Frankfurter Kliniken respektive deren Geburtsabteilungen beklagen einen eklatanten Mangel an Geburtshelferinnen. Ich f
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Frage vom 13.07.2015, F 2266 Frankfurter Kliniken respektive deren Geburtsabteilungen beklagen einen eklatanten Mangel an Geburtshelferinnen.
Ich frage den Magistrat: Wie wird sich die Stadt, die sich ja mit dem Attribut "Kinderfreundliche Stadt" schmückt, bei der Lösung des Problems einbringen?
Antwort des Magistrats: Die große Bedeutung der Versorgung der Bevölkerung mit Hebammenleistungen im stationären, aber insbesondere im ambulanten Bereich ist unbestritten. Die Arbeit der Hebammen umfasst ein breites Spektrum von Leistungen zur Beratung, Begleitung, Versorgung und Unterstützung von Frauen in der Schwangerschaft, während der Geburt und im Wochenbett. Insbesondere im Wochenbett sind Hebammen auch aus Kinderschutzperspektive ein wichtiger Baustein der Unterstützung, da sie in den ersten Wochen - während der großen körperlichen und seelischen Veränderungen - den Familien zur Seite stehen und bei entsprechendem Bedarf weitere Hilfen vermitteln können. Allerdings ist die Entlohnung dieser Leistungen seit Jahren auf einem stagnierenden Niveau, dies macht sich natürlich insbesondere im Rhein-Main-Gebiet mit seinen überdurchschnittlich hohen Lebenshaltungskosten deutlich bemerkbar. Darüber hinaus klagen die Hebammen in den letzten Jahren über stark steigende Haftpflichtversicherungsprämien. Ohne eine solche Haftpflichtversicherung ist deren Tätigkeit nicht möglich. Für eine geburtshilflich tätige Hebamme beziehungsweise einen Entbindungspfleger beträgt die Prämie für eine Haftpflichtversicherung derzeit rund 6.500 Euro jährlich, wobei es nur noch einen einzigen Anbieter auf dem Markt gibt. Dem Vernehmen nach wird auch dieser einzige Anbieter diese Leistung zum 30.06.2016 einstellen. Weiterhin ist zu bedenken, dass der Berufsstand der Hebammen und der Entbindungspfleger derzeit im Umbruch ist. War dies früher ausschließlich ein Lernberuf, bestehen in Deutschland analog zu anderen Ländern wie beispielsweise Großbritannien, Skandinavien und USA Bestrebungen dahin gehend, die Ausbildung zu akademisieren. Ein entsprechendes Studium wird zum jetzigen Zeitpunkt in Frankfurt am Main leider weder von der Universität noch von der Fachhochschule angeboten. Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, dass sowohl in Frankfurt am Main, als auch bundesweit zu beobachten ist, dass diesem Berufszweig die Nachwuchskräfte ausgehen. In Frankfurt am Main werden jährlich rund 13.000 Kinder geboren, davon handelt es sich bei 7.832 Kindern - 2014 - um Frankfurter. Rein rechnerisch müsste somit jede/jeder der circa 153 Hebammen und Entbindungspfleger in Frankfurt ungefähr 51 Mütter beziehungsweise Neugeborene pro Jahr versorgen. Allerdings ist an dieser Stelle anzumerken, dass diese Zahl ganz wesentlich höher ist, da bei weitem nicht alle Hebammen beziehungsweise Entbindungspfleger geburtshilflich tätig sind. Eine Lösung dieses bundesweit bestehenden Problems ist vor Ort in Frankfurt am Main nicht möglich. Vielmehr steht die Bundesregierung in der Pflicht, zeitnah für eine angemessene und nachhaltig tragfähige Lösung zur Absicherung einer funktionierenden Versorgung der Schwangeren, Gebärenden und Wöchnerinnen durch Hebammen und Entbindungspfleger zu sorgen. Antragstellende Person(en): Stadtv. Marion Weil-Döpel
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 13. Juli 2015 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.