Laut der neuesten polizeilichen Kriminalstatistik steigt die häusliche Gewalt in Frankfurt weiter an. Jährlich werden in
Zusammenfassung
Der Magistrat plant Maßnahmen zur Bekämpfung der häuslichen Gewalt in Frankfurt, die seit 2017 ansteigt. Es wird eine Dunkelfeldstudie angeregt, um die Ursachen besser zu verstehen und die Hilfsangebote zu verbessern.
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Thema Sicherheit verfolgenFrage an den Magistrat
Laut der neuesten polizeilichen Kriminalstatistik steigt die häusliche Gewalt in Frankfurt weiter an. Jährlich werden inzwischen über 2.000 Fälle registriert. Rund 80 Prozent der Opfer sind Frauen. Die Polizei geht davon aus, dass 75 bis 98 Prozent aller Taten im Dunkelfeld liegen und damit erst gar nicht in der Statistik auftauchen.
Ich frage den Magistrat:
Wie erklärt sich der Magistrat den stetigen Anstieg in Frankfurt, und was plant er an neuen Maßnahmen, um häusliche Gewalt zukünftig zu verhindern?
Antwort des Magistrats
Im Jahr 2024 wurden 2.060 Fälle der häuslichen Gewalt registriert, +5; +0,2 Prozent zum Vorjahr. Die Täter sind mehrheitlich männlich - 1.323, 79,0 Prozent; weiblich: 351 - und die Opfer mehrheitlich weiblich - 1.587, 78,8 Prozent; männlich:
427. Die Fallzahlen sind auf Vorjahresniveau geblieben, wobei seit 2017 eine Steigerung der Fälle zu verzeichnen ist.
Eine Erhöhung der Fallzahlen kann unterschiedliche Gründe haben. So kann ein Anstieg von Fällen auf eine höhere Anzeigenbereitschaft bzw. eine bessere Beratung von Opfern hinweisen oder auf einen tatsächlichen Anstieg von Fällen. Für eine fundierte Aussage hierzu ist eine Dunkelfeldstudie notwendig.
Es ist eine gesamtgesellschaftliche und gesamtstädtische Aufgabe, häusliche Gewalt zu bekämpfen und zu verhindern. Der Magistrat hat sich der Umsetzung der Istanbul-Konvention auf kommunaler Ebene verpflichtet und seit 2021 eine Koordinierungsstelle eingerichtet.
Der von der Koordinierungsstelle in Zusammenarbeit mit allen relevanten Ämtern und Trägern erstellte "1. Bericht Istanbul-Konvention in Frankfurt: Bestandsaufnahme" (2024) gibt einen umfassenden Überblick über das bestehende Hilfesystem, die Projekte sowie Handlungsbedarfe in Frankfurt. In einem breit angelegten Beteiligungsprozess werden Handlungsbedarfe in gesamtstädtischer Verantwortung konkretisiert und umgesetzt.
Von häuslicher Gewalt sind überwiegend Frauen und Kinder betroffen. Da es sich hierbei um ein strukturell gesellschaftliches Problem handelt, werden Träger und Projekte sowohl im Bereich der Prävention als auch des Gewaltschutzes gefördert. Neben den städtischen Einrichtungen gibt es drei Interventionsstellen, vier Frauenhäuser und einen Frauennotruf sowie auf Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt spezialisierte Beratungsangebote.
Zudem verfügt Frankfurt über eine umfassende Netzwerkstruktur. Frauenreferat, Jugend- und Sozialamt, Präventionsrat, Polizei, Justiz, Beratungsstellen und Frauenhäuser arbeiten gemeinsam an der Verbesserung der Prävention, Intervention, des Gewaltschutzes sowie der Schnittstellenarbeit.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 28. Mai 2025 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.