In der Vorlage des Magistrats M 75 werden die Pläne für den Neubau der Feuerwache 21 an der Rosa-Luxemburg-Straße dargel
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Frage vom 05.06.2015, F 2192 In der Vorlage des Magistrats M 75 werden die Pläne für den Neubau der Feuerwache 21 an der Rosa-Luxemburg-Straße dargelegt, die auf einem Gelände errichtet werden soll, auf dem im Zuge der Erschließung bedeutende Überreste der römischen Besiedlung gefunden wurden. In diesem Zusammenhang frage ich den Magistrat: Ist es möglich, auf dem Gelände der neuen Feuerwache dauerhaft einen Blick auf die Ausgrabungen freizugeben und/oder Replikate ausgewählter Fundstücke aus zustellen?
Antwort des Magistrats: Stadtrat Markus Frank: Herr Stadtverordnetenvorsteher, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Frau Schubring! Wir haben uns gefreut, dass wir nach Auslaufen des Mietvertrages der Feuerwache Nordwestzentrum nach langem Suchen ein Grundstück gefunden haben, auf dem wir eine neue Bereichswache bauen konnten. Der Standort, an dem jetzt gebaut wird, ist eine Straßenbaubrache zwischen dem Erich-Ollenhauer-Ring und der Rosa-Luxemburg-Straße. Erst nach intensiver Prüfung aus baurechtlicher und städtebaulicher Sicht konnte es freigegeben werden. Diesbezüglich möchte ich mich bei Herrn Cunitz ganz herzlich bedanken, dass dies möglich war. Allerdings liegt das neue Grundstück für die Bereichswache 21 aus einsatztaktischer Sicht exzellent, weil es genau zwischen diesen beiden Hauptstraßen liegt. Insofern konnten wir etwas dafür tun, die Hilfsfrist zu verringern. Dieses Gelände an den "Römischen Töpferöfen" ist schon im Herbst 2013 für Untersuchungen des Denkmalamtes frei gemacht worden, und tatsächlich wurde in enger Zusammenarbeit und unter Federführung des Denkmalamtes dieses bedeutsame Areal untersucht. Es haben archäologische Untersuchungen stattgefunden. Wir haben mehrere teils unerwartete und beachtenswerte Fundstücke aus den Überresten einer römischen Siedlung freigelegt. Unter anderem fand das Denkmalamt mehrere gut erhaltene Steinkeller, welche sich direkt an der ehemaligen Straße nach Nida befinden. Eine Sensation war im Mai letzten Jahres der Fund eines sehr gut erhaltenen monolithischen Fensters aus dem 3. Jahrhundert, welches aus einem einzigen Basaltblock geschlagen war. Dieses außerordentliche Fundstück soll selbstverständlich der Nachwelt erhalten bleiben, und wenn es nach uns geht, natürlich auch in der neuen Bereichswache. Wir sind gerade dabei, mit dem Denkmalamt zu sprechen, wie wir es ausstellen werden. Wir denken, dass man darüber hinaus noch eine Mauer präsentieren kann, aber diesbezüglich laufen die Abstimmungsgespräche. Wir geben uns allergrößte Mühe, die archäologischen Funde zu sichern, sie der Nachwelt zu erhalten, entweder im Archäologischen Museum oder, wenn es nach uns geht - das wäre uns viel lieber -, in der Feuerwache, weil es natürlich der Ursprungsort ist. In diesem Sinne freue ich mich, wenn ich Ihnen demnächst, wenn die Planungen abgeschlossen sind, noch einmal schlussendlich mitteilen kann, was an welchem Ort vorgehalten werden kann.
(Beifall) Stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher Lothar Stapf: Es gibt eine Zusatzfrage von Herrn Stadtverordneten Emmerling von der SPD-Fraktion. Bitte! Stadtverordneter Eugen Emmerling, SPD: (Zusatzfrage) Ich weiß nicht, ob Sie hier der Archäologie-Stadtrat sind, die Frage geht also an den Magistrat. Wir haben immer wieder wertvolle Funde im Boden, die aufgrund von Straßen- und Wohnungsbau und anderen Baumaßnahmen wieder zugeschüttet werden müssen. Halten Sie es für richtig, dass in diesem Zusammenhang die immer wichtiger werdende Arbeit des Archäologischen Museums durch Stellenkürzungen zurzeit extrem gefährdet ist? Stadtrat Markus Frank: (fortfahrend)
Lieber Herr Emmerling, zum Glück bin ich ja gar nicht zuständig. Da müssten Sie den Kollegen befragen. Aber ich weiß schon, dass wir mit dem uns zur Verfügung stehenden Budget immer mehr leisten müssen. Das ist die Herausforderung, die der Magistrat angeht, die Effizienz zu steigern, die Arbeitsabläufe immer wieder neu zu hinterfragen und für das gleiche Geld mehr an Sport, mehr an Wirtschaft oder in diesem Falle mehr an Archäologie für die Stadt zu erhalten. Das ist unsere Aufgabe. Ich denke, wir meistern sie sehr gut. Aber ein kleiner Hinweis: Der Haushaltsgeber und der Stellengeber, das sind Sie, Herr Emmerling, die Stadtverordnetenversammlung. An Ihnen liegt es am Ende, uns so auszustatten, dass es uns die Arbeit einfacher macht. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für die nächste Zeit gute Verrichtung, Herr Emmerling. (Beifall, Heiterkeit) Antragstellende Person(en): Stadtv. Christiane Schubring
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 5. Juni 2015 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.