Die Stadtbücherei der Stadt Frankfurt gehört zu den publikumsstärksten Einrichtungen der Stadt, und die Besuchs- und Aus
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Thema Senioren verfolgenInhalt
Frage vom 31.08.2012, F 572 Die Stadtbücherei der Stadt Frankfurt gehört zu den publikumsstärksten Einrichtungen der Stadt, und die Besuchs- und Ausleihzahlen steigen kontinuierlich. Entsprechend werden die Medienangebote, Services und Veranstaltungen stetig hinterfragt und den heterogenen Zielgruppen und neuen Medien- und Kommunikationsformen angepasst. Neben den Kindern und Jugendlichen als wichtigste Zielgruppe rücken die Seniorinnen und Senioren immer mehr in den Fokus der Bibliotheksarbeit.
Ich frage den Magistrat: Welche Angebote bietet die Stadtbücherei den Seniorinnen und Senioren in Frankfurt?
Antwort des Magistrats: Im Zuge des demographischen Wandels werden Seniorinnen und Senioren zu einer immer wichtigeren Zielgruppe für die Stadtbücherei. Wir beobachten, dass deren Erwartungen an die kommunale Infrastruktur zunehmen und zudem vielfältiger werden. Dem wird die Stadtbücherei durch ganz unterschiedliche - bewährte und neue - Angebote gerecht. Offene Häuser und attraktive Services im Bereich Kultur, Bildung und lebenslanges Lernen stehen dabei im Fokus. Die Stadtbücherei macht die Erfahrung, dass eine attraktive Lage und die moderne Ausstattung ihrer Häuser einen hohen Einfluss auf deren Nutzung haben. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist dabei die dezentrale Struktur der Stadtbücherei, die mit ihren 19 öffentlichen Bibliotheken und der Fahrbibliothek fast alle Frankfurter Stadtteile versorgt, von großem Vorteil. Die meisten Bibliotheken sind zudem sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln und barrierefrei zu erreichen. Die Zentralbibliothek bietet außerdem seit diesem Jahr mit Sehbehinderten- und Blindenarbeitsplätzen einen besonderen Service, der auch für die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren interessant ist. Im Klassischen Mediensortiment bietet die Stadtbücherei neben Büchern auch Zeitungen, Zeitschriften, Hörbücher, Musik, DVD oder CD-ROM an. Von der Zielgruppe stark nachgefragte und im Bestandsaufbau berücksichtigte Themen sind Ratgeber, z. B. Medien zu EDV, Rente und Gesundheit, Erbschaft, Patientenverfügung, Pflege der Eltern oder Biographiearbeit. Ebenfalls stoßen die Belletristik, hier insbesondere historische und biographische Romane, und Hörbücher auf große Nachfrage. Die in der Bibliothek ausliegende Seniorenzeitschrift sowie Broschüren und Flyer über kulturelle Angebote in Frankfurt sind Services, die bei einem Bibliotheksbesuch gerne "mitgenommen" werden. Die Virtuelle Stadtbücherei, zu der eBooks, eZeitungen, Sprach- und EDV-Kurse, Hörbücher usw. gehören, ist ebenfalls ein attraktives Angebot gerade für immobile Seniorinnen und Senioren, die digitale Medien von zu Hause ausleihen können, sie auf ihren PC herunterladen und nach Ablauf der Leihfrist dank der automatischen Löschung des Zugriffs auch nicht in die Bibliothek zurückbringen müssen. Für Sehbehinderte sind die eMedien der Stadtbücherei mit der Möglichkeit der individuell einstellbaren Schriftgröße besonders attraktiv. Sehr beliebt sind auch die eLearning-Angebote, also Lernen per Mausklick, die vor allem zu den Bereichen Sprachen, Wirtschaft und EDV zur Verfügung stehen. Von American English bis zu Word 2010 ist für jeden etwas dabei; ein zusätzliches Entgelt fällt nicht an. Technische Neuerungen in der Bibliotheksnutzung, wie Selbstverbucher, Rückgabeautomat, Kassenautomat und vor allem die Möglichkeiten des Online-Katalogs, erschließen sich älteren Menschen weniger selbstverständlich als einer jungen Zielgruppe. Deshalb bietet die Stadtbücherei regelmäßig Einführungen in ihre Nutzung an und unterstützt ältere Menschen, die die Welt des Internets kennen lernen möchten, aktiv: Speziell auf die Zielgruppen zugeschnitten bietet sie eine breite Palette an Benutzerschulungen, Bibliothekseinführungen und Programmen. Von Seniorinnen und Senioren insbesondere nachgefragt und hoch geschätzt sind individuelle Einführungen ins Internet mit persönlicher Betreuung, ein Programm, das mittlerweile in acht Stadtteilbibliotheken angeboten wird. Hier werden sowohl Grundlagenkenntnisse vermittelt als auch weitere Funktionen, wie E-Mail und Tipps für die Notebooknutzung. Die Bibliotheken der Stadtbücherei sind heute viel mehr als nur Ausleihstationen: Sie sind Kommunikationsorte, Treffpunkte und bieten als Orte der lebendigen Stadt- und Stadtteilkultur zahlreiche Veranstaltungen und Programme an. Wie lebendig und vielfältig die Bibliotheken sind, kann man nicht nur in der täglichen Nutzung, sondern auch bei Lesungen, Vorträgen, Konzerten, Ausstellungen und Podiumsdiskussionen erleben. So finden pro Jahr über 300 Veranstaltungen statt. Hierzu gehören Veranstaltungskooperationen, etwa die "Bürgeruni" mit der Goethe-Universität, mit dem Historischen Museum Frankfurt, der Gesellschaft für Frankfurter Geschichte, mit weiteren städtischen Ämtern, zum Beispiel zum Thema Rente, Grüngürtel, Veranstaltungen mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Oper Frankfurt, dem Bürgerinstitut, kulturhistorische oder EDV-Seminare mit der VHS u.v.m. Diese Veranstaltungsreihen werden von überdurchschnittlich vielen Seniorinnen und Senioren besucht, die hier gerne die Möglichkeit wahrnehmen, sich außerhalb universitärer oder verschulter Strukturen weiter zu bilden. Nicht zuletzt erwähnt sei die Möglichkeit des ehrenamtlichen Engagements. Allein die öffentlichen Bibliotheken der Stadtbücherei werden durch circa 130 Freiwillige unterstützt. Beispielsweise sind viele Seniorinnen und Senioren als Vorleserinnen und Vorleser aktiv. Einige Fördervereine sind getragen durch die Mitarbeit von über 60-Jährigen. Und wer sich über Freiwilligenarbeit in Frankfurt informieren möchte, findet dazu dienstags im Bibliothekszentrum Bergen-Enkheim fachkundige Beratung durch das Büro Aktiv. Wie Sie sehen, ist die Stadtbücherei heute mehr denn je fest verankert in der städtischen Gesellschaft und ein anerkannter Bildungspartner in Frankfurt. Es gelingt der Stadtbücherei, den Bürgerinnen und Bürgern in jedem Lebensabschnitt und in jeder Lebenssituation ein umfangreiches und aktuelles Bildungsangebot anzubieten, und selbstverständlich spielen Seniorinnen und Senioren hier eine wichtige Rolle. Antragstellende Person(en): Stadtv. Manuel Stock
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 31. August 2012 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.