Frankfurt war eine der ersten Kommunen in Hessen, die vor acht Monaten ein Lachgasverbot flächendeckend durchgesetzt und
Zusammenfassung
Die Frage betrifft die Erfahrungen des Präventionsrats in Frankfurt mit den präventiven Maßnahmen zur Umsetzung des Lachgasverbotes und die konkreten Auswirkungen dieses Verbots. Laut Magistrat hat das Lachgasverbot messbare Erfolge bei der Abfallvermeidung und der Inanspruchnahme von Suchtberatungsangeboten erzielt.
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Thema Gesundheit und Soziales verfolgenFrage an den Magistrat
vom 26.02.2026, F 3874 Frankfurt war eine der ersten Kommunen in Hessen, die vor acht Monaten ein Lachgasverbot flächendeckend durchgesetzt und dies mit repressiven und präventiven Maßnahmen begleitet hat. Für Minderjährige ist der Konsum von Lachgas verboten. Außerdem gilt an bestimmten öffentlichen Orten ein Konsumverbot auch für Erwachsene. Der Verkauf von Lachgas an Minderjährige ist ebenfalls verboten. Mittlerweile hat auch der Bund ein Gesetz zum Lachgasverbot auf den Weg gebracht. Vor diesem Hintergrund frage ich den Magistrat: Welche Erfahrungen hat der Präventionsrat in Frankfurt mit den präventiven Maßnahmen bei der Umsetzung des Lachgasverbotes gesammelt, und welche konkreten Auswirkungen hatte das Verbot?
Antwort des Magistrats
Der Magistrat hat das Lachgasverbot von Beginn an nicht nur als ordnungsrechtliche Maßnahme verstanden, sondern als präventionsstrategische Gesamtaufgabe. Insbesondere der Präventionsrat hatte hierbei die Aufgabe sowohl repressive als auch präventive Maßnahmen systematisch in die bestehenden kommunalen Strukturen einzubetten. Über folgende Erfahrungen und konkrete Auswirkungen kann berichtet werden:
- Repression allein entfaltet keine nachhaltige Wirkung. Entscheidend ist die konsequente Verzahnung von ordnungsrechtlichem Vorgehen und präventiver Flankierung. Das kommunale Verbot hat dabei einen klaren und verbindlichen Rahmen geschaffen. Dadurch wurde die Ansprache von Jugendlichen, Eltern, Schulen und auch Händlern deutlich glaubwürdiger. Das Thema wurde nicht länger als Grauzone wahrgenommen, sondern als klar geregelt - und dadurch entsprechend ernster genommen.
- Niedrigschwellige Aufklärung ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Mit den Kampagnen "Nicht zum Lachen" und "Merkstewas?" wurde bewusst jugend- und generationsübergreifend, mehrsprachig - in neun Sprachen - und über unterschiedliche Kanäle - wie Schulen, soziale Medien, religiöse Einrichtungen sowie Jugend- und Multiplikatorennetzwerke - informiert. Die Erfahrung hat gezeigt: Reine Abschreckung greift zu kurz. Sachliche Information über gesundheitliche Risiken und soziale Folgen wird deutlich besser angenommen.
- Vernetzung erhöht die Wirksamkeit erheblich. Bereits im September 2024 wurde ein stadtweiter Arbeitskreis mit 52 Akteurinnen und Akteuren eingerichtet - aus Verwaltung, Gesundheitswesen, Polizei, Entsorgungswirtschaft, Jugendhilfe sowie Landes- und Bundesbehörden. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit war ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
- Prävention entlastet den Vollzug. Durch die gezielte Ansprache von Onlinehändlern und Verkaufsstellen wurde der Vertrieb in vielen Fällen freiwillig eingestellt. Dadurch konnten Verwaltungsverfahren reduziert und Ressourcen geschont werden. Zu den konkreten Auswirkungen kann der Magistrat berichten, dass ein deutlicher Rückgang der aufgefundenen Lachgasflaschen - von 2024 auf 2025 um knapp die Hälfte festgestellt wurde. Zudem konnten die Entsorgungskosten pro Flasche erheblich gesenkt werden - von zuvor 69 Euro auf 7,50 Euro bei leeren und 15 Euro bei vollen Behältern. Insgesamt wurden potenzielle Entsorgungskosten im Millionenbereich vermieden. Erstmals wurde dabei eine kommunale Messmethode entwickelt, bei der Abfalldaten systematisch ausgewertet wurden. Prävention ist damit nicht nur sozial- und gesundheitspolitisch, sondern auch finanziell messbar geworden. Der Kosten-Nutzen-Effekt ist deutlich positiv: Jeder eingesetzte Euro führte zu einem Vielfachen an eingesparten kommunalen Mitteln. Auch im Gesundheitsbereich zeigen sich Effekte: Die Inanspruchnahme von Suchtberatungsangeboten ist gestiegen, während hospitalisierte Fälle leicht zurückgingen. Darüber hinaus hat Frankfurt mit seiner koordinierten Vorgehensweise Impulse auf Bundesebene gesetzt. Fachliche Stellungnahmen aus dem Frankfurter Arbeitskreis flossen in die bundesrechtliche Diskussion ein und wurden im neuen gesetzlichen Rahmen teilweise berücksichtigt. Zusammenfassend lässt sich festhalten: Das Lachgasverbot wirkt - insbesondere, weil es konsequent präventiv flankiert wurde. Die Kombination aus Aufklärung, Vernetzung, ordnungsrechtlicher Durchsetzung und evidenzbasierter Evaluation hat messbare Erfolge erzielt - gesellschaftlich wie fiskalisch.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 26. Februar 2026 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.