Die aktuelle Gefährdungslage durch das Coronavirus hat sich in den vergangenen Wochen verschärft. Es muss alles getan we
Zusammenfassung
Die Anfrage zielt darauf ab, die Maßnahmen zu erfragen, die am Flughafen Frankfurt ergriffen wurden, um die Einschleppung des Coronavirus durch ankommende Passagiere zu verhindern. Dies ist besonders wichtig, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.
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Thema Gesundheit und Soziales verfolgenFrage an den Magistrat
Die aktuelle Gefährdungslage durch das Coronavirus hat sich in den vergangenen Wochen verschärft. Es muss alles getan werden, um eine Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Daher ist alles zu tun, um Situationen zu vermeiden, die Infektionen begünstigen und damit eine Ausbreitung des Virus beschleunigen. Gerade dem Flughafen Frankfurt kommt hierbei als internationales Drehkreuz eine Schlüsselrolle zu. Ich frage den Magistrat, welche Maßnahmen, und seit wann, am Flughafen Frankfurt ergriffen werden, um zu verhindern, dass am Flughafen ankommende Passagiere das Coronavirus einschleppen, insbesondere welche Maßnahmen bei durch die Bundesrepublik mit Sonderflügen zurückgeholten Urlaubern vorgenommen werden beziehungsweise wurden.
Antwort des Magistrats
Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher Siegler, sehr geehrte Frau Stadtverordnete Brandt, meine Damen und Herren! Das Handeln des Flughafens Frankfurt erfolgt stets in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main und anderen zuständigen Behörden sowie nach deren Vorgaben. Die Hygienemaßnahmen am Flughafen wurden verschärft und das Gesundheitsamt wird bei unklaren oder Verdachtsfällen benachrichtigt. Der Flughafen Frankfurt hat sich als "designated Airport" gemäß den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation WHO und des Bundesministeriums für Gesundheit, BMG, bereits seit 2003, SARS, intensiv und in enger Kooperation mit den zuständigen Landes- und Bundesbehörden mit möglichen Gegenmaßnahmen befasst, um die Verbreitung von Krankheitserregern zu verhindern. Es gibt eine Vorbereitung für ENTRY und EXIT Screening, wenn diese vom BMG angeordnet werden. Derzeit müssen alle Airlines aus Krisengebieten sogenannte PLF - passenger locater form - ausfüllen. Diese dienen der Nachverfolgung von Kontaktpersonen. Ebenso müssen alle Passagiere Gesundheitsfragen beantworten:
- Haben Sie Symptome wie Grippe UND kommen Sie aus einem Infektionsgebiet?
- Haben Sie Symptome wie Grippe UND hatten Sie Kontakt zu einem nachgewiesen positiv (!) Infizierten? Wird eine der Fragen in Kombination mit "UND" mit ja beantwortet, wird ein etabliertes Notfallverfahren der FRA-NOT aktiviert und unter Einbeziehung der Behörden abgearbeitet. Notfallverfahren V18-1: - Meldung des Kapitäns (optimal vor der Landung): Konkreter Verdachtsfall an Bord beziehungsweise PLF mit auffälligen Antworten - Feuerwehr, Rettungs- und Notarztdienst, Landes- und Bundespolizei, Flughafenarzt - Außenstelle des Gesundheitsamtes - und weitere operative Partner bilden eine Einsatzleitung; Erstsichtung im Flugzeug durch Rettungs- und Notarztdienst Fraport - Sicherstellung der unmittelbaren medizinischen Erstversorgung; Klärung, ob ein konkreter Verdachtsfall vorliegt oder nicht Notfallverfahren V18-2: - Falls sich der Verdachtsfall bestätigt, wird der INDEX-Patient im Regelfall hospitalisiert. Hierfür stehen in Frankfurt am Main neben der Universitätsklinik weitere Krankenhäuser mit infektiologischem Schwerpunkt zur Verfügung. - Die Koordination und Einsatzleitung liegt in diesen Fällen beim Gesundheitsamt Frankfurt am Main. Die Einsatzleitung und Strukturen aus dem Verfahren V18-1 unterstützen hierbei - auch um die Auswirkungen auf den Flug- und Regelbetrieb möglichst gering zu halten. - Je nach Einschätzung der Lage vor Ort müssen sogenannte "Close Contacts" (zwei Reihen davor und zwei Reihen dahinter) weiter gesichtet werden. Hierfür steht das MAC, medical assessment center, als Notfallverfahren V18-3 bereit. Notfallverfahren V18-3: - Die International Health Regulations, IHR May 2005, verpflichten den Flughafenbetreiber zur Vorhaltung von Räumlichkeiten am Standort Airport zur Absonderung von Reisenden für maximal 24 Stunden. - Dies erfolgt auf Anordnung der Behörden für die sogenannten "Close Contacts" bis beim INDEX-Patienten das endgültige Ergebnis der Untersuchung vorliegt. - Beim neuartigen Corona-Virus kann die erforderliche Diagnostik acht bis zwölf Stunden dauern. Ein klassischer Schnelltest - wie in den Medien immer wieder erwähnt - steht derzeit nicht zur Verfügung. Ergänzend zu den obigen Ausführungen sei darauf hingewiesen, dass sich zurzeit eine Stellungnahme zur Anfrage V 1562 vom 14.02.2020 "Vermeidung der Verbreitung von Krankheitserregern am Frankfurter Flughafen" im Geschäftsgang befindet und demnächst im Magistrat behandelt wird.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 29. April 2020 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.