Bereits im letzten Jahr habe ich im Rahmen der Fragestunde erörtert, wie in Frankreich eine Stiftung ungenutzte Büros na
Zusammenfassung
In Frankfurt wird die Umsetzung des französischen Modells "Büros mit Herz" für obdachlose Menschen vorgeschlagen. Ziel ist es, ungenutzte Büroräume als temporäre Unterkünfte zur Verfügung zu stellen, um die soziale und berufliche Wiedereingliederung der Betroffenen zu unterstützen. Die Initiative könnte einen positiven Beitrag zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit leisten.
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Thema Gesundheit und Soziales verfolgenFrage an den Magistrat
Bereits im letzten Jahr habe ich im Rahmen der Fragestunde erörtert, wie in Frankreich eine Stiftung ungenutzte Büros nachts in Schlafplätze für Obdachlose umwandelt. Unter Erfüllung aller erforderlichen Voraussetzungen können diese Büros den Betroffenen für drei bis sechs Monate als feste Schlaf- und Rückzugsorte dienen. Während dieser Zeit werden sie durch eine sozialarbeiterische Begleitung unterstützt.
Ich frage den Magistrat:
Zu welchem Ergebnis sind die Prüfungen gekommen, ob und wie das in Frankreich erfolgreich erprobte Modell "Büros mit Herz" auch hier in Frankfurt umgesetzt werden kann?
Antwort des Magistrats
Bureaux du Cœur, "Büros mit Herz", in Frankreich ist eine private Initiative, die sich für obdachlose Menschen einsetzt. Diese Organisation wurde 2018 eigeninitiativ von Unternehmern in Nantes gegründet und verfolgt das Ziel, leerstehende Büroräume nach Feierabend oder an Wochenenden als temporäre Unterkünfte für Menschen in prekären Lebenssituationen bereitzustellen. Wie funktioniert Bureaux du Cœur? Unternehmen, die an der Initiative teilnehmen, stellen ungenutzte Räume wie Besprechungszimmer oder Büros zur Verfügung. Diese werden mit grundlegenden Einrichtungen wie einem Bett, einer Dusche und einer kleinen Küche ausgestattet. Die aufgenommenen Personen - in der Regel wohnfähige, alleinstehende Erwachsene ohne Suchtprobleme oder besonderen medizinischen Betreuungsbedarf - erhalten für einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten Zugang zu diesen Räumlichkeiten. Während ihres Aufenthalts werden die Gäste ermutigt, aktiv an ihrer beruflichen und sozialen Wiedereingliederung zu arbeiten. Dazu gehört beispielsweise die Unterstützung bei der Jobsuche oder beim Verfassen von Bewerbungen, oft mit Hilfe der Mitarbeiter;innen des gastgebenden Unternehmens. Der Initiative gehören mittlerweile mehr als 100 Unternehmen an darunter sowohl kleine und mittlere Unternehmen als auch größere Konzerne. Bis Anfang 2024 konnten landesweit über 260 wohnungslose Menschen durch Bureaux du Cœur vorübergehend untergebracht werden. Bureaux du Cœur ist ein Beispiel dafür, wie Unternehmen aus ihrer inneren Überzeugung und Haltung eigeninitiativ soziale Verantwortung übernehmen und einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten können. Als Voraussetzung für die Umsetzung hat die Initiative im Vorfeld die verschiedenen rechtlichen, organisatorischen, kulturellen und sozialen Bedingungen geklärt - zum Beispiel Haftungsrisiken, rechtliche Rahmenbedingungen, Zugang zu den Räumen und vertrauensvolle Öffnung, klare Regeln, Dialog mit der Mitarbeiterschaft und Nachbarn. In Frankfurt fehlen derzeit entsprechende Strukturen beziehungsweise wahrnehmbare Impulse aus dem Kreis von Unternehmen, um ein solches Projekt zu starten. Weiter ist die Gruppe der in Frage kommenden Personen für ein solches Projekt sehr klein und sie kann in bestehenden Strukturen versorgt werden.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 30. April 2025 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.