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In Frankfurt werden aus Abfällen und Restmüll Biogas, Strom und Wärme erzeugt. Diese Energie wird für den Betrieb von Di

Vorlagentyp: F
Beantwortet

Zusammenfassung

In Frankfurt wird die Produktion von Biogas, Strom und Wärme aus Abfällen erfragt, sowie deren Entwicklung und Prognosen für die kommenden Jahre. Der Magistrat betont die Bedeutung der energetischen Abfallverwertung für Klimaziele und gibt detaillierte Zahlen zur Wärme- und Stromerzeugung sowie CO2-Ersparnissen an.

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Thema Umwelt und Energie verfolgen

Frage an den Magistrat

In Frankfurt werden aus Abfällen und Restmüll Biogas, Strom und Wärme erzeugt. Diese Energie wird für den Betrieb von Dienstfahrzeugen, die Versorgung von Haushalten mit Strom sowie zum Heizen genutzt - Energie "Made in Frankfurt". Ich frage den Magistrat: Wie hat sich die Produktion von Biogas, Strom und Wärme aus Abfällen in den letzten fünf Jahren entwickelt, und welche Prognosen bestehen für die kommenden Jahre, jeweils differenziert nach Einsatzbereichen, Klimawirkung und Wirtschaftlichkeit?

Antwort des Magistrats

Stadträtin Tina Zapf-Rodriguez: Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin, sehr geehrter Herr Stadtverordneter Medoff, meine Damen und Herren! Endlich eine sinnvolle Frage zum Müllheizkraftwerk! Der Einsatz der energetischen Abfallverwertung ist kurz- bis mittelfristig ein wichtiger Pfeiler zur Erreichung der Klimaziele, da er den Einsatz fossiler Energieträger wie Kohle oder Gas verringert und verhindert, dass auf Deponien durch Lagerung klimaschädliche Gase wie Methan freigesetzt werden. Im Müllheizkraftwerk Nordweststadt und im Biomassekraftwerk Fechenheim produziert die Mainova AG emissionsarm Wärme und Strom. In der Biogasaufbereitungsanlage wird aus Biomethan Biogas in Erdgasqualität erzeugt. Das MHKW, das BKF und die BGAA nehmen im Rahmen der Dekarbonisierungsstrategie der Mainova eine wichtige Rolle ein. Jetzt zu den Zahlen: Von 2021 bis 2024 hat sich die Wärmenetzeinspeisung von 578 Gigawattstunden auf 459 Gigawattstunden reduziert. Im Jahr 2025 stieg die Einspeisung aber wiederum auf 626 Gigawatt-stunden an. Für den Zeitraum 2026 bis 2030 wird, mit geringen Schwankungen, eine vergleichbare Wärmenetzeinspeisung erwartet. Die Nettostromerzeugung blieb 2021 und 2022 mit rund 295 Gigawattstunden nahezu konstant. Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner: Der Geräuschpegel ist wieder sehr gestiegen. Ich möchte, wie mein Kollege Dr. Rosenbaum, darauf hinweisen, dass Ihnen, wenn Sie sich unterhalten möchten, die Cafeteria offen steht. Ich bitte Sie, Ihre Gespräche nicht hier im Saal zu führen. Danke! Stadträtin Tina Zapf-Rodriguez: (fortfahrend) Herzlichen Dank! Bis 2024 sank die Stromerzeugung auf 211 Gigawattstunden und stieg 2025 auf 238 Gigawattstunden an. Für den Zeitraum von 2026 bis 2030 wird, unter Berücksichtigung geringer Schwankungen, mit einer stabilen Erzeugung auf vergleichbarem Niveau gerechnet. Die Einspeisung von Biomethan stieg im Zeitraum zwischen 2021 und 2023 von 23,7 Gigawattstunden auf 25,0 Gigawattstunden an. Im Jahr 2024 sank die Biomethaneinspeisung auf 23,8 Gigawatt-stunden. Sie blieb auch 2025 mit 24,0 Gigawattstunden auf ähnlichem Niveau. Für die kommenden Jahre wird, mit geringen Schwankungen, auch hier eine vergleichbare Einspeisung erwartet. Die durchschnittliche CO2-Ersparnis beläuft sich im Vergleich zur Nutzung fossiler Energieträger - Erdgas - beim MHKW auf 135.000 Tonnen pro Jahr - im 4-Linien-Be-trieb -, beim BKF auf 85.000 Tonnen pro Jahr und bei der BGAA auf 4.500 Tonnen pro Jahr. Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner: Die erste Zusatzfrage kommt vom Fragesteller Jumas Medoff von IBF und die zweite Zusatzfrage von Herrn Dr. Langner von der FDP. Bitte schön! Stadtverordneter Jumas Medoff, IBF: (Zusatzfrage) Sehr geehrte Frau Dezernentin, liebe Tina, vielen Dank! Die Zahlen sind wirklich beeindruckend. Wäre es denkbar, das stärker öffentlich zu kommunizieren, mehr Bewusstsein zu schaffen und damit zum Beispiel die Menschen zu einer besseren Mülltrennung beim Restmüll zu motivieren? Diese Zahlen sind leider eher wenig bekannt in der Bevölkerung, und das würde auf jeden Fall sehr viele Menschen interessieren. Stadträtin Tina Zapf-Rodriguez: (fortfahrend) Vielen Dank für die Frage und auch für den Hinweis! Mit den reinen Zahlen zu hantieren, ist, glaube ich, für die Bevölkerung schwierig. Aber was wir natürlich versuchen, ist, auch mit unterschiedlichen Öffentlichkeitsarbeitsaktivitäten tatsächlich das Restmüllaufkommen zu reduzieren. Das ist, glaube ich, in einer Großstadt wie Frankfurt ganz wichtig. Wir sind im Moment ungefähr bei einem Niveau von 200 Kilo pro Kopf pro Jahr, das wollen wir bis zum Jahr 2030 noch einmal deutlich auf 120 Kilo reduzieren. Das ist natürlich eine ordentliche Reduktion, die wir durch Aufklärungsarbeit und auch durch so etwas wie die Zero-Waste-Kampagne und den Waste-Bewerb erreichen wollen, um Menschen auch spielerisch Mülltrennung näherzubringen. Wir schauen, dass dann tatsächlich am Ende nur der Restmüll in der Restmülltonne landet, der dann wiederum verbrannt wird und entsprechend genutzt werden kann. Und wir wollen dieses Ziel natürlich auch durch weitere Aktivitäten rund um das, was die FES, die Stabsstelle Sauberes Frankfurt und insbesondere eben auch das Umweltamt, die ja für die Zero-Waste-Kampagne zuständig sind, erreichen. Das ist absolut wichtig, ich stimme Ihnen vollkommen zu.

(Beifall) Stadtverordneter Dr. Julian Langner, FDP: (Zusatzfrage) Vielen Dank, Frau Zapf-Rodriguez! Ich habe eine Rückfrage. Sie haben gerade von der emissionsarmen Energieerzeugung im Müllheizkraftwerk gesprochen. Das gilt natürlich nur dann - und insofern war auch die Rückfrage von Herrn Medoff sehr wichtig -, wenn man sagt, den Müll müssen wir eh verbrennen. Wenn man sich mal überlegt, was an CO2 aus dem Müllheizkraftwerk rauskommt, ist das mehr als bei einem Steinkohle- oder sogar Braunkohlekraftwerk, glaube ich. Die Verbrennung von Müll muss dringend reduziert werden. Sie haben es schon angesprochen, dass wir derzeit weit über den Werten liegen, die wir eigentlich für Frankfurt haben müssten. Welche Ziele können wir uns denn da setzen, und vor allen Dingen, wie ist das dann mit dem Wärmekonzept vereinbar? Danke! Stadträtin Tina Zapf-Rodriguez: (fortfahrend) Es ist tatsächlich so, dass aktuell in den Restmülltonnen unterschiedlichste Müllfraktionen enthalten sind, und das ist eben nicht alles Restmüll. Das ist genau das, worüber wir aufklären wollen: dass wir am Ende nur noch das verbrennen, was tatsächlich verbrannt werden muss, und an den Punkt kommen, dass nur noch die unvermeidbare Abwärme genutzt wird und durch Kraft-Wärme-Kopplung sowohl Wärme als auch Strom erzeugt werden können. Gleichzeitig soll vermieden werden, recycelbares Plastik zu verbrennen. Das ist genau das Ziel. Wir haben uns die Ziele gesteckt, insgesamt das Restmüllaufkommen zu verringern und gleichzeitig auch die Müllkategorien klarer voneinander zu trennen und damit die Menschen zu einem besseren Trennverhalten zu motivieren. Das ist natürlich nicht ganz einfach. Gerade in einer Großstadt wie Frankfurt ist es sehr schwierig, die Menschen zu erreichen. Wir versuchen es über unterschiedliche Informationskanäle, und es ist, denke ich, möglich, die Menschen in den kommenden Jahren weiter dafür zu sensibilisieren, sodass am Ende, wie Sie es bereits sagten, nur noch das verbrannt wird, was tatsächlich verbrannt werden muss.

(Beifall)

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 22. Januar 2026 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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