In der Nacht vom 14. auf den 15.11.2024 wurde die Bismarckstatue in Höchst von ihrem Sockel gestürzt. Das Gesicht der St
Zusammenfassung
Die Bismarckstatue in Höchst wurde durch Vandalismus beschädigt, was zu einer politischen Debatte über Denkmäler und deren historische Bedeutung geführt hat. Der Magistrat plant, die Statue zu sanieren, kann jedoch derzeit keine Kosten beziffern und wartet auf ein Votum der Kommission für Erinnerungskultur.
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Thema Stadtplanung verfolgenFrage an den Magistrat
In der Nacht vom 14. auf den 15.11.2024 wurde die Bismarckstatue in Höchst von ihrem Sockel gestürzt. Das Gesicht der Statue wurde mit roter Farbe besprüht, auf der Statue und auf dem Sockel wurde Schriftzüge aufgebracht, unter anderem "Antikoloniale Aktion" . Nach Angaben der Polizei sei das Denkmal angesägt und schließlich umgestürzt worden, auch zeigten die aufgesprühten Botschaften, dass es sich um eine politisch motivierte Tat handele. Entsprechend ermittele der Staatsschutz wegen "gemeinschädlicher Sachbeschädigung". Die Statue aus dem Jahr 1899 war in den letzten Jahren schon öfters beschmiert worden.
Ich frage den Magistrat:
Wie hoch ist der entstandene Schaden, und für wann wird die Wiederherstellung des Denkmals angestrebt?
Antwort des Magistrats
Sehr geehrter Herr Stadtverordneter Fuchs!
Der Sturz des Bismarck-Denkmals in Höchst ist ein Akt massiven Vandalismus', den der Magistrat klar verurteilt. Die Statue wurde geborgen und in ein städtisches Depot gebracht. Es kann derzeit noch nicht beziffert werden, was eine Reinigung, Sanierung und Wiederaufstellung an Kosten mit sich bringen würde. Bevor weitere Schritte eingeleitet werden, soll ein Votum der Kommission für Erinnerungskultur zum weiteren Umgang mit dem Denkmal abgewartet werden. Der Kommission gehören Experten unter anderem aus dem Historischen Museum Frankfurt, dem Institut für Stadtgeschichte und dem Kulturamt an.
Die Statue war in der Vergangenheit bereits wiederholt Gegenstand kontroverser erinnerungskultureller Debatten, deren Ziel es war, die historische Ambivalenz des ehemaligen Reichskanzlers zum Ausdruck zu bringen, besonders in Bezug auf den Kolonialismus. Entsprechende Debatten gibt es in der gesamten Bundesrepublik, der prominenteste Fall ist vermutlich das Bismarck-Denkmal in Hamburg.
Der Sturz von Denkmälern als aggressive und radikale Form politischen Aktivismus' ist international gesehen kein Einzelfall, wie etwa der Sturz des Denkmals des Sklavenhändlers Edward Colston 2020 durch Anhänger der Black-Lives-Matter-Bewegung in Bristol zeigt. Die Stadt Frankfurt verfolgt eine differenzierte Erinnerungspolitik jenseits des Bildersturms und versteht Gedenken als einen permanenten Prozess, der sich mit zunehmendem zeitlichen Abstand regelmäßig der Revision der Nachgeborenen stellen muss. Als besonders gelungen erscheint in diesem Zusammenhang die Neuverlegung der Bodengedenkplatte in der Altstadt im Jahr 2023, die an die Luftangriffe auf Frankfurt erinnert. Die historische Bronzeplatte aus den 1970er-Jahren wurde dabei von einem zugefügten metallenen Ring eingefasst, der eine kontextualisierende Inschrift zeigt. Seitdem wird nicht allein an die Frankfurter Opfer erinnert, wie es dem gedenkpolitischen Ansatz in den 1970er-Jahren entsprach, sondern auch auf die deutsche Kriegsschuld und die Opfer des Luftkriegs in ganz Europa erinnert.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 5. Dezember 2024 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.