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Die FNP berichtete am 02.07.2024 darüber, dass die Höchster Mainfähre „Walter Kolb“ in diesem Jahr bisher 60 Prozent wen

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Zusammenfassung

Die Höchster Mainfähre "Walter Kolb" hat einen signifikanten Umsatzrückgang erlitten, was ihre Existenz gefährdet. Der Magistrat plant Maßnahmen zur Sicherung des Fährbetriebs, sieht jedoch keine Möglichkeit, die geringere Nachfrage durch Werbung auszugleichen. Es wird eine nachhaltige Lösung angestrebt, die jedoch noch nicht vorliegt.

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Thema Verkehr und Straße verfolgen

Frage an den Magistrat

Die FNP berichtete am 02.07.2024 darüber, dass die Höchster Mainfähre "Walter Kolb" in diesem Jahr bisher 60 Prozent weniger Umsatz als in den Vorjahren erwirtschaftet habe. Schuld sei das wechselnde Wetter seit dem Saisonstart im März gewesen. Außerdem werde im Mai 2025 das Sponsoring des Energieanbieters Süwag enden und er habe "noch keine Ahnung, wie es weitergehen wird", so der Kapitän der Mainfähre. Er wünsche sich auch, dass die Stadt mehr Werbung für die Mainfähre, "ihr Kulturgut im Frankfurter Westen", mache. Ich frage den Magistrat: Wie gedenkt der Magistrat den dauerhaften Erhalt der Höchster Mainfähre zu sichern?

Antwort des Magistrats

Stadtrat Wolfgang Siefert:

Sehr geehrte Stadtverordnetenvorsteherin,

sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrter Herr Stadtverordneter Klinger!

Der Magistrat hat bereits reagiert und eine eigentlich erst im Oktober fällige Abschlagszahlung um drei Monate vorgezogen. Daneben hat der Magistrat dieses Jahr wesentliche Erneuerungskosten an der Fähre vorgezogen und übernommen, um Instandhaltungskosten im Fährbetrieb zu minimieren.

Es ist nachvollziehbar, dass derzeit witterungsbedingt eine geringere Nachfrage besteht, da die Fähre hauptsächlich bei gutem Wetter und am Wochenende durch den Freizeitverkehr genutzt wird. Der Magistrat geht jedoch nicht davon aus, dass dieser Umstand durch verstärkte Werbemaßnahmen kompensiert werden kann.

Dem Magistrat sind die Nöte des Fährbetriebs durch ständigen Austausch auch bekannt. Ähnliche strukturelle Herausforderungen der Fährbetriebe findet man stromaufwärts und stromabwärts des Mains, diese sind Ihnen bestimmt auch bekannt. Der Magistrat arbeitet an einer nachhaltigen Lösung für den Fährbetrieb. Diese liegt jedoch noch nicht vor.

(Beifall)

Stadtverordnetenvorsteherin

Hilime Arslaner:

Es liegen zwei Zusatzfragen vor. Die erste kommt von Herrn Görres von der FRAKTION und anschließend die zweite von Frau Serke von der CDU-Fraktion. Bitte!

Stadtverordneter Falko Görres, FRAKTION:

(Zusatzfrage)

Herr Siefert, Sie erwähnten eben schon die anderen Fähren flussauf- und flussabwärts. Das sind Fähren, die es momentan nicht gibt oder die es an Stellen gibt, wo es keine Brücken gibt. Vor dem Hintergrund: Wie bewerten Sie denn die verkehrliche Bedeutung der Höchster Fähre?

Stadtrat Wolfgang Siefert:

(fortfahrend)

Ich habe schon gesagt, die verkehrliche Bedeutung liegt hauptsächlich im Freizeitverkehr bei Benutzer:innen des Grüngürtels, würde ich im Wesentlichen zusammenfassen. Es gibt auch die Leunabrücke ein Stück weiter und auch der Fährmann hat schon beobachtet, dass, seit es die E-Pedelecs gibt, viele lieber die Brücke benutzen.

Stadtverordnetenvorsteherin

Hilime Arslaner:

Die zweite Zusatzfrage kommt von Frau Serke von der CDU-Fraktion. Bitte!

Stadtverordnete Susanne Serke, CDU:

(Zusatzfrage)

Bei der Höchster Fähre reden wir schon seit vielen Jahren über die Frage, ob sie nur ein Kulturgut oder ein Verkehrsmittel ist. Letztes Jahr, als ich die Frage gestellt habe, hieß es, dass das noch nicht abschließend geprüft werden konnte. Deshalb meine Frage, ob man diese Prüfung zwischenzeitlich nach über einem Jahr abschließen konnte. Sehen Sie die Fähre als Kulturgut oder Verkehrsmittel? Und wenn sie ein Verkehrsmittel ist, wann erfolgt die Einbindung in das Liniennetz des RMV?

(Beifall)

Stadtrat Wolfgang Siefert:

(fortfahrend)

Zur Frage der Kultur müsste man eigentlich die Kulturdezernentin befragen. Die Definition ist schwierig. Die Fähre gibt es seit 400 Jahren, allerdings ist die Fähre selbst noch nicht ganz so alt. Aber ich habe schon vorhin gesagt, der Magistrat arbeitet an einer nachhaltigen Lösung für den Fährbetrieb, diese liegt jedoch noch nicht vor.

Aktuelle Stunde zur Frage Nr. 2552

Stadtverordneter Willy Klinger, AfD:

Sehr geehrte Frau Vorsteherin,

sehr geehrte Damen und Herren!

Es ist leider schon wieder ein Thema in den Schlagzeilen, das man dort eigentlich so nicht sehen will: Die Walter-Kolb-Fähre, welche schon seit über 400 Jahren zwischen Höchst und Schwanheim fährt, hat einen massiven Umsatzeinbruch zu verzeichnen und bangt erneut um die Existenz. Die Fähre an sich gehört der Stadt Frankfurt und wird von einem Pächter betrieben. Schon seit der Coronazeit steht es eher schlecht um die Fähre. Die Fahrgastzahlen sind zurückgegangen, die Preise für Treibstoff sind natürlich gestiegen und der Pächter muss immer neue Regularien befolgen, um seine Fähre überhaupt noch betreiben zu können - die meisten natürlich aus Brüssel, wie sollte es anders sein.

In den letzten Jahren wurden die Förderungen der Stadt für die Fähre erhöht und die Stadt beteiligt sich zum Beispiel auch an den Kraftstoffkosten, und ja, das war schon ein Schritt in die richtige Richtung. Jetzt hat Herr Siefert angekündigt, dass noch weitere Maßnahmen folgen werden, aber ich sage, das reicht an der Stelle nicht. Viel ankündigen und versprechen kann man immer - ob es dann umgesetzt wird, das steht noch mal auf einem ganz anderen Blatt. Das kennen die Leute im Frankfurter Westen nur zu gut.

(Beifall)

Obendrein läuft nächstes Jahr die Förderung durch die Süwag aus und das ist ein unhaltbarer und unsicherer Zustand für den Pächter und muss an dieser Stelle einfach beendet werden. Hier müssen jetzt Maßnahmen folgen. Es zeigt sich deutlich, dass die einzige Möglichkeit zur wirklichen Sicherung des Fährbetriebes die Erhöhung der Zuschüsse ist, kombiniert mit der stadtweiten Bewerbung der Fähre. Auch wenn Herr Siefert das anders sieht, der Pächter wünscht sich das, denn die Fähre fährt nicht nur zwischen Höchst und Schwanheim, sondern bietet auch Maintouren über die ganze Frankfurter Mainlänge an. Die Bewerbung würde der Fähre vermutlich wirklich einen großen Zustrom an neuen Gästen bringen, der so sehr benötigt wird.

Meine Damen und Herren, man kann einfach dem Pächter nicht mehr zumuten, den Fährbetrieb mit den aktuell gewährten Mitteln weiter aufrechtzuerhalten. Es muss eine Erhöhung der Fördermittel auf 100.000 Euro pro Jahr geben, zusätzlich zur vollständigen Übernahme der Kraftstoffkosten. Das sind alles Beträge, die gemessen am Etat der Stadt Frankfurt nahezu unbedeutend sind und trotzdem gelingt dies nicht. Obendrein wäre es auch nur richtig und wichtig, die Walter-Kolb-Fähre endlich als das zu bezeichnen, was sie tatsächlich ist, nämlich ein für die Stadt Frankfurt unbedingt zu erhaltendes Kulturgut.

(Beifall)

Es ist ein Armutszeugnis für die Stadt, dass es trotz der massiven finanziellen Mittel, die hier zur Verfügung stehen, immer noch nicht gelingt, die Fähre zu sichern und dass der Kapitän gezwungen ist, immer wieder Hilferufe in der Presse abzusetzen. Herr Oberbürgermeister Josef, vor Kurzem haben Sie den lange eher stiefmütterlich behandelten Frankfurter Westen zur Chefsache erklärt. Das war auch ein guter und richtiger Schritt, das ist keine Frage. Es ist jetzt an der Zeit, den Worten auch Taten folgen zu lassen und die einzige Frankfurter Mainfähre, die den Menschen, nicht nur im Frankfurter Westen, so viel bedeutet, dauerhaft zu erhalten.

Danke schön!

(Beifall)

Stadtverordnetenvorsteherin

Hilime Arslaner:

Als nächste Rednerin hat Frau Serke von der CDU-Fraktion das Wort. Bitte schön!

Stadtverordnete Susanne Serke, CDU:

Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin,

werte Kolleginnen und Kollegen,

sehr geehrte Mitglieder des Magistrats!

Die Mainfähre "Walter Kolb" ist ein Wahrzeichen Frankfurts und als Teil des Mainpanoramas Höchst ein Kulturgut. Ihre Tradition reicht über 400 Jahre zurück. Sie ist ein Bindeglied zwischen den Stadtteilen, ein wichtiges Verkehrsmittel für Fußgänger und Radfahrer und seit der Einrichtung des Frankfurter Grüngürtels ein Teil des Rundwanderwegs und des Radrundwegs. Da sollte man eigentlich glauben, dass die Stadtregierung alles unternimmt, um ihren Fortbestand zu sichern. Stattdessen sieht sich der Fährmann wiederholt gezwungen, SOS zu funken. Grund: ein Umsatzeinbruch und das drohende Ende des Sponsoringvertrages. 400 Jahre Tradition sind erneut bedroht - ein Déjà-vu.

Bereits seit Jahren weist der Ortsbeirat 6 auf die finanzielle Situation der Fähre hin und fordert deren Erhalt. Die Auflistung der Anträge hierzu könnte die Redezeit alleine überschreiten. Auch die CDU-Fraktion im Römer hat sich unter anderem mit dem Antrag E 188 für den Erhalt der Fähre stark gemacht. Letzten Endes war es mit der Süwag aber ein Sponsor, der mit seiner Unterstützung den Fortbestand sichern musste. Die Stadt ließ sich dafür zwar feiern, blieb aber bei ihrem bisherigen jährlichen Zuschuss.

Im Mai nächsten Jahres endet nun das Sponsoring und wie es weitergeht, ist ungewiss. Diese Ungewissheit ist nicht nur unangemessen im Hinblick auf das Kulturgut, sie macht auch eine Planung für den Fährmann, für den es hier um die Existenz geht, unmöglich. Sie sorgt für weiteren Frust bei den Menschen im Frankfurter Westen, die eng mit ihrer Fähre verbunden sind, denn leider ist das nur eine von vielen Baustellen, deren Zukunft ungewiss ist.

(Beifall)

Lassen Sie uns doch nur einmal gedanklich von der Fähre in Richtung Höchster Altstadt laufen: vorbei an der Höchster Stadtmauer, die langsam vor sich hin bröckelt, und dem Fährmannshaus, das aufgrund seines schlechten Zustandes lange nicht mehr genutzt werden kann. Kommt man dann auf die Bolongarostraße, mag man etwas verwundert über deren Zustand sein, die Umgestaltung war doch für 2020 angekündigt - nun ja, sie ist in weite Ferne gerückt. Geht man dann vorbei am Kronberger Haus - auch als Dauerbrenner bei den unerledigten Drucksachen bekannt - und dem Antoniterkloster, empfiehlt sich ein Bauhelm, es könnten Ziegel vom Dach fallen. Den Helm kann man auch direkt auflassen, denn weiter geht es in Richtung Bolongaropalast. Einst als Vorzeigeprojekt für den Frankfurter Westen präsentiert, ist er mittlerweile ein Sinnbild für mangelnde Transparenz. Wann seine Sanierung abgeschlossen sein wird, weiß wohl - um es mit Bob Dylan zu sagen - nur der Wind.

Das alles und noch viel mehr sorgt für Frust und Resignation bei den Menschen im Frankfurter Westen und letzten Endes spiegelt sich das auch in den Wahlergebnissen wider. Wer sich darüber noch wundert, kann bestenfalls als naiv bezeichnet werden. Die Menschen wollen keine Worte mehr hören, sie wollen endlich Taten sehen. In diesem Sinne, Herr Siefert, lassen Sie Ihren Worten Taten folgen! Beginnen Sie mit unserer Fähre und sichern Sie ihren Fortbestand langfristig. Und an alle anderen: Arbeiten Sie auch endlich die weiteren Baustellen im Frankfurter Westen ab!

Vielen Dank!

(Beifall)

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 4. Juli 2024 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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