Die Populationskontrolle von Stadttauben nach dem Augsburger Modell basiert auf Futterstellen und Taubenhäusern. Kommune
Zusammenfassung
Die Frage bezieht sich auf die Umsetzung des Augsburger Modells zur Populationskontrolle von Stadttauben in Frankfurt. Es wird angefragt, warum dieses Modell nicht gemeinsam mit ehrenamtlichen Organisationen umgesetzt wurde und welche Maßnahmen geplant sind, um die Stadttaubenpopulation erfolgreich zu verringern.
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Thema Grünflächen, Wald und Friedhöfe verfolgenFrage an den Magistrat
Die Populationskontrolle von Stadttauben nach dem Augsburger Modell basiert auf Futterstellen und Taubenhäusern. Kommunen, wie zum Beispiel München, Stuttgart, Ingolstadt und Aachen, setzen mit einer Vielzahl an Taubenhäusern das Modell mustergültig um und haben Erfolge, über die Frankfurt leider nicht verfügt. Seit dem Februar 2024 hat keine Taube in dem einzigen Container auf dem alten Bockenheimer Friedhof genistet. Dies erzeugt den Eindruck, als ob der Container gar nicht funktionieren soll.
Ich frage den Magistrat, warum er nicht das Augsburger Modell gemeinsam mit ehrenamtlichen Organisationen umgesetzt hat und wie er künftig wieder erfolgreich die Stadttaubenpopulation in Frankfurt verringern möchte.
Antwort des Magistrats
Das Frankfurter Stadttaubenkonzept basiert auf dem Augsburger Konzept und integriert Erfahrungen anderer Städte mit langjährigem Taubenmanagement. Grundprinzip ist die Kombination aus betreuten Taubenhäusern und Geburtenkontrolle, Ei-Tausch. Anders als im Augsburger Modell werden Futterstellen nicht frei verteilt, da Erfahrungen - etwa aus Wiesbaden - zeigen, dass dies lokal zu massiven Populationsanstiegen führt und die Tiere stark von der Fütterung abhängig werden. Außerdem führen freie Futterstellen zu vermehrten Beschwerden von Anwohner:innen.
In Frankfurt wird, wie sein Vorgänger auch, das Taubenhaus Am Alten Friedhof Bockenheim durch die "Gesellschaft für Wiederverwendung und Recycling mbH", GWR, betreut, um Hygiene und Planungssicherheit zu gewährleisten. So wird es auch mit weiteren Taubenhäusern gehandhabt werden.
Stadttauben finden in Frankfurt nicht genug artgerechte Nahrung. Um die Population nicht ausschließlich durch eine Futterobergrenze klein zu halten, ist es deshalb wichtig, schnellstmöglich an sogenannten Hotspots Taubenhäuser zu errichten, um die Geburtenkontrolle mit Fütterungen zu koppeln. Allgemein müssen Fütterungen kontrolliert durch das Stadttaubenmanagement stattfinden, um die Stadttaubenpopulation effektiv zu managen.
Das Frankfurter Stadttaubenkonzept soll mit Hilfe der Frankfurter Taubenvereine umgesetzt werden. Das Ordnungsamt unterstützt das Stadttaubenprojekt bereits mit jährlich 33.000 Euro zur Bergung und Versorgung kranker und verletzter Tiere aus dem öffentlichen Raum. Eine Zuwendung des Maintauben Tierschutzprojekt e. V. durch die Stabsstelle Sauberes Frankfurt wird angestrebt.
Das Taubenhaus im Alten Friedhof Bockenheim:
Der Container wird bislang nicht als Brutstätte angenommen, weil in unmittelbarer Nähe ausreichend Nistplätze am Westbahnhof existieren und illegales Futter rund um das Haus angeboten wird. Nur durch die Sperrung der bestehenden Nistplätze und die konsequente Einhaltung des Fütterungsverbots kann das Taubenhaus erfolgreich besiedelt werden. Es ist daher unabdingbar, dass diese Fütterungen unterbunden werden.
Das Stadttaubenmanagement steht außerdem in engem Austausch mit der DB InfraGO AG, um mögliche Maßnahmen am Westbahnhof umzusetzen und bestehende Nistplätze zu vergrämen. Bei einem gemeinsamen Ortstermin Mitte Oktober konnte festgestellt werden, dass die vorhandene Vergrämung am Westbahnhof großflächig zerstört ist und von Unbekannten bis zu 15 cm tief Futter auf dem Dach des Bahnhofhauses gestreut wurde. Das Futter wurde unter Hausfriedensbruch und illegal ausgebracht und hat hohen Schadnager- und Wurmbefall zur Folge, der bekämpfungspflichtig ist.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 30. Oktober 2025 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.