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Die Verkehrsunfallstatistik weist für das Jahr 2024 in Frankfurt einen Anstieg der Verkehrsunfälle von 7,5 Prozent im Ve

Vorlagentyp: F
Beantwortet

Zusammenfassung

Die Verkehrsunfallstatistik für Frankfurt am Main zeigt einen Anstieg der Verkehrsunfälle im Jahr 2024, insbesondere bei Radfahrern. Der Magistrat plant Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, um den Anstieg der Unfälle zu adressieren und die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.

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Thema Verkehr und Straße verfolgen

Frage an den Magistrat

Die Verkehrsunfallstatistik weist für das Jahr 2024 in Frankfurt einen Anstieg der Verkehrsunfälle von 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Bei den Radfahrern war sogar eine Zunahme von über zehn Prozent zu verzeichnen - trotz des erfolgten weiträumigen Ausbaus der Radwegeinfrastruktur in Frankfurt in der jüngeren Vergangenheit.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Magistrat:

Was sind aus Sicht des Magistrats die Ursachen für diese Entwicklung, und mit welchen konkreten Maßnahmen gedenkt er, darauf zu reagieren?

Antwort des Magistrats

Allgemeine Bewertung

Für die Beurteilung der Sicherheit in Frankfurt ist es wichtig aus der Verkehrsunfallstatistik der Polizei nicht die in den Fragen genannten Unfallzahlen der Gesamtstatistik zu betrachten, sondern die des Stadtgebiets Frankfurt/M.

Im Bereich des Stadtgebiets Frankfurt am Main - also ohne Bundesautobahnen -, für das die Zuständigkeit der Stadt Frankfurt am Main als Straßenbaubehörde bzw. des Oberbürgermeisters als Untere Straßenverkehrsbehörde gegeben ist, hat die Gesamtzahl der polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfälle 2024 verglichen mit dem Vorjahr um +8,4 Prozent zugenommen. Sie liegt mit 20.957 Verkehrsunfällen 19.568 leicht über dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019.

Aus straßenverkehrsbehördlicher Sicht ist die Entwicklung von 2023 auf 2024 zuerst einmal Ausdruck eines sich fortwährend verändernden Verkehrsgeschehens, welches in den vergangenen Jahren von der Coronapandemie sowie starken Zunahmen besonders der vulnerablen Verkehrsformen Fuß- und Radverkehr geprägt war. Gleichwohl liegt insbesondere die Zahl der Schwerverletzten und Getöteten trotz der gestiegenen Verkehrsbeteiligung und Verkehrsleistung der vorgenannten Verkehrsformen deutlich unter dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019.

Die Zahl der Verunglückten ist grundsätzlich aus einer Vielzahl von Ursachen immer Schwankungen unterworfen, entwickelt sich jedoch seit 2006 trotz wachsender Stadt mit stark angewachsenem Verkehrsaufkommen im Trend sinkend, also positiv:

Die Entwicklung bei der hinsichtlich der "Vision Zero" bedeutsamen Zahl der Schwerverletzten und Getöteten zeigt noch deutlicher die gegenläufige Entwicklung, aber auch zum Teil deutlichere Schwankungen:

Insofern kann aufgrund der Veränderungen im direkten Jahresvergleich 2023 zu 2024 nicht der Schluss gezogen werden, es sei auf Frankfurts Straßen merklich "gefährlicher" geworden. Klar ist aber auch: Verkehrssicherheit bleibt eine Daueraufgabe für den Magistrat und seine Partner:innen, allen voran die Landespolizei. Und Verkehrssicherheit liegt, auch das sei gesagt, tagtäglich in der Verantwortung aller Menschen, die am Verkehr teilnehmen, egal ob sie sich im Auto nicht auf einen Zebrastreifen stellen, mit dem Fahrrad nicht falschherum auf einem Radstreifen fahren, einen E-Scooter nicht zu zweit benutzen oder als Fußgänger:in nicht mal eben schnell bei Rot eine Straße queren.

Kinder und Senior:innen

Unfälle mit Beteiligung von Kindern, 0-13 Jahre, im Stadtgebiet haben um +26,5 Prozent - 2023: 162, 2024: 205 - zugenommen, wobei die Zahl der Schulwegunfälle ebenso stabil blieb wie die Zahl der schwerverletzten Kinder. Erfreulich: 2024 wurde kein Kind im Straßenverkehr auf Frankfurter Stadtgebiet getötet. Der Zuwachs entfällt mit +19,6 Prozent wesentlich auf die Leichtverletzten - 2023: 133, 2024: 159 - und insgesamt ausschließlich mit +52,9 Prozent auf verletzte weibliche Kinder - 2023: 51, 2024:

78. Die Ursachenforschung zu dieser auffälligen Entwicklung, die sich bei Jugendlichen - 14 bis 17 Jahre - so nicht zeigt, ist gemeinsam mit der Landespolizei angelaufen; Ergebnisse liegen noch keine vor, auch menschliche Fehler bei der Verarbeitung der Daten sind nicht auszuschließen.

Trotz der insgesamt überproportionalen Beteiligung von Senior:innen, 75+ Jahre, am Unfallgeschehen sind die Verunglücktenzahlen bei leicht gestiegener, +5,7 Prozent, Zahl der Gesamtunfälle signifikant, -16,5 Prozent, rückläufig, insbesondere bei den Leichtverletzten, -19,2 Prozent. Erfreulich auch hier: 2024 kam kein Mensch aus dieser Altersgruppe auf den Straßen des Frankfurter Stadtgebiets ums Leben.

Radfahrer:innen

Für das Stadtgebiet Frankfurt am Main - ohne Bundesautobahnen - weist die Verkehrsunfallstatistik 2024 eine Zunahme der Gesamtunfälle mit Radfahrer:innenbeteiligung um +10,4 Prozent - Pedelecs: +11,3 Prozent - aus. Die Zahl der dabei Verunglückten stieg um +6,7 Prozent - Pedelecs: +18,4 Prozent. Statistisch auffällig ist hierbei der Anstieg bei Personen männlichen Geschlechts, +13,4 Prozent - Pedelec: +25,9 Prozent. Während die Verunglücktenzahlen bei Rad und Pedelec zusammengenommen damit - trotz gestiegener Verkehrsbeteiligung und vor allem Verkehrsleistung des Verkehrsträgers Rad - annähernd wieder auf dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019 - 900, 2024: 861 - liegen, hat die Zahl der Schwerverletzten und Getöteten im Vergleich abgenommen - 2019: 134, 2024:

110.

Das Straßenverkehrsamt sieht als mögliche Hauptursache für den Anstieg von 2023 auf 2024 eine Zunahme der Verkehrsleistung im Radverkehr hauptsächlich durch männliche, oft per Pedelec fahrende, "Neu-Radpendler" (sic), die bislang ein Fahrrad häufig nur im Freizeitbereich genutzt haben. Weitere Ergebnisse der gemeinsamen Analyse mit der Landespolizei liegen derzeit noch nicht vor.

Grundsätzlich weist die Unfallentwicklung des Radverkehrs in Frankfurt am Main größere Schwankungen (Wellen) auf, was zumeist ein Hinweis auf ein sich veränderndes Mobilitätsverhalten in Teilen der Bevölkerung ist.

Maßnahmen

Der Magistrat sorgt im Rahmen seiner Zuständigkeiten mit den ihm gegebenen Möglichkeiten und innerhalb des ihm insbesondere im Straßenverkehrsrecht vorgegebenen Rechtsrahmens für eine möglichst verkehrssichere Verkehrsinfrastruktur in Bau und Betrieb.

Hierzu zählen auch, häufig auf Anregung der Ortsbeiräte, eine hohe Zahl von Kleinmaßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit wie die bauliche Freihaltung von Sichtbeziehungen an Kreuzungen und Einmündungen von gewohnheitsmäßigem Falschparken - Maßnahmen, die neben der Verkehrssicherheit auch immer der Fußverkehrsförderung durch Freihaltung von Querungsbeziehungen dienen.

Die Reduktion der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 oder - wie im Innenstadtbereich - von 50 auf 40 und von 30 auf 20 km/h erhöht die Verkehrssicherheit aufgrund entscheidend kürzerer Anhaltewege.

Darüber hinaus betreibt der Magistrat die Verkehrsüberwachung im ruhenden Verkehr und unterstützt die für die Überwachung des fließenden Verkehrs zuständige Landespolizei durch mobile Geschwindigkeitskontrollen zur Generalprävention sowie ortsfeste Rotlicht- und Geschwindigkeitskontrollen zur Spezialprävention an Unfallhäufungsstellen.

Die städtische Unfallkommission ermittelt Unfallursachen mithilfe georeferenzierter Unfalldaten. Dabei werden alle Unfalldaten stadtweit, über die Betrachtung von Unfallhäufungsstellen hinaus, ausgewertet. So können strukturelle unfallbegünstigende Merkmale identifiziert und thematische Handlungsschwerpunkte für die Verkehrssicherheitsarbeit abgeleitet werden. Dafür werden unter anderem verkehrsartenspezifische Auswertungen vorgenommen, um Aspekte der Verkehrssicherheit in der Netzplanung und Maßnahmendefinition - für Fußverkehr, Radverkehr, Motorisierter Individualverkehr und Öffentlicher Nahverkehr - berücksichtigen zu können. Des Weiteren werden die Unfallschwere, Unfalltypen, -ursachen und Konfliktgegnerkonstellationen betrachtet. Weiterhin werden aus den georeferenzierten Daten Unfallhäufungsstellen ermittelt, an denen aus dem Unfallgeschehen konkrete Maßnahmen abgeleitet werden.

Ferner betreibt der Magistrat Verkehrserziehung schon im Kindergartenalter als freiwillige Leistung der Stadt Frankfurt am Main und ergänzt so die Radfahrausbildung der Landespolizei in den Grundschulen.

Die Zahlen zeigen, wir sind auf einem guten Weg unsere wachsende Stadt immer sicherer zu machen.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 28. Mai 2025 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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