Im Rahmen des METAhub Festivals „Mapping Memories - Judengasse extended“ im April 2023 wurde erstmals ein erhaltenes Kel
Zusammenfassung
Der Magistrat wird gefragt, welche Maßnahmen er ergreift, um ein historisches Kellergewölbe aus der Judengasse zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ziel ist es, das jüdische Kulturerbe in Frankfurt sichtbar zu machen und eine Plattform für historisch-politische Bildung zu schaffen.
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Thema Wohnen verfolgenFrage an den Magistrat
Im Rahmen des METAhub Festivals "Mapping Memories - Judengasse extended" im April 2023 wurde erstmals ein erhaltenes Kellergewölbe aus der früheren Judengasse öffentlich zugänglich gemacht. Es befindet sich unter einem japanischen Feinkostgeschäft An der Staufenmauer 11 und gehört zu einem 1809 errichteten Stadtpalais aus den letzten Jahren der Judengasse - ein beeindruckendes Zeugnis der Frankfurter Geschichte.
Ich frage den Magistrat, was er unternimmt, um den Keller zu erhalten und regelmäßig der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Antwort des Magistrats
Sehr geehrter Herr Stadtverordneter Becker!
Der steinerne Gewölbekeller stammt aus der Zeit der Judengasse - nach deren Bombardierung durch die französischen Revolutionstruppen. Das Grundstück gehörte einst Joseph Moses Rindskopf, der hier 1809 anstelle von fünf niedergebrannten Häusern der Judengasse ein Stadtpalais errichtete. Ein Schlussstein mit der Inschrift "IMR 1809" erinnert vor Ort an den einstigen Bauherrn.
Die bislang unbekannten Räumlichkeiten wurden im Vorfeld des Festivals "Mapping Memories: Judengasse Extended" von den Besitzern denkmalgerecht wiederhergerichtet und der Öffentlichkeit im Zeitraum vom 13. bis 30. April erstmals zugänglich gemacht. Was im Frühjahr nur eine Vermutung war, bestätigte sich durch die städtebauliche Lage und den Baubefund: Bei dem Gewölbe handelt es sich um ein einzigartiges Zeugnis der jüdischen Emanzipation in Frankfurt zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Bislang ist kein Relikt aus der Frankfurter Judengasse bekannt, das sich in einem ähnlich guten, da komplett erhaltenen, Zustand befindet.
Die Planungen sehen vor, den Gewölbekeller in Zukunft zur historisch-politische Bildung zu nutzen mit besonderem Blick auf den Kampf um Gleichberechtigung von Jüdinnen und Juden in der Stadtgesellschaft.
Als Auftakt für die neuartige, interdisziplinäre Bespielung des Gewölbekellers ist ein weiteres Mapping-Memories-Festival vom
21. bis 24. März 2024 geplant, das zugleich auch den Abschluss des bisherigen METAhub-Projekts bildet.
Gerade in Zeiten eines offen zu Tage tretenden Antisemitismus und grassierender Geschichtsrevision ist es ein wichtiges Signal, dass die Stadt Frankfurt am Main ihr jüdisches Kulturerbe sichtbar macht und ein zusätzliches Vermittlungsangebot ermöglicht. Es ist nach einer großen gemeinsamen Anstrengung von Politik, Jüdischem Museum und Kulturamt gelungen, diesen kulturhistorisch bedeutenden Ort nun dafür nutzen zu können.
Mit dem Privateigentümer hat man sich auf eine Anmietung des Gewölbes für zunächst zwei Jahre verständigt. In diesem Zeitraum sollen die Planungen des Jüdischen Museums erprobt und mit Blick auf eine weiterführende Nutzung evaluiert werden. Die Umsetzung erfolgt in Abstimmung mit städtebaulichen Maßnahmen, die eine Neugestaltung des Areals an der Staufenmauer sowie der Umgebung rund um die zerstörte Hauptsynagoge im Rahmen des Programms "Schöneres Frankfurt" vorsehen.
Für den zweijährigen Kulturbetrieb ist ein Gesamtbudget von rund 480.000 Euro vorgesehen, das sich zu 80 Prozent aus Mitteln des Innenstadtprogramms "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren" des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sowie der Frankfurter "Initiative Innenstadt" finanziert.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 7. Dezember 2023 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.