In den letzten Jahren hat die Zahl der in Frankfurt gedrehten Serien und Filme subjektiv betrachtet zugenommen. Ob TV-Se
Zusammenfassung
Der Magistrat plant Maßnahmen zur Stärkung Frankfurts als Filmstadt, um die Anzahl der Film- und Fernsehproduktionen zu erhöhen. Dies umfasst die Unterstützung von Filmschaffenden, die Verbesserung der Infrastruktur und die Optimierung von Genehmigungsverfahren. Ziel ist es, Frankfurt als attraktiven Drehort nachhaltig zu etablieren.
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Thema Kultur verfolgenFrage an den Magistrat
In den letzten Jahren hat die Zahl der in Frankfurt gedrehten Serien und Filme subjektiv betrachtet zugenommen. Ob TV-Serienproduktionen wie "Ein Fall für Zwei" und der Frankfurter "Tatort", erfolgreiche Miniserien wie "Bad Banks" und "Skylines" oder die Serie " Die Zweiflers " : In Frankfurt dreht sich was! Trotzdem liegt die Zahl der Film- und Fernsehproduktionen immer noch weit hinter anderen Großstädten wie Berlin, München oder Köln.
Ich frage daher:
Was unternimmt der Magistrat, damit Frankfurt in Zukunft weiter zur Filmstadt wird und deutlich mehr Streifen in Frankfurt produziert und gedreht werden?
Antwort des Magistrats
Sehr geehrte Frau Stadtverordnete Eberz! Frankfurt ist bereits heute eine lebendige Filmstadt - vor allem bekannt für ihre traditionsreiche und vielfältige Filmkultur. Das DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum ist als eine von drei zentralen deutschen Filmerbe-Einrichtungen in Frankfurt angesiedelt und zählt zu den beliebtesten Museen der Stadt. Über 30 Filmfestivals prägen jährlich das kulturelle Leben, ergänzt durch regelmäßige Filmreihen in den Kinos. Zudem haben zahlreiche bundesweit bedeutende Fachverbände in Frankfurt ihren Sitz. Dies sind nur einige Beispiele unserer vielfältigen Filmlandschaft, in unserer Ende 2024 erschienenen Broschüre "Filmkultur in Frankfurt & Rhein-Main" haben wir das breite Angebot für Bürgerinnen und Bürger anschaulich zusammengefasst. Zu einer Filmstadt gehört jedoch nicht nur ein vielfältiges Filmkultur- und Filmbildungsangebot, sondern auch ein attraktives Umfeld für die Filmschaffenden. In Frankfurt und in Hessen gibt es keine Filmhochschule, die oftmals eine zentrale Talentschmiede bildet. Dies muss in unserer Region kompensiert werden. Das Kulturdezernat unterstützt daher institutionell das Filmhaus Frankfurt, das mit Bildungs- und Beratungsangeboten sowie durch Vernetzung die lokale Szene stärkt. Seit 2025 ermöglichte das Kulturdezernat zudem der Hessischen Filmförderung Hessen Film & Medien die Öffnung des NextStep. Film- und Mediengründungszentrums im Kulturbunker Osthafen, in dem moderne Arbeitsräume, ein Co-Working-Space und ein Veranstaltungssaal als kreative Heimat für den Nachwuchs eingerichtet wurden. Ziel ist es, junge Filmschaffende bei der Ansiedlung in der Stadt zu unterstützen. Auch hat die Stadt damit einen wichtigen Schritt bei der engeren Zusammenarbeit mit der Landesfilmförderung unternommen. Ein weiterer Schlüssel für eine florierende Filmstadt ist die Attraktivität Frankfurts als Drehort. Einst drehten hier Regisseure wie Alexander Kluge oder Rainer Werner Fassbinder; heute taucht die Stadt in Produktionen bedeutender Filmschaffender nur noch selten auf. Gründe sind vielfältig und komplex, dazu gehört unter anderem die vergleichbar geringeren Landesfilmfördermittel in Hessen sowie eine noch ausbaufähige Infrastruktur, die die besonderen Branchenbedürfnisse bei der Umsetzung ihrer Projekte unterstützt und nicht hindert. Doch es gibt auch erfreuliche Gegenbeispiele: Der Filmautor Christoph Hochhäusler drehte mit "Bis ans Ende der Nacht" bereits zum zweiten Mal in Frankfurt, im letzten Jahr zeigten etwa auch die in der Frage erwähnte preisgekrönte Serie "Die Zweiflers" oder auch die Vampirserie "Love Sucks", welch großes, bislang und im Vergleich zu anderen großen Städten visuell wenig ausgeschöpftes Potenzial Frankfurt jenseits der bekannten Skyline bietet. Frankfurt als Drehort noch attraktiver zu machen und nachhaltig in der Filmbranche zu etablieren, ist eine wichtige Querschnittsaufgabe des gesamten Magistrats, zu deren Umsetzung verschiedenste Maßnahmen sinnvoll sein könnten. Beispiele könnten sein: Die Genehmigungsverfahren für Dreharbeiten, an denen viele verschiedene Ämter und Institutionen beteiligt sind, zu optimieren und zu zentralisieren, zum Beispiel im ServiceCenter Veranstaltungen oder bei der Beratungsstelle Film. Projekte zur Stärkung der Kreativwirtschaft könnten an entsprechender Stelle ermöglicht und die Zusammenarbeit mit Location Scouts ausgebaut werden. Auch die Information der Bürgerinnen und Bürger über entstehende Filmproduktionen könnte verbessert werden, um eine positive Aufnahme der Dreharbeiten zu fördern. Das Kulturdezernat könnte bei der Bewertung kulturell besonders unterstützenswerter Projekte andere Ämter beraten und die Filmschaffenden bei der inhaltlichen Themenrecherche mit Hinweisen, Anregungen, Kontakten zu den Archiven und Akteuren anderer Kultursparten unterstützen. Ein attraktiv dotierter Drehbuchpreis könnte zusätzlich die Entwicklung von Filmstoffen fördern, die in unserer Stadt spielen. Der Ausbau Frankfurts zu einem florierenden Filmstandort ist eine wichtige und sinnvolle Querschnittsaufgabe der Stadt, die im Kontext der Förderung der Kreativwirtschaft verstärkt angegangen werden sollte. Ein strategisch zusammengesetzter Arbeitskreis aus zuständigen Stellen könnte zunächst ein umfassendes Konzept auf den Weg bringen, welches die notwendigen und umsetzbaren Bausteine zusammenträgt. Nur so kann Frankfurt als attraktiver Drehort nachhaltig in der Filmbranche etabliert und als Filmstadt der Zukunft positioniert werden. Das Kulturdezernat bringt seine filmkulturelle Expertise gerne in einen solchen Prozess ein.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 11. September 2025 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.