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Schüler*innen der Jahrgangsstufen 1 bis 10, die mehrsprachig aufwachsen, haben die Möglichkeit, zusätzlich zum Schulunte

Vorlagentyp: F
Beantwortet

Zusammenfassung

Der Magistrat wird gefragt, welche Maßnahmen er ergreifen kann, um die Teilnahme am herkunftssprachlichen Unterricht zu fördern. Ziel ist es, die Mehrsprachigkeit zu unterstützen und die Bildungsangebote für mehrsprachige Kinder zu erweitern.

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Thema Schulen und Bildung verfolgen

Frage an den Magistrat

Schüler*innen der Jahrgangsstufen 1 bis 10, die mehrsprachig aufwachsen, haben die Möglichkeit, zusätzlich zum Schulunterricht am herkunftssprachlichen Unterricht teilzunehmen. Zwei- oder Mehrsprachigkeit ist eine besondere Qualifikation und gibt den Schüler*innen eine individuelle und berufliche Perspektive der Entwicklungsmöglichkeit. Es sollten möglichst viele Kinder am herkunftssprachlichen Unterricht teilnehmen.

Daher frage ich den Magistrat:

Welche Möglichkeiten sieht er, um die Teilnahme am herkunftssprachlichen Unterricht von seiner Seite, über das Angebot des Kultusministeriums hinaus, zu bewerben, und was hat er dafür bisher unternommen?

Antwort des Magistrats

Die Förderung von Mehrsprachigkeit inklusive der Förderung der Familiensprachen im Rahmen eines zusätzlichen schulischen Angebots wie beispielsweise dem herkunftssprachlichen Unterricht, HSU, sowie der sogenannten Samstagsschulen, die häufig über private Träger und Vereine angeboten werden, ist für die Heranwachsenden, ihre Familien sowie die Gesellschaft insgesamt von großem Stellenwert.

Der herkunftssprachliche Unterricht, HSU, findet in der Regel an einzelnen Schulstandorten gebündelt statt und liegt in der Verantwortung des Landes Hessen oder in der Verantwortung einzelner Konsulate, zum Beispiel Türkisch, Spanisch. In sogenannten Samstagsschulen wird über private Träger und Vereine ein zusätzliches Angebot für weitere Sprachen geschaffen.

Grundsätzlich stellt sich die Schwierigkeit dar, dass in einer Stadt, in der etwa 200 Sprachen gesprochen werden, herkunftssprachlicher Unterricht lediglich für eine relativ gesehen geringe Anzahl von Sprachen angeboten wird, 13 Sprachen im Angebot des Landes sowie einige Sprachen mehr, die in Form der Samstagsschulen über private Träger organisiert werden. Darüber hinaus ist das Angebot teilweise an bestimmte Bedingungen wie Staatsangehörigkeiten geknüpft, wodurch sich die Zugangsmöglichkeiten ebenfalls reduzieren. Eine weitere Schwierigkeit sind fehlende und auch mehrsprachige Informationen an die Eltern sowie häufig die mangelnde Kenntnis darüber, dass sich das explizite Erlernen der Herkunftssprachen und die Förderung der Mehrsprachigkeit auch in den Bildungsbiographien Heranwachsender sehr positiv auf den Bildungserfolg auswirken kann.

Das Angebot des zusätzlichen herkunftssprachlichen Unterrichts für Schülerinnen und Schüler der ersten bis zur zehnten Klasse liegt in der Verantwortung des Landes Hessen. Das freiwillige und kostenlose Angebot richtet sich an Heranwachsende, die in einer der angebotenen Sprachen bereits Kenntnisse haben. Im Sinne der Chancengerechtigkeit könnte das Angebot der Sprachenauswahl jedoch angepasst werden. Regelmäßige Bedarfsabfragen, wie diese teilweise durch die Staatlichen Schulämter vorgenommen werden, tragen zu erhöhten Zugangsmöglichkeiten bei und können den Bedarf für eventuell neue Sprachangebote ermitteln.

Auch über fachliche Angebote für Fach- und Lehrkräfte kann für die herkunftssprachliche Mehrsprachigkeit sensibilisiert und diese als Ressource auch für den Bildungsweg von Kindern und Jugendlichen erschlossen werden. Die Stadt Frankfurt ermöglicht es über den Schulwegweiser, den an einzelnen Schulstandorten angebotene herkunftssprachliche Unterricht einzusehen. Das betrifft jedoch lediglich die Angebote des Kultusministeriums.

Um Angebote des herkunftssprachlichen Unterrichts annehmen zu können, benötigt es darüber hinaus auch mehrsprachiger Informationen für Familien sowie ein wertschätzendes gesellschaftliches Klima gegenüber jeder Form der Mehrsprachigkeit. Diese Wertschätzung sowie die Förderung und aktive Einbindung von Mehrsprachigkeit und den Familiensprachen wird in Frankfurt bereits durch einzelne Projekte, wie zum Beispiel dem Frankfurter Bücherkoffer, ein mehrsprachiges Leseförderprojekt, das zum gemeinsamen Lesen in den Familiensprachen anregen soll, gefördert.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 7. Juli 2022 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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