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Fast jede*r in Frankfurt kennt mindestens einen Bericht von Frauen über unangenehme oder gefährliche Situationen im ÖPNV

Vorlagentyp: F
Beantwortet

Zusammenfassung

Die Frage bezieht sich auf die Sicherheit von Frauen im Frankfurter ÖPNV und die Möglichkeit der Einführung von FLINTA-Waggons. Der Magistrat sieht die Einführung solcher Waggons als nicht praktikabel an, da sie rechtliche, betriebliche und kapazitätsbezogene Herausforderungen mit sich bringen würden.

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Thema Öffentlicher Nahverkehr und neue Mobilität verfolgen

Frage an den Magistrat

Fast jede*r in Frankfurt kennt mindestens einen Bericht von Frauen über unangenehme oder gefährliche Situationen im ÖPNV - oder hat solche Situationen selbst erlebt. Für Hamburg fordert deshalb eine Petition mit mittlerweile mehr als 32.000 Unterschriften das Angebot von Frauen-Waggons in U- und S-Bahnen. Für uns ist klar, Frauen- beziehungsweise FLINTA-Waggons dürfen keinesfalls als Ersatz für eine gesamtgesellschaftliche Lösung des Gewaltproblems gegenüber Frauen gelten, sie könnten aber akut für ein höheres Sicherheitsgefühl sorgen.

Ich frage den Magistrat:

Wie beurteilt der Magistrat die Sicherheit von Frauen im Frankfurter ÖPNV und die Umsetzbarkeit von FLINTA-Waggons in Frankfurt?

Antwort des Magistrats

In U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen sorgen verschiedene Maßnahmen für die Sicherheit der Fahrgäste. Die Fahrzeuge werden permanent videoüberwacht und an allen Türen befinden sich Sprecheinrichtungen, mit denen im Notfall Kontakt mit dem Fahrpersonal aufgenommen werden kann. In unterirdischen Stationen der U-Bahn befinden sich Info- und Notrufsäulen, über die Fahrgäste direkt mit der Sicherheits- und Service-Zentrale der VGF verbunden werden. Gleichzeitig wird im jeweiligen Bereich bei Hilferufen ebenfalls die Videoüberwachung aktiviert. Der Ordnungsdienst der VGF ist zusätzlich im gesamten Netz in Stationen und Bahnen unterwegs und gibt bei Bedarf Hilfestellung.

Die Einführung gesonderter "FLINTA-Waggons" würde eine Kennzeichnung erforderlich machen und das Komplexitätsniveau für die Fahrgäste erhöhen. Hinzu kommt, dass im U-Bahnbereich verschiedene Fahrzeugtypen in verschiedenen Längen eingesetzt werden. Die Fahrgäste wären durch Kommunikationsmaßnahmen für die korrekte Nutzung dieser Waggons zu sensibilisieren, damit der gewünschte Effekt erzielt werden könnte. Hierbei stellt sich grundsätzlich die Frage, ob und auf welcher rechtlichen Grundlage eine Nutzung des Wagens durch "nicht-FLINTA" überhaupt sanktionierbar wäre.

Die Einführung von einzelnen FLINTA-Wagen, "FLINTA-Waggons", im Frankfurter ÖPNV ist zudem aus betrieblicher Sicht nicht praktikabel. Ein Teil der U-Bahn-Züge ist bereits heute durchgängig begehbar, sodass eine klare Abgrenzung einzelner Wagen nicht möglich ist. Zudem geht auch der zukünftige Trend bei Fahrzeugbeschaffungen zu durchgängigen Zügen, anstatt zu einzelnen kurzen Wagen im Zugverband. Die soziale Kontrolle durch Mitfahrende ist hier eher gegeben, als in kleineren abgegrenzten Einheiten. Eine bauliche Anpassung zur Schaffung separater Einstiegsbereiche oder geschlossener Abteile wäre technisch aufwendig und kostenintensiv. Zudem kann im Betrieb eine feste Wagenreihung nicht gewährleistet werden und eine verlässliche Positionierung spezieller Wagen wäre nicht planbar.

Auch aus Kapazitätsgründen ist die Forderung nicht praktikabel. Die Nutzung einzelner Wagen nur von bestimmten Personengruppen würde zu einer ungleichmäßigen Fahrgastverteilung und Überfüllung der anderen Wagen in der Hauptverkehrszeit führen. Die allgemeine Fahrgastverteilung und Fahrgastlenkung in Stationen und Zügen würde hierdurch stark eingeschränkt. Besonders an stark frequentierten Stationen könnte dies außerdem zu Pulkbildungen und verlängerten Haltezeiten führen.

Die mehr als 230 Millionen Fahrgäste pro Jahr im Frankfurter ÖPNV geben in den regelmäßigen Befragungen zur Qualität in Bezug auf die Sicherheit eine zufriedene Beurteilung in der subjektiven Wahrnehmung an. Bei der Bearbeitung von Kundenanliegen im ÖPNV sind spezifische Beschwerden von Frauen wegen Belästigungen von Seiten anderer Fahrgäste in den letzten Jahren nicht bekannt geworden.

Aufgrund der Bewertung kann eine Einführung von "FLINTA-Waggons" nicht in Aussicht gestellt werden.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 27. März 2025 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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