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Die personelle und räumliche Ausstattung der Apotheke des Klinikums Höchst war schon seit Langem nicht bedarfsgerecht, d

Vorlagentyp: F
Beantwortet

Zusammenfassung

Die personelle und räumliche Ausstattung der Apotheke des Klinikums Höchst soll durch Outsourcing an einen externen Dienstleister verbessert werden. Dies wird vorgeschlagen, um den steigenden Anforderungen in der Arzneimittelversorgung gerecht zu werden und die Qualität der Patientenversorgung zu sichern. Erwartet wird eine Optimierung der Prozesse und Kosten sowie eine bessere Verfügbarkeit der Leistungen.

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Thema Gesundheit und Soziales verfolgen

Frage an den Magistrat

Die personelle und räumliche Ausstattung der Apotheke des Klinikums Höchst war schon seit Langem nicht bedarfsgerecht, die hohe Qualität der Versorgung der Patienten konnte nur mit einem großen Engagement der Mitarbeiter*innen gewährleistet werden. Jetzt werden den Beschäftigten angebliche Defizite vorgeworfen, über die in dieser ganzen Zeit nie mit ihnen gesprochen wurde. Diese "Defizite" werden jetzt als einer der Gründe aufgeführt, warum die Apotheke outgesourct werden soll. Ich frage den Magistrat: Warum werden die Kapazitäten der Apotheke nicht so weit ausgebaut, dass sie die Leistungen für alle Kliniken des Verbundes erbringen kann?

Antwort des Magistrats

Laut Geschäftsführung der Kliniken Frankfurt-Main-Taunus, KFMT, besteht die Chance bei einem externen professionellen Versorger darin, dass ohne Einbußen bei der Apothekenleistung der zunehmende negative Trend und die in der Arzneimittelversorgung bestehenden Risiken mit nach außen vergeben werden. Denn seit 2004 ist ein laufender Trend sinkender Arzneimittelpreise zu verzeichnen. Zudem ist die Arzneimittelversorgung insbesondere die Zytostatika-Therapie und die damit verbundene Herstellung von patientenindividuellen sterilen Zubereitungen, Parenteralia, ein stark reglementierter Bereich, sei es auf medizinischer/pharmazeutischer, rechtlicher oder auf finanzieller Ebene. Aktuell befinden wir uns im Prinzip in der zweiten Generation der Zytostatika, denn günstige Generika und Biosimilar kommen zunehmend auf den Markt und konkurrieren mit den Originalen. Die Kostenträger, Krankenkassen, reagieren auf den veränderten Markt und passen die Abrechnungsregularien mehrfach an. Die gesetzlichen Anforderungen und Preisregulierung im ambulanten Bereich nehmen zu. Eine interne Analyse hat eine ambulante Erlösminderung der Zytostatika von -3 Prozent und der Fertigarzneimittel von -1,5 Prozent ergeben, 2018 zu 2019. Die zunehmende Dynamik in den Regularien der ambulanten Abrechnung verstärkt das Abrechnungsrisiko und damit verbundenen Abzüge durch die Kostenträger (Krankenkassen). Folglich ist mit sinkendem Deckungsbeitrag pro Rezept beziehungsweise geringerer Marge in der Arzneimittelversorgung zu rechnen. Außerdem herrschen steigende Anforderungen zur Digitalisierung in der Branche, wie beispielsweise das aktuelle e-Health-Gesetz zeigt. Die Einhaltung der aufgezeigten steigenden Anforderungen, einhergehend mit der erforderlichen Rationalisierung im Arzneimittelsektor, bedingen ein sehr flexibles und modernes System, das diese gesetzlichen und modernen Erfordernisse nur mit einer entsprechenden Größenordnung erreicht und ihnen auch gerecht wird. Der externe Partner gewährleistet nicht nur eine permanente Verfügbarkeit der Leistungen, sondern auch durch kurzfristige Anpassungen die dynamischen Gesetzesvorschriften im Apothekensektor umzusetzen und damit sicherzustellen. Verzögerte Anpassungen können unter anderem unmittelbar zu Abzügen seitens der Kostenträger, Krankenkassen, führen. Die weitreichende Fachkompetenz eines externen Dienstleisters verbessert die Qualität der Arzneimittelversorgung, beispielsweise wird neben der pharmazeutischen Beratung auch die operative Unterstützung der Ärztinnen und Ärzte in den Fachabteilungen ermöglicht, zudem werden die Prozesse modernisiert und digitalisiert. Die veralteten und unzulänglichen Räumlichkeiten der Apotheke im Klinikum hingegen begrenzen aktuell eine weitreichende Optimierung in den oben genannten Gebieten. Die manuelle Lagerhaltung, veralteten Laborräume, Gerätschaften und Software bedingen die zunehmende Ineffektivität. Die Ausweitung einer pharmazeutischen Leistung wie beispielsweise auf Station ist unter den Gegebenheiten unrealistisch. Die unterschiedliche Spezialisierung in der Pharmazie bedarf einer gewissen Zahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Zusatzqualifikationen erworben haben und sich hierzu regelmäßig fortbilden. So sind zum Beispiel Fachapothekerinnen und Fachapotheker für Klinische Pharmazie; Toxikologie und Ökologie, Klinische Chemie oder Pharmazeutische Analytik und Technologie für die klinische Behandlung von Bedeutung. Die beschriebene umfangreiche Kompetenz ist nur zu gewährleisten, wenn entsprechend viele qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Qualifizierte Nachwuchskräfte sowie erfahrenes pharmazeutisches Personal sind sehr schwer auf dem Markt zu finden, dies betrifft die Klinikapotheke sowie die öffentlichen - krankenhausversorgenden - Apotheken. Sicherlich bevorzugen qualifizierte Nachwuchskräfte, wie unter anderem für Labortätigkeiten, in einem modernen, fortschrittlichen Umfeld zu arbeiten und entscheiden sich dementsprechend für ihren Arbeitgeber. Klinikversorgende Großapotheken bieten moderne Arbeitsbedingungen mit weitreichenden und vielfältigen Aufgabenfeldern, der öffentlichen sowie Klinik-Versorgung. Des Weiteren ist dieses qualifizierte Personal nur zu finanzieren, wenn viele Nutzer diese Leistungen weitaus konstant abrufen. Da die Patientenversorgung in einer Klinik nicht einem konstanten Muster folgt, ist mit Leistungsschwankungen über das Jahr zu rechnen. Eine Großapotheke mit einem weiten und vielseitigen Kundenstamm kann Leistungsschwankungen wirksamer ausgleichen, Synergieeffekte, sodass sich der erforderliche personelle Aufwand konstant refinanziert. Mit der Vergabe an eine externe Apotheke wird sich in Bezug auf die Nachfrage im Klinikum vorerst keine planbare Änderung ergeben, denn die pharmazeutische Versorgung der Patienten wird wie zuvor gesichert sein. Mit dem höheren quantitativen und qualitativen Nutzungsgrad kommt es für die Großapotheke und die Klinik zur Prozess- und Kostenoptimierung. Mit der Auslagerung der Apothekenleistung an spezialisierte Apotheken wird eine Ausweitung der stationären und ambulanten ärztlichen Leistungen im Klinikum gestärkt. Die Ressourcenumlagerung eröffnet verschiedenste alternative Möglichkeiten mit höherem Nutzungsgrad, wie zum Beispiel einen Ausbau von ambulanten Leistungen am Klinikum Höchst, welche zudem mit geringeren Investitionskosten im Vergleich zum Neubau einer Apotheke verbunden sind. Die ergebenen Vorteile durch Leistungsbündelung und Nutzung von Synergieeffekten bestätigt den aktuellen Trend der Spezialisierung in der Gesundheitsbranche. Nur mit den beiden Kliniken des Klinikverbundes ist aufgrund der zu geringen Größenordnung diese Kostenoptimierung mit den entsprechenden Qualitätsstandards nicht gegeben.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 29. Oktober 2020 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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