Kinder und Jugendliche können in unserer digitalen Zeit immer wieder mit Inhalten von Filmen, Serien, Bildern, Videospie
Zusammenfassung
Die Frage befasst sich mit den negativen Auswirkungen der Netflix-Serie "Squid Game" auf Kinder und Jugendliche sowie der Aufklärung durch Schulen und Kindergärten. Es wird vorgeschlagen, die Serie wie andere Medieninhalte mit einer Altersfreigabe ab 16 Jahren zu behandeln, um die Kinder vor gewalttätigen Inhalten zu schützen.
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Thema Schulen und Bildung verfolgenFrage an den Magistrat
Kinder und Jugendliche können in unserer digitalen Zeit immer wieder mit Inhalten von Filmen, Serien, Bildern, Videospielen et cetera konfrontiert werden, die negative Folgen für sie haben können. Es ist Aufgabe der Eltern und Lehrer, zu kontrollieren, was ihre Kinder konsumieren, und mit ihnen über bestimmte Inhalte zu sprechen. Aktuell gibt es viele Diskussionen über die brutale Netflix-Serie "Squid Game" aus Südkorea. Ich frage daher den Magistrat: Über welche negativen Auswirkungen der Serie "Squid Game" an Kindergärten und Schulen kann der Magistrat berichten, und wie werden Kinder, Jugendliche und Eltern von diesen Einrichtungen über die Gewalt und die Gefahren, die von dieser und anderen Serien/Filmen ausgehen, aufgeklärt?
Antwort des Magistrats
"Squid Game" ist eine Film-Serie des Pay-TV Streamingdienstes "Netflix", die ausschließlich online geschaut werden kann. Daher existiert für diese Serie keine Altersfreigabe der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, FSK, nach dem Jugendschutzgesetz. Die Serie ist in Deutschland von "Netflix" selbst mit einer Jugendschutz-Einschränkung ab 16 Jahren gekennzeichnet. Der Magistrat hält das Selbstkennzeichen für richtig angesetzt. Es soll Eltern eine Orientierung geben und funktioniert nur, wenn diese beobachten, was ihre Kinder schauen oder noch wichtiger, die entsprechenden Funktionen zur Jugendschutz-Einschränkung innerhalb des Nutzer:innenprofils bei "Netflix" aktivieren. Wir stellen fest, dass es immer wieder Filme und Spiele geben wird, die nicht für Kinder und Jugendliche geeignet sind, aber eine große Faszination auf diese ausüben. Auch das Wunsch nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe erhöht den Druck, über strittige und ungeeignete Medieninhalte direkt oder auf anderem Wege Bescheid zu wissen. Inzwischen sind auf Social-Media-Plattformen wie "Instagram", "TikTok" oder "YouTube" eine Vielzahl von Fotos und Videos in Anlehnung an "Squid Game" zu finden, und es ist anzunehmen, dass ein Teil der Kinder ihre Kenntnisse zu "Squid Game" aus diesen Kanälen beziehen, anstatt über das Schauen der Serie auf "Netflix". In einigen Medienbeiträgen wurde das Nachspielen von Serienelementen auf Schulhöfen als ein problematisches Verhalten beschrieben. Aus Sicht des Präventiven Jugendschutzes gilt es dabei zu hinterfragen, was genau gespielt wird: So funktioniert das Spiel "Rotes Licht, grünes Licht" aus der ersten Episode von "Squid Game" ähnlich wie das in Deutschland bekannte Kinderspiel "Ochs am Berg": Wer sich zu spät bewegt, verliert. Insofern ist es zunächst nicht problematisch, wenn diese Spiele von Kindern nachgespielt werden, zumal es auch eine Form der Verarbeitung des Gesehenen bedeuteten kann. Werden jedoch die Verlierer*innen durch die Ausübung von Gewalt bestraft, sind Grenzen überschritten, denen pädagogisch vor Ort in den jeweiligen Einrichtungen begegnet werden muss. Deshalb sollte die Serie "Squid Game" behandelt werden wie andere Medieninhalte mit einer "Altersfreigabe ab 16 Jahre" und jüngeren Kindern nicht zugänglich sein. Allerdings ist das Jugendschutzgesetz "nur" für den öffentlichen Raum wie zum Beispiel Kino oder Schule verbindlich zuständig. Für Eltern zuhause kann die Altersfreigabe aber eine wichtige Orientierung sein. Bedeutend ist dabei, dass Eltern verstehen, wieso die Serie erst ab 16 Jahren freigegeben ist, und dass diese Regelung für die soziale und emotionale Entwicklung ihrer Kinder eingehalten werden sollte. Der Präventive Jugendschutz Frankfurt am Main bietet im Rahmen von Fortbildungen für Pädagogen*innen der Sozial- und Bildungsarbeit aber auch bei Elternabenden an Grundschulen sowie Elternsprechstunden Empfehlungen und Möglichkeiten zum Austausch zu Fragen rund um den Jugendschutz und Jugendmedienschutz und hat folgende Tipps für Eltern und Erziehende im Umgang mit digitalen Medien: - Alterskriterien für digitale Spiele und Filme zu beachten, Geräte sichern und Zugang zu nicht altersgerechten Inhalten einschränken oder zu erschweren, - Eltern erklären, welche Wirkung das Schauen altersungerechten Medieninhalte auf Psyche und Entwicklung haben kann, - sich dafür interessieren, was Kinder und Jugendliche spielen und anschauen - und ggf. Alternativen anbieten, - mit den Kindern und Jugendlichen darüber sprechen, was sie beschäftigt, ohne Vorwürfe zu machen. Alle Frankfurter Kindertageseinrichtungen verfügen über Einrichtungskonzeptionen, die auch medienpädagogische Aspekte berücksichtigen. Im Rahmen der kommunalen sowie ganztätigen Angebote an Schulen, insbesondere im Förderprogramm Jugendhilfe in der (Grund-)Schule, sind pädagogische Fachkräfte kompetente und professionelle Ansprechpartner*innen für Kinder und Jugendliche zu allen jugendspezifischen Themen. Die Fachkräfte sind an ihrer Schule und im Stadtteil verlässliche Ansprechpartner*innen und können gemeinsam mit den Lehrkräften zeitnah auf aktuelle Entwicklungen reagieren, das Gespräch mit Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern suchen, gemeinsames Handeln anstoßen oder auch weitere externe Kooperationspartner zu diesem Thema als Unterstützung akquirieren wie z.B. das Medienzentrum Frankfurt. Sie nehmen das Thema als Anlass, um mit den Kindern auch über die Hintergründe und Auswirkungen der jeweiligen Medieninhalte zu sprechen und so ihre Medienkompetenz zu stärken. Solche Gespräche können im Klassenrat auch präventiv geführt werden. Das Aufgreifen von Themen, die die Lebenswirklichkeit von Kindern beeinflussen, ist gängige pädagogische Praxis. Dies erfolgt alters- und situationsangemessen sowohl in Bezug auf die Kinder als auch auf deren Erziehungsberechtigten.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 2. Dezember 2021 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.