Eine überforderte Kanalisation, aber auch mit Erde, Sand und Laub verstopfte Sinkkästen behindern gerade bei Starkregen
Zusammenfassung
Die Frage bezieht sich auf die Reinigung von Sinkkästen in Frankfurt am Main, die bei Starkregen überlastet sind. Der Magistrat wird gefragt, wie die regelmäßigen und zusätzlichen Reinigungen sichergestellt werden können und ob kürzere Intervalle für bestimmte Bereiche geplant sind. Die Antwort des Magistrats erläutert die Herausforderungen durch den Klimawandel und die derzeitigen Reinigungsintervalle.
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Thema Verkehr und Straße verfolgenFrage an den Magistrat
Eine überforderte Kanalisation, aber auch mit Erde, Sand und Laub verstopfte Sinkkästen behindern gerade bei Starkregen den Wasserabfluss; es bleibt in den Straßen stehen oder sammelt sich in tiefer liegenden Straßen und Senken. Offiziell werden Gullys nur zweimal im Jahr gereinigt. Dazu müssen sie zugänglich, z. B. nicht beparkt sein. Zudem gibt es analog der Verteilung auf der Starkregenkarte auch Bereiche, die sehr viel stärker von intakten Sinkkästen abhängig sind.
Ich frage den Magistrat
Wie stellt er sicher, dass die turnusmäßigen wie auch zusätzlich nötige Reinigungen tatsächlich auch durchgeführt werden können, z. B. durch Abschleppungen, und sind für bestimmte Bereiche kürzere Reinigungsintervalle geplant?
Antwort des Magistrats
Als Folge des Klimawandels nehmen extreme Wetterlagen auch in Frankfurt am Main zu. Generell spricht man ab einer Regenmenge von 15 Litern pro Stunde beziehungsweise 20 Litern pro sechs Stunden auf einen Quadratmeter von einem Starkregen. Starkregenereignisse können im gesamten Stadtgebiet blitzschnell zu Überflutungen führen. Um diesen wirksam zu begegnen arbeiten unterschiedliche Stellen ämterübergreifend zusammen.
Die Schmutzfangeimer in den Sinkkästen werden zweimal jährlich entleert und gereinigt. Der Inhalt der Schmutzfangeimer wird von der FES abtransportiert und entsorgt. Eine Erhöhung der Intervalle ist derzeit nicht geplant.
Generell ist anzumerken, dass die Kanalisation nur für Niederschlagsmengen, die statistisch gesehen ungefähr einmal im Jahr bis alle fünf Jahre auftreten, ausgelegt ist. In besonders gefährdeten Bereichen können auch Regenmengen aufgenommen werden, die leicht darüber liegen. Größere Regenmengen, wie sie bei Starkregenereignissen fallen, können in der Regel auch bei sauberen Sinkkasteneinläufen nicht komplett aufgenommen werden. Die Kanäle kommen an ihre Kapazitätsgrenzen und es kommt zu einem Überstau und zum Austritt von Kanalwasser an der Oberfläche oder zum Rückstau von Abwasser. Gleichzeitig gelangt weiterer Niederschlagsabfluss gar nicht mehr in das Entwässerungssystem und überflutet die Oberfläche. Bei Sturm und Starkregen können Sinkkästen an der Straßenoberfläche auch sehr kurzfristig mit Blättern verdeckt werden und verstopfen dann auch in gereinigtem Zustand wieder sehr schnell. Wie diesen Problemen zukünftig zu begegnen ist, ist auch Aufgabe der ämterübergreifenden Arbeitsgruppe zum Thema Starkregen.
Verstopfte Sinkkästen können ein Problem darstellen. Einige Sinkkästen werden nur unzureichend gereinigt, da dort parkende Fahrzeuge die Leerung verhindern. In der Praxis geschieht das leider auch im Bereich von Parkverboten. Hier ist der Gemeinsinn aller Bürgerinnern und Bürger gefragt, durch regelkonformes Verhalten derartige Situationen zu vermeiden. Abschleppmaßnahmen sind dagegen nur mit hohem personellen, finanziellen und organisatorischem Aufwand durchzuführen und können nicht als generelle Lösung vorgesehen werden.
Generell können sich Bürgerinnen und Bürger direkt an die Baubezirke des Amts für Straßenbau und Erschließung - https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/aemter-und-institutionen/amt -fuer-strassenbau-und-erschliessung/baubezirke - wenden und auf verstopfte Straßenabläufe hinweisen. Ebenso ist die Meldung über den Mängelmelder auf der Seite "Frankfurt fragt mich" - https://www.ffm.de/frankfurt/de/flawRep/43535 - möglich, sodass kurzfristig Abhilfe geschaffen werden kann.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 7. November 2024 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.