschehens dar.

Ich frage den Magistrat:

Erhält das Gesundheitsamt Auswertungen, auch bezogen auf das Stadtgebiet Frankfurt, und kann bereits eine Aussage getroffen werden, inwieweit eine Fortführung des Abwasser-Monitorings durch das Land oder die Stadt selbst geplant ist?

Antwort des Magistrats

Stadtrat Stefan Majer:

Frau Stadtverordnetenvorsteherin,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

liebe Frau Stadtverordnete Wollkopf!

Die Frage bezieht sich vermutlich auf ein Projekt der Technischen Universität Darmstadt zur hessenweiten Analyse von Abwässern in Bezug auf SARS-CoV-2-Viren. Dieses wird vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration bis zum Jahresende 2022 unterstützt. Das Projekt untersucht per Genomanalyse Abwasserproben auf das Vorhandensein von unterschiedlichen Varianten des SARS-CoV-2-Virus. Über einen Zeitraum von insgesamt acht Monaten wurde der RNA-Virus an verschiedenen Kläranlagen in Hessen untersucht, unter anderem in den Frankfurter Kläranlagen in Niederrad und Sindlingen. Als Ziel der Analyse wurde neben anderem formuliert, auf diesem Weg möglichst frühzeitig Kenntnis über möglicherweise relevante neue Varianten zu bekommen. In einer wissenschaftlichen Veröffentlichung wurde anhand der Metropolregion Rhein-Main auch dargestellt, inwiefern der Anteil der Erkrankungen nach den Abwasserdaten zu den erhobenen Inzidenzen des Robert Koch-Instituts passt.

Das System der sogenannten abwasserbasierten Epidemiologie wurde bereits vor der Pandemie etabliert. Eine mögliche Nutzung ist grundsätzlich die eines Frühwarnsystems für verschiedene Krankheitserreger wie Viren oder zum Beispiel auch antibiotikaresistente Bakterien. Die abwasserbasierte Epidemiologie ist ein sehr vielversprechender Ansatz, um langfristig Daten zur infektiologischen Situation einer Bevölkerungsgruppe gewinnen zu können. Aktuell ist es jedoch noch nicht möglich, aus SARS-CoV-2-Nachweisen im Abwasser konkrete Handlungen und Maßnahmen abzuleiten.

Da es sich um ein noch nicht abgeschlossenes Forschungsprojekt handelt, sind die gewonnenen Daten bislang nicht frei verfügbar. Nach Abschluss des Forschungsprojektes wird die Stadt Frankfurt sich selbstverständlich in Austausch mit der TU Darmstadt begeben, um entsprechende Ergebnisse - auch spezifisch für Frankfurt - zu erhalten. Aber noch einen kleinen Hinweis: In unsere Kläranlagen wird nicht nur Frankfurter Abwasser eingeleitet, sondern wir bekommen dann Ergebnisse für große Teile des Ballungsraumes, aber auch das kann dann möglicherweise noch andere interessieren. Die Fortführung eines Abwassermonitorings in einem wissenschaftlichen Kontext, und ich betone Letzteres, wird von der Stadt Frankfurt ausdrücklich befürwortet. Wir werden an dem Thema dranbleiben.

Stadtverordnetenvorsteherin

Hilime Arslaner:

Es gibt zwei Zusatzfragen. Die erste Zusatzfrage ist von Herrn Lange von der CDU. Bitte!

Stadtverordneter Robert Lange, CDU:

(Zusatzfrage)

Die TU Darmstadt hat schon sehr frühzeitig darauf hingewiesen, dass man sehr detaillierte Erkenntnisse daraus gewinnen könne, sodass ich in meiner Frage vom 27. Januar darauf hingewiesen habe, ich zitiere: "Dies könnte eventuell sogar nach Stadtteilen konkretisiert werden, was eventuell für die rechtzeitige Erkennung und Vermeidung von Gefahren künftig wichtig sein könnte." Ich frage den Stadtrat, ob er sich diesbezüglich künftig dafür einsetzt, auch detailliert nach Stadtteilen Erkenntnisse zu gewinnen

Stadtrat Stefan Majer:

(fortfahrend)

Das ist genau das, worauf ich hingewiesen habe, lieber Robert Lange. Wir sollten jetzt erst dieses wissenschaftliche Projekt abwarten, um zu sehen, ob es zum Beispiel tatsächlich stadtteilspezifische Aussagen ermöglicht. Diese Antwort liegt mir bislang nicht vor, und ich glaube, es ist klug, in einem solchen Zusammenhang den Projektabschluss abzuwarten. Wir haben eine hochkompetente Stadtentwässerung und eine hochkompetente Abteilung Infektiologie im Gesundheitsamt, und wir werden auf der Basis der gewonnenen Ergebnisse schauen, wie wir ein solches Instrument für die Zukunft nutzen und praktisch implantieren können.

Stadtverordnetenvorsteherin

Hilime Arslaner:

Eine weitere Zusatzfrage kommt von Herrn Pürsün von der FDP. Bitte!

Stadtverordneter Yanki Pürsün, FDP:

(Zusatzfrage)

Vielen Dank, Frau Vorsteherin!

Herr Stadtrat, es gibt ein Bundesprojekt zum Abwassermonitoring, an dem Hessen leider nicht teilgenommen hat, und beim Abwasser gibt es keinen Postleitzahlstempel. Es wird zum Beispiel nicht unterschieden zwischen Messe, Flughafen oder Hauptbahnhof oder ob die in Frankfurt gemeldet sind. Glauben Sie, dass es realistisch ist, auf Stadtteilebene Erkenntnisse zu gewinnen, die zu stadtteilspezifischen Maßnahmen führen? Dies ist mir in zweieinhalb Jahren bislang nicht bekannt. Oder ist es eher so, dass man für die gesamte Region für das RKI deutschlandweit Erkenntnisse über die Ausbreitung von Infektionen gewinnt?

Stadtrat Stefan Majer:

(fortfahrend)

Herr Stadtverordneter Pürsün, dieselbe Frage habe ich mir auch gestellt, ich gebe es zu. Aber ich bin an einem Punkt, wo ich diesbezüglich wirklich ein Stück vorsichtiger bin, weil ich unseren Wissenschaftlern, unseren Fachleuten eine Menge zutraue. Lassen Sie uns abwarten, was tatsächlich bei dem Projekt herauskommt. Ich erlebe es so, dass durchaus auch die Einschätzungen noch nicht überall gleich sind. Ich erlebe manche, die Vorbehalte haben, und andere, die das momentan sehr stark pushen. Was ich gesagt habe, ist: Wir werden an diesem Thema dranbleiben.

Am interessantesten ist, dass das, was bislang vorliegt, gezeigt hat, dass wir dadurch einen erheblichen Zeitgewinn haben, weil die Aussagen dort schneller vorliegen, als sie dann tatsächlich über die Untersuchungen, die in Laboren gemacht werden, wieder zurückfließen. Das ist in der Tat hochinteressant für uns, dass wir zum Beispiel merken, da ist jetzt eine Infektionswelle im Anmarsch. So etwas dann mit nutzen zu können, könnte uns einen Zeitvorteil bringen. Bei einem neuen Erreger SARS-CoV-2 wird nicht der letzte Erreger sein, können diese zwei Wochen Zeitvorteil möglicherweise entscheidend sein.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 15. September 2022 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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