Das Integrations- und Diversitätskonzept der Stadt enthält für den Erwerb von Sprachen und Kulturwissen eine Vielzahl vo
Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.
Unabhängig. Kostenlos. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.
Thema Schulen und Bildung verfolgenInhalt
Frage vom 09.11.2012, F 643 Das Integrations- und Diversitätskonzept der Stadt enthält für den Erwerb von Sprachen und Kulturwissen eine Vielzahl von Vorschlägen. Gerade in der gut aufgestellten Stadtbücherei unserer Stadt könnten Ansätze gefunden werden, zur Entwicklung dieser Thematik Synergien effektiv zu nutzen.
Ich frage den Magistrat: Welche Möglichkeiten bietet die Frankfurter Stadtbücherei bei der Umsetzung des Integrations- und Diversitätskonzepts, und wie wird das Potenzial der Stadtbücherei in Bezug auf Sprach- und Kulturerwerb konzeptionell unterstützt?
Antwort des Magistrats: Das Integrations- und Diversitätskonzept der Stadt Frankfurt wurde in der Stadtbücherei intensiv diskutiert, sind doch interkulturelle Services seit vielen Jahren bereits ein traditioneller Schwerpunkt der Frankfurter Bibliotheksarbeit. Bibliotheken sind Orte der Kommunikation und des sozialen Zusammenhalts. In besonderem Maße trifft dies in Großstädten auf die Stadtteilbibliotheken zu, die allen Einwohnerinnen und Einwohnern ihres lokalen Einzugsgebiets offen stehen und Angebote für sie vorhalten. Die Stadtbücherei verfügt über langjährige Erfahrungen und vielfältige Angebote im Bereich interkultureller Bibliotheks- und Stadtteilarbeit. Sie trägt aktiv und bewusst dazu bei, dass Migrantinnen und Migranten integriert werden; eine wichtige Rolle spielt hier der Erwerb der deutschen Sprache. Interkulturelle Angebote bilden einen Schwerpunkt in der Stadtbücherei. Im Jahre 2002 startete zum Beispiel die Internationale Bibliothek mit innovativen Angeboten für erwachsene Migrantinnen und Migranten in der Stadtteilbibliothek Gallus. Hierfür erhielten wir 2004 eine Auszeichnung der Körber-Stiftung, den "USable-Ideenpreis". Inzwischen haben wir diese Angebote auch in Höchst und Sindlingen etabliert. Im Fokus der "Internationalen Bibliothek" stehen Services für Migrantinnen und Migranten mit dem Schwerpunkt: Deutsch lernen, Deutsch lehren und Alphabetisierung. So steht ein multimedialer Medienbestand zum Thema "Deutsch lehren - Deutsch lernen" zur Verfügung. Die Stadtteilbibliothek Gallus bietet ein PC-Lernstudio zur Alphabetisierung mit 6 Computern mit Software zur Alphabetisierung, zum Deutsch Lernen sowie mit Schreibprogrammen an. Stadtteilbibliotheken sind auch wichtige Lernorte. So finden seit 2002 Kurse der Partner AmKA und VHS in Stadtteilbibliotheken statt. Im Rahmen der frühen Sprachförderung und Leseförderung haben wir Projekte für Kinder bis zur Primarstufe sowie das zweisprachige Medienangebot für Kinder etabliert. Für uns ist Leseförderung Sprachförderung, aber geht darüber hinaus. 2005 wurden wir für unsere Leseförderung mit dem Hessischen Leseförderpreis ausgezeichnet. Die Stadtbücherei verstärkt vor Allem die Ansprache und Einbindung der Eltern in Sprach- und Leseförderung. Die Vermittlung der Angebote der Stadtbücherei über Kooperationspartner wie Kindergärten und Schulen sind sehr gut ausgebaut. Pro Jahr besuchen rund 12.000 Nachmittagsangebote der Bibliotheken, Kinder mit Migrationshintergrund sind dabei überproportional vertreten. 15.000 Kinder nehmen jährlich an Klassenführungen in den Stadtbüchereien teil und weitere in den über 90 Schulbibliotheken. Schülerinnen und Schüler treffen sich zu Ausarbeitungen regelmäßig in sämtlichen Stadtteilbibliotheken und der Zentralbibliothek und erhalten vor Ort Beratung und Hinweise durch die Mitarbeiter/innen. Vor wenigen Tagen erhielten wir für unser "umfassendes Gesamtkonzept der Jugendbibliotheksarbeit und die herausragenden Projekte" erneut den Hessischen Leseförderpreis der Landesregierung. Näheres werde ich hierzu im Ausschuss für Bildung und Integration berichten. "Umfassende Jugendarbeit" in Frankfurt heißt immer auch interkulturelle Arbeit, denn Migrationserfahrungen sind hier die Regel, nicht die Ausnahme. Die Stadtbücherei beteiligt sich am Diesterwegstipendium der Stiftung Polytechnische Gesellschaft sowie am Deutschsommer. Mit zahlreichen Veranstaltungen ist die Stadtbücherei auch 2012 wieder bei den Interkulturellen Wochen vertreten. Antragstellende Person(en): Stadtv. Cihad Taskin
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 9. November 2012 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.