Historisch belastete Straßennamen werden aktuell in vielen Städten geprüft. Die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung
Zusammenfassung
Die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung prüft historisch belastete Straßennamen, insbesondere solche mit Bezug zum Kolonialismus. Das Kulturamt hat ein Expertengremium eingesetzt, das Gutachten in Auftrag gibt, um die Namen zu bewerten. Ein Zwischenbericht wird Ende des kommenden Jahres erwartet.
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Thema Kultur verfolgenFrage an den Magistrat
Historisch belastete Straßennamen werden aktuell in vielen Städten geprüft. Die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung hat im Februar 2022 mit der Vorlage NR 283 beschlossen, dass Plätze- und Straßennamen mit Bezug zum Kolonialismus aufgelistet werden sollen. Das Kulturamt hat im selben Jahr ein Gremium mit Expert*innen eingesetzt und vergibt Aufträge für entsprechende historiografische Gutachten, sowohl im Hinblick auf Nationalsozialismus als auch auf die Prüfung von Personen und deren Rolle in der Kolonialzeit.
Ich frage den Magistrat:
Wie ist der aktuelle Stand der Überprüfung?
Antwort des Magistrats
Sehr geehrte Frau Stadtverordnete Kauder!
Die angesprochene Expertengruppe, die auf Initiative des Dezernats Kultur und Wissenschaft und der Frankfurter Kommission für Erinnerungskultur eingerichtet wurde, arbeitet derzeit unter der Leitung des Instituts für Stadtgeschichte die potenziell historisch belasteten Straßennamen und Kunstwerke im öffentlichen Raum systematisch ab und gibt dabei in Fällen eines dünnen oder veralteten Forschungsstandes wissenschaftliche Gutachten in Auftrag. Der Zeitplan ist schwer abschätzbar, da die Dauer möglicherweise erforderlicher Recherchen im Vorhinein nicht eindeutig kalkuliert werden kann. Das Gremium schätzt es aber als realistisch ein, Ende des kommenden Jahres mit einem Zwischenbericht an die Stadtverordneten heranzutreten, der die Namen versammelt, die in einer Voruntersuchung als mit hoher Wahrscheinlichkeit historisch belastet eingestuft wurden. Der Bericht wird auch eine kurze Begründung der endgültigen Einschätzung durch die Kommission sowie gegebenenfalsl eine Empfehlung zu Umbenennung oder Kontextualisierung beinhalten.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 7. Dezember 2023 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.