Künstliche Intelligenz findet immer mehr Einzug in den Alltag vieler Menschen sowie Unternehmen. Sie kann nutzenbringend
Zusammenfassung
Die Frankfurter Stadtverwaltung hat bereits positive Erfahrungen mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotic Process Automation (RPA) gesammelt. Diese Technologien sollen die Effizienz in der Verwaltung steigern und die Servicequalität für Bürger:innen verbessern. Ein Leitfaden zur verantwortungsvollen Nutzung von KI wird derzeit erarbeitet.
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Thema Verkehr und Straße verfolgenFrage an den Magistrat
Künstliche Intelligenz findet immer mehr Einzug in den Alltag vieler Menschen sowie Unternehmen. Sie kann nutzenbringend eingesetzt werden und bessere Arbeitsergebnisse schneller erreichbar machen.
Vor diesem Hintergrund frage ich den Magistrat:
Welche positiven Erfahrungen konnte die Frankfurter Stadtverwaltung mit KIs wie zum Beispiel Chatbots und Ähnlichem bereits sammeln, und gibt es zum Nutzen solcher Angebote einen Leitfaden oder Ähnliches ?
Antwort des Magistrats
Stadträtin Eileen O´Sullivan:
Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin,
sehr geehrter Herr Stadtverordneter Pürsün,
sehr geehrte Damen und Herren!
Ich würde gerne erst einmal ganz kurz sortieren, bevor ich darlege, was hier in der Stadt bereits eingesetzt wird.
Betrachten wir kurz die Trennung zwischen RPA und KI: Robotic Process Automation, kurz RPA, automatisiert regelbasierte, sich wiederholende Aufgaben durch den Einsatz von Software-Robotern, also Bots, während KI, Künstliche Intelligenz, Maschinen die Fähigkeit verleiht, aus Daten zu lernen und komplexe Entscheidungen zu treffen. Während RPA quasi schnell implementiert werden kann und vor allem zur Effizienzsteigerung in administrativen Prozessen eingesetzt wird, nutzt KI fortschrittliche Algorithmen, um menschliche Intelligenz nachzuahmen und in Bereichen wie Spracherkennung und autonomes Fahren zu wirken. In Deutschland werden beide Technologien durch staatliche Initiativen auch gefördert, um die digitale Transformation voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu stärken.
Der Einsatz von KI und RPA bei der Stadt Frankfurt am Main bietet auch eine Vielzahl von Vorteilen. Das ist genau richtig. Durch die Automatisierung von wiederkehrenden Aufgaben wie der Erfassung, Prüfung und Bearbeitung von Anträgen jeglicher Art oder auch der Beantwortung von Anfragen der Bürger:innen oder dem Einsatz von Übersetzungsdiensten für mehrsprachige Informationsangebote können mitarbeiter:innen-unterstützt Arbeitsabläufe effizienter gestaltet und die Servicequalität für Bürger:innen erhöht werden sowie damit auch finanzielle Ressourcen eingespart werden.
Blicken wir einmal auf die RPA-Anwen-dungen bei der Stadt. Dazu gehören beispielsweise ein Raumbot von der VHS, der entwickelt worden ist zum automatisierten Zuweisen von Raumressourcen. Der befindet sich schon im Einsatz. Es ist auch ein Einsatz von Bots, Sprach- und selbst lernenden Modellen in der Schnittstelle zum Kunden vorhanden sowie auch bei der Erstellung von Ankündigungstexten für VHS-Kurse und Veranstaltungen oder in der Öffentlichkeitsarbeit geplant. Aktuell werden Schulungsmaßnahmen für einen verantwortungsbewussten Umgang mit KI bei der VHS entwickelt, die allen Mitarbeitenden angeboten werden sollen. Des Weiteren ist im Internetauftritt der Stadt Frankfurt in Kooperation mit der FITKO seit Anfang des Jahres 2024 der "115-Chatbot" eingesetzt worden. Der wird derzeit ausgewertet.
Wenn wir auf die KI-Anwendung bei der Stadt blicken, dann sehen wir, dass das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt im Rahmen des Chatbot "Frank" bereits mögliche erste Anwendungen von generativen KI-Anwen-dungen evaluiert. Die Anwendung ist aber explizit nur als Proof of Concept, kurz PoC, angedacht und soll Erkenntnisse zum möglichen Einsatz von KI im Bereich der Verwaltung im öffentlichen Gesundheitsdienst liefern. "Frank" ist als Retrieval-Augmented Generation, kurz RAG, Anwendung auf Basis der OpenAI-/ChatGPT-API konzipiert und ermöglicht die textliche Interaktion mit Verordnungen und Gesetzestexten im Bereich des öffentlichen Gesundheitsdienstes. Dabei handelt es sich ausschließlich um öffentliche einsehbare und ohne Schutzrechte belegte Dokumente. Insbesondere im Hinblick auf mehrsprachige Informationsangebote wie zum Beispiel bei der Frauen-Guide-App konnten durch den Einsatz von mittlerweile ausgereiften KI-basierten Übersetzungsdiensten auch finanzielle Ressourcen eingespart werden.
Nicht zuletzt koordiniert das Smart-City-Team die Umsetzung einer KI zur automatisierten Beurteilung von Straßenoberflächenbildern im Amt für Straßenbau und Erschließung im Rahmen eines Förderprojektes im Förderprogramm "Starke Heimat Hessen". Grundsätzlich gilt es die Einsatzmöglichkeiten von KI in der Stadtverwaltung sorgfältig zu prüfen und zu planen, um sicherzustellen, dass rechtliche Rahmenbedingungen wie Anforderungen des Datenschutzes sowie der Informationssicherheit beachtet und verantwortungsbewusst eingesetzt werden. Derzeit bereitet der Magistrat über die Digitalisierung eine Handreichung für die Ämter und Betriebe vor, die grundsätzliche Informationen zum Thema enthält und dafür sensibilisiert, welche Punkte vor dem Einsatz zu prüfen sind, aber natürlich auch, wo Potenziale im Arbeitsablauf sind, die mit Hilfe einer KI genutzt werden können.
Stadtverordnetenvorsteherin
Hilime Arslaner:
Vielen Dank, Frau Stadträtin! Es gibt zwei Zusatzfragen. Die erste Zusatzfrage kommt von Herrn Pürsün von der FDP und die zweite kommt von Herrn Schwander von der CDU. Bitte schön, Herr Pürsün!
Stadtverordneter Yanki Pürsün, FDP:
(Zusatzfrage)
Sehr geehrte Frau Stadträtin, was ist denn die Voraussetzung dafür beziehungsweise was fehlt, dass diese digitalen Hilfstools in dieser Stadt flächendeckend von allen Ämtern in allen Prozessen eingeführt und genutzt werden?
Stadträtin Eileen O´Sullivan:
(fortfahrend)
Zum einen müssen wir sichergehen, dass wir beispielsweise Produktangebote haben, die datenschutzkonform sind, die wir überhaupt anwenden können in den Behörden. Da muss man bislang sagen, dass es an Stellen RPAs gibt, die gerade noch in Deutschland als KIs tituliert werden und die so ein bisschen hochgehoben werden als das Neueste, was man in Behörden einsetzen kann. Tatsächlich, glaube ich, brauchen wir aber noch viel stärker die Grundlagen, um überhaupt bestimmte Prozesse zu digitalisieren und um dann an den Schnittstellen die digitalen Systeme zusammenlaufen und automatisiert laufen zu lassen. Das heißt, wir müssen ein Stück weit vorher noch einmal anfangen und sozusagen erst die Brot-und-Butter-Arbeit betreiben und beispielsweise flächendeckend eine E-Akte einführen. Gleichzeitig lohnt es sich aber sicherlich auch in den Fachämtern, deswegen auch die Handreichung von der Stabsstelle, zu überlegen, wo möglicherweise Prozesse sind, die durch einen gewissen bereits vorhandenen Standard der Digitalisierung auch schon automatisiert werden können.
Da gibt es beispielsweise die sogenannte KI Emma. Das ist aber eigentlich eine RPA und hinter dieser RPA versteckt sich eine Automatisierung, die das Potenzial bietet, dass man beispielsweise Wohngeldanträge automatisiert erfassen kann. Wenn dann aber beispielsweise ein Antrag aus der Standardform fällt, wird er an den Sachbearbeiter oder die Sachbearbeiterin weitergegeben. Aber das ist gerade das, ich nenne es mal Playing Field, dass jetzt gerade in den öffentlichen Behörden geschaut wird, wie und wo man KIs und RPAs einsetzt. Wenn man nach München schaut, dann sieht man aber, dass das Ganze noch sehr viel Luft nach oben hat. München beispielsweise hat schon ein eigenes GPT für die Mitarbeitenden entworfen, das heißt, sie können intern ein eigenes Münchener ChatGPT benutzen. München ist aber auch schon seit sehr vielen Jahrzehnten sehr stark daran, zu digitalisieren. Wenn man die Grundlage hat, dann lässt sich mit dem Vorhandenen auch viel besser arbeiten.
(Beifall)
Stadtverordnetenvorsteherin
Hilime Arslaner:
Die zweite Zusatzfrage kommt von Herrn Schwander von der CDU-Fraktion. Bitte schön!
Stadtverordneter Yannick Schwander, CDU:
(Zusatzfrage)
Vielen Dank, vor allem für die vielen Abkürzungen, die wir eben gerade gehört haben. Da war viel nach innen, das ist auch gut so. Allerdings habe ich mir die Frage gestellt, bei dem, was nach außen gegeben wird, inwiefern KI oder die anderen genannten Techniken dabei helfen kann, das OZG umzusetzen, und dann entsprechend auch für die Bürgerinnen und Bürger hilfreich zu sein.
Stadträtin Eileen O´Sullivan:
(fortfahrend)
Das ist eine total gute Frage, weil wir 585 Leistungsbündel beim OZG haben. Das heißt, wir könnten jetzt eigentlich jede Dienstleistung einmal durchdeklinieren, uns die analogen Prozesse in den Ämtern anschauen und dann entscheiden, ob wir der Meinung sind, ob da eine RPA oder eine KI hilft. Ich hoffe natürlich, dass unsere Landesebene vor allem im Bereich Digitalisierung vorankommt, weil wir da immer noch inständig darauf warten, dass wir beispielsweise die Onlineummeldungen umsetzen können. Da haben wir leider noch keine Gutmeldung. Unser hessischer IT-Dienstleister und das Digitalministerium scheinen da noch nicht so weit zu sein. Deswegen müssen wir noch schauen, dass die OZG-Umsetzung an der Stelle in unsere Richtung auch unterstützt wird. Ansonsten bringen wir seit 2021 im Sinne des OZG knapp zwei Dienstleistungen jeden Monat raus.
(Beifall)
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 4. Juli 2024 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.